Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 

Fairphone 1: Endstation Recycling-Hof

Björn Brodersen 13.07.2017 - 11:25|15
Fairphone 1: Endstation Recycling-Hof

Keine Ersatzteile mehr, kein Update auf eine neuere Android-Version: Das erste Fairphone wird vom Hersteller nicht weiter unterstützt. Nutzern des Geräts empfiehlt der Hersteller einen Wechsel auf das modular aufgebaute Fairphone 2.

Fairphone tritt für eine längere Nutzungszeit von Smartphones ein. Deshalb haben die Niederländer mit dem Fairphone 2 ein modular aufgebautes Smartphone entwickelt, dessen Komponenten im Schadensfall teilweise schnell und einfach von den Nutzern selbst ausgebaut und ausgetauscht werden können. Beim ersten Fairphone, das im Dezember 2013 an erste Käufer ausgeliefert wurde, ging der Ansatz nicht so weit, doch Akku und andere Bauteile lassen sich auch bei diesem Gerät neu kaufen und ersetzen. Nach nicht einmal vier Jahren ist das aber vorbei.

Anzeige

Fairphone wird keine Ersatzteile mehr für das erste Fairphone produzieren und anbieten. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben aus finanziellen Gründen dazu entschlossen, denn die meisten Partner würden die Originalersatzteile für das erste Fairphone nicht mehr herstellen. Das Start-up habe aber nicht die Mittel, die Nachfrage für das kommende Jahr selbst zu decken. Fairphone stellt außerdem "aus ähnlichen Gründen" die Arbeiten an dem angekündigten Update auf Android 4.4 Kitkat für das erste Fairphone ein.

"Leider haben wir den Punkt erreicht, an dem wir unser erstes Smartphone nicht weiter unterstützen können", schreibt das Unternehmen im eigenen Forum. "Wir wissen, dass wir einige Nutzer des Fairphone 1 enttäuschen. Aber wir werden unsere Lehren vom Fairphone 1 ziehen und in die Verbesserung der Ersatzteilbeschaffung für das Fairphone 2 und kommende Modelle einfließen lassen." Unter anderem will das Unternehmen künftig den Bedarf an Ersatzteilen besser einschätzen.

Tipps für Nutzer des Fairphone 1

Nutzer des Fairphone 1 müssen damit künftig Ersatzteile aus anderen Quellen beziehen, etwa aus dem Community Marketplace. Tipps für die Wartung von Software und Hardware des Geräts sowie für Do-It-Yourself-Reparaturen hat der Hersteller auf der eigenen Website zusammengestellt. Wer auf das modular aufgebaute Fairphone 2 umsteigen möchte, kann voraussichtlich im August vom Hersteller generalüberholte Geräte ("Fairphone 2 New Life Edition") kaufen. Fairphone-1-Nutzer werden bei den neuwertigen Geräten eher zugreifen können als andere Kunden, kündigt Fairphone an. Nicht mehr verwendete erste Fairphone sollten weiterverkauft oder zum Recycling zurückgegeben werden.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone

Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 15 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 14.07.17 21:37 foetor (Expert Handy Profi)

    @IBNA
    Richtig! Ich finde es ja gut dass die was für die Umwelt machen aber 4 Jahre sind schwach...und ka wo wr sieht das ich mich bedroht fühle?

  2. 14.07.17 19:24 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @DerZander:"Warum habe ich immer das Gefühl bei solchen "Weltverbessererprojekten", dass sich viele (wie du gerade) dadurch irgendwie bedroht vorkommen und deswegen kein gutes Haar an solchen sympathischen Projekten lassen können? Ich vermute, dass ist ein Schutzmechanismus, weil es vermutlich zu unangenehm mal über sein Konsumverhalten nachzudenken."
    >>Ich hab das von foetor ehrlich gesagt nicht als Bashing verstanden. Der letzte Satz ist zwar nicht korrekt, aber dass man keine Ersatzteile mehr bekommt während man bei anderen durchaus auch noch 6 Jahre danach welche bekommt, stimmt. So gut die Intention von Fairphone auch sein mag; das ist durchaus enttäuschend. Natürlich muss man da auch sagen, dass es eben noch ein ganz neues Unternehmen ist und angesichts dessen, sind Kinderkrankheiten verständlich, aber foetors Aussage eben auch.

    "Ich kenne mich da zu wenig aus, aber es wäre schon spannend sich zu überlegen, wie eine Firma rechtlich und organisatorisch strukturiert sein müsste, um das zu ändern."
    >>Ich denke da müsste sich noch deutlich mehr außerhalb der Unternehmsstruktur ändern.

  3. 14.07.17 16:09 DerZander (Handy Profi)

    @IBNAM
    >> Wenn du dich da mal nicht irrst. Die Zwänge bei so großen Unternehmen scheinen größer zu sein als bei so kleinen.

    So sehr ich mur auch wünschen würde, dass Laborant Recht hat, sehe ich das eher wie Du. Im derzeitigen "System" wird sich da nicht viel ändern, dazu sind die Automatismen viel zu groß.

    Ich kenne mich da zu wenig aus, aber es wäre schon spannend sich zu überlegen, wie eine Firma rechtlich und organisatorisch strukturiert sein müsste, um das zu ändern.

  4. 14.07.17 15:58 DerZander (Handy Profi)

    >> Man darf auch nicht vergessen, was das ursprüngliche Hauptziel war/ist und zwar dass es ohne Ausbeutung produziert wird.

    Ist ja auch ein FAIR- und kein ÖKO-Phone. ;)

    @Foetor
    >> Das Unternehmen ist halt wie alle anderen auch nur auf Geld aus, sehr schade!

    Unternehmen sind eigentlich immer aufs Geld aus. Findest du das schlimm? Dieses Unternehmen aber sicherlich weniger, als dein Lieblingsunternehmen. Die Fairphone AG hat aber einen gemeinnüstzigen Hintergrund. Trotzdem müssen die irgendwie wirtschaftlich bleiben.

    Warum habe ich immer das Gefühl bei solchen "Weltverbessererprojekten", dass sich viele (wie du gerade) dadurch irgendwie bedroht vorkommen und deswegen kein gutes Haar an solchen sympathischen Projekten lassen können? Ich vermute, dass ist ein Schutzmechanismus, weil es vermutlich zu unangenehm mal über sein Konsumverhalten nachzudenken.

    Fairphone und viele andere Projekte sind nicht perfekt, aber wenigstens wird etwas getan. Fairphone hat z. B. viel Presseecho erhalten und die Diskussion um die Herstellungsbedingungen der Smartphone-Teile angeregt. Schon das ist ein riesen Verdienst.

  5. 14.07.17 14:37 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Laborant:"Die Frage ist, ob diese Zwänge tatsächlich so stark sind, oder ob sie nur herbeigeredet werden. Auch ein Aktionär ist schlussendlich ein Mensch der saubere Luft atmen will. [...]"
    >>Das Ganze hat doch schon lange religiöse Züge angenommen. Und der Zusammenhang wird doch oft gar nicht mehr hergestellt zwischen ständigem Wachstum und Ausbeutung. Davon abgesehen, dass es beim Fairphone nicht primär um saubere Luft geht, sondern bessere Behandlung von Menschen, aber das lässt sich natürlich analog übertragen.

  6. 14.07.17 14:13 Laborant (Expert Handy Profi)

    Ibnam: Die Frage ist, ob diese Zwänge tatsächlich so stark sind, oder ob sie nur herbeigeredet werden. Auch ein Aktionär ist schlussendlich ein Mensch der saubere Luft atmen will. Dass Aktionäre nur schnelles Geld wollen, halte ich für zu einfach gedacht. Niemand verlang von Samsung dass sie von heute auf morgen nur Tantal aus sauberen Quellen einsetzen. Aber mit einer langanhaltenden Strategie, wäre es durchaus möglich, den Bergbauarbeitern im Kongo etwas mehr Lebensqualität zu geben.

antworten
 
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige
Anzeige