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iOS: iPhone-Jailbreak spielt keine Rolle mehr

Tobias Czullay 17.07.2017 - 15:56|2
iOS: iPhone-Jailbreak spielt keine Rolle mehr

In den ersten Jahren nach dem Marktstart des iPhone war er noch in aller Munde, heute ist er nicht mehr als eine Randnotiz: der Jailbreak. Warum kaum jemand mehr sein Smartphone knackt, weiß wohl keiner besser als jene Entwickler, die Apple immer einen Schritt voraus sein wollten.

Ob Apple die Welt der Technik mit dem iPhone revolutioniert oder nur gut kopiert hat, ist ein beliebtes Streitthema. Fest steht aber, dass das Unternehmen den Umgang mit technischen Geräten von heute geprägt und mit dem iPhone selbst Laien einen einfachen Zugang dazu ermöglicht hat. Allerdings hat Apple den Nutzern auch strikte Grenzen gesetzt, wie den iTunes- oder App-Store-Zwang oder eben dadurch, dass etablierte Standards über Bord geworfen und Anwendungen ausgesperrt wurden. Das wollten einige Nutzer nicht in Kauf nehmen und stellten mit dem Jailbreak eine Möglichkeit auf die Beine, das Betriebssystem zu öffnen und einen alternativen App-Store zu installieren.

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Doch das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Apple und den Hackergruppen scheint zu Ende zu gehen, die Tage des Jailbreaks sind offenbar gezählt. Denn auch kurz vor dem Release von iOS 11 gibt es für iOS 10 noch keinen funktionierenden Jailbreak, sieht man von den Hacks der iOS-Betaversionen einmal ab. Und das hat mehrere Gründe, wie aus einem Hintergrundartikel des Magazins Motherboard hervorgeht. Naheliegend scheint, dass die Sicherheitsmaßnahmen von Apple mittlerweile so gut sind - nicht einmal das FBI kann iOS knacken -, dass sie einfach nicht mehr umgangen werden können. Dass keine Angriffspunkte mehr für einen Jailbreak gefunden werden.

Doch das ist nur bedingt der Fall, spitzfindige Entwickler und Hacker finden schließlich immer einen Weg - auch wenn sie durch die Bekanntgabe ihrer Funde natürlich auch dafür sorgten, dass Apple die Mauern immer höher ziehen konnte. Vielmehr hat ein Umdenken bei den Nutzern und den Code-Schnüfflern stattgefunden.

Vom Spielen und vom Geldverdienen

So hat der Nutzerwunsch nach einem iOS-Jailbreak über die Jahre nachgelassen, weil Apple immer mehr der einzigartigen Features zum nativen Bestandteil des Betriebssystems gemacht hat und das App-Angebot stetig gewachsen ist. "In iOS 1.0 hatte Apple nicht einmal ein Spiel. Jedes andere Telefon hatte eine andere Kopie von 'Snake', jedes Telefon hatte eine Kopie von 'Hangman' - Apple hatte nicht einmal 'Hangman'", sagt der Cydia-Entwickler Jay "Saurik" Freeman im Gespräch mit Motherboard. Die Jailbreak-Community startete als "eine Gruppe von Teenagern, die NSA-würdige Exploits schrieb", um "Software-Freiheit" zu verbreiten.

Doch diese Zeit der Freiheit ist vorüber, die großen Namen haben sich zehn Jahre nach dem Marktstart des iPhone aus der Jailbreak-Szene zurück gezogen und sich unter anderem Arbeit in Software-Unternehmen gesucht. Andere haben ihre Aufgabe übernommen, doch liegt ihnen nichts mehr daran, ihre Errungenschaften auch öffentlich zu machen. Auch weil die Lücken in iOS schwer zu finden sind, sind sie zu wertvoll, um sie für einen Jailbreak einfach auszuplaudern. Stattdessen sitzen die Hacker so lange auf ihrem Fund, bis sie von einem Unternehmen eine hohe Summe Geld dafür geboten bekommen.

Der Jailbreak ist tot

Auch die Mitbegründer der Jailbreak-Szene sind nicht mit der Entwicklung zufrieden, die der iOS-Hack und auch die Community genommen hat. So verkündete Anfang dieses Jahres Luca Todesco, der zuletzt Jailbreaks für die Betaversionen von iOS 10 publik machte, dass ihm die "Dummheit der Jailbreak-Community oft zu viel" sei und sich unter anderem wegen penetranter Anfragen ungeduldiger Nutzer daraus verabschiedet.

"Saurik" hingegen verurteilt in einem langen Reddit-Kommentar die Zerfaserung des Jailbreaks durch die Beta-Releases von iOS 10: Obwohl kaum ein Nutzer diese Version auf dem iPhone installiert hat und die Jailbreaks schnell wieder unbrauchbar sind, haben viele App-Entwickler die Kompatibilität mit älteren - und in der Szene noch viel weiter verbreiteten - iOS-Versionen abgeschnitten. Schließlich kann er als Verfechter der frühen Jailbreaks den Besitzern eines iPhone keine Empfehlung mehr für einen aktuellen Jailbreak aussprechen. Nicholas "Comex" Allegra, Entwickler der JailbreakMe-App, sagt gegenüber Motherboard: "Ich fürchte, der Jailbreak ist zu diesem Zeitpunkt praktisch tot."

Mehr zum Thema: iPhone, Jailbreak, Smartphone

via RedmondPie

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Kommentare
  1. 19.07.17 13:33 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Frankfurter: Einerseits hast du Recht, dass man mit Geld bei weitem nicht alle Bugs von jedem geliefert bekommt, weil es oft einen Höherbietenden geben wird, andererseits belohnt und spornt man so "White-Hacker" an. Das ist sicherlich sinnvoll.

  2. 18.07.17 23:10 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    "Stattdessen sitzen die Hacker so lange auf ihrem Fund, bis sie von einem Unternehmen eine hohe Summe Geld dafür geboten bekommen."

    Auf dem Schwarzmarkt spielt Geld keine Rolle.
    Diktaturen, Behörden bieten hier fleißig mit. Was Apple mit ihrem "Bug Bounty Programmchen" erreichen wollen, weiss nur Cook. Mehr als ein Schein wird es aber nicht sein.

    https://www.computerbase.de/2017-07/sicherheitsluecken-apple-bug-bounty-flop/

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