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Amazon entfernt Android-Smartphones mit Spionagesoftware aus Online-Shop

Björn Brodersen 02.08.2017 - 16:46|0
Amazon entfernt Android-Smartphones mit Spionagesoftware aus Online-Shop

Amazon entfernt alle Smartphone-Modelle eines chinesischen Herstellers aus dem US-Online-Shop. Der Fall sollte Schule machen, denn so steigt der Druck auf Smartphone-Hersteller, ihre Geräte mit aktueller und sauberer Software auszuliefern.

Der Zeitpunkt kommt etwas überraschend: Neun Monate nach Bekanntwerden, dass Blu Smartphones mit vorinstallierter Spionagesoftware ausliefert, nimmt Amazon in den USA die Geräte des chinesischen Herstellers aus dem Programm. Die Sicherheitsexperten von Kryptowire hatten im November 2016 berichtet, dass das FOTA-Update-Tool der chinesischen Firma Adups auf Android-Smartphones von Blu personen- und gerätebezogene Daten sammelt und an Server in Schanghai weiterleitet. Adups wiegelt damals ab und bezeichnete den Vorgang als "ein Versehen".

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In der vergangenen Woche lenkten auf der Sicherheitskonferenz Black Hat die Experten von Kryptowire die Aufmerksamkeit erneut auf die Spionagesoftware auf bestimmten Smartphone-Modellen von Blu. Adups greift ganze Textnachrichten, Kontaktlisten, Anruflisten mit Telefonnummern, Standortinformationen sowie die IMSI und die IMEI der Geräte, berichtet Kryptowire. Die Software zeichne auch das App-Nutzungsverhalten auf, umgehe das Rechteverwaltungssystem von Android, starte Aktionen auf den Geräten, programmiere sie um und lade Aktualisierungen nach.

"Weil Sicherheit und Privatsphäre unserer Kunden von größter Bedeutung sind, sind alle Blu-Telefonmodelle für den Kauf auf Amazon.com nicht verfügbar, bis das Problem gelöst ist", begründet Amazon die späte Entscheidung, die Geräte des chinesischen Herstellers vorerst nicht weiter zu verkaufen. Weiterhin hat der Online-Händler Blu-Produkte aus dem "Prime Exclusive Phones"-Programm entfernt, das nur in den USA verfügbar ist. Blu weist die Anschuldigungen zurück. Die vorinstallierte Adups-Software sei ausschließlich für System- und Software-Updates vorgesehen. Die Übermittlung privater Daten der Anwender sei mittlerweile abgestellt worden.

Seltener Fall von Sanktionen gegen Smartphone-Hersteller

Die späte Reaktion von Amazon wegen Sicherheitsbedenken bei Smartphones ist ein seltener Fall von Sanktionen eines Smartphone-Verkäufers gegen einen Smartphone-Hersteller. In Deutschland lässt jetzt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gerichtlich überprüfen, ob Händler und Anbieter ihre Kunden auf Schwachstellen und Sicherheitsrisiken von angebotenen Smartphones hinweisen müssen. Die Verbraucherschützer klagen gegen einen Media Markt in Köln, der noch in diesem Jahr ein Mobistel-Smartphone mit veralteter Android-Version und mehreren offen bleibenden Sicherheitslücken anbot.

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Mehr zum Thema: Android-Smartphones, Smartphones, Amazon Prime

Quelle: CNET via WinFuture

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