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Das Huawei Mate 10 wird im Oktober 2017 vorgestellt
 

Kirin 970: Huawei Mate 10 arbeitet mit Künstlicher Intelligenz

Björn Brodersen 02.09.2017 - 14:06|4
Kirin 970: Huawei Mate 10 arbeitet mit Künstlicher Intelligenz

Das nächste Spitzen-Smartphone von Huawei wird nicht nur mit Maschinenlernen arbeiten, sondern auch mit Künstlicher Intelligenz. Den entsprechenden Chipsatz kündigt der Mobile-Chef des Herstellers heute auf der IFA in Berlin an. Der Kirin 970 hat neben einer CPU und einer GPU noch eine NPU an Bord.

Richard Yu, Chef der Mobilsparte des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei, stellt heute auf einer IFA-Keynote in Berlin den Chipsatz für das Mate 10 vor. Nach Angaben von Huawei ist es der erste SoC, der neben CPU (Central Processing Unit) und GPU (Graphics Processing Unit) auch eine NPU (Neural Processing Unit) an Bord hat. Der neue Chipsatz mit 5,5 Milliarden Transistoren wird von TSMC im 10-Nanometer-Verfahren gefertigt und ist damit kleiner, leistungsfähiger und gleichzeitig stromsparender als der Kirin 960, der beispielsweise im Huawei Mate 9 arbeitet.

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Der Prozessor des Kirin 970 besteht nach vorab verbreiteten Informationen von offensichtlich gebrieften Personen aus vier Cortex-A73-Kernen mit einer Taktrate von bis zu 2,4 GHz und vier Cortex-A53-Kernen mit bis zu 1,8 GHz sowie einer Mali-G72-MP12-Grafikeinheit von ARM sowie einem LTE-Cat-18-Modem. Die Rechenkern-Konfiguration ist damit die gleiche wie beim Kirin 960, nur mit anderer Fertigungsweise und Taktung sowie einer dank zusätzlicher Shader-Einheiten leistungsfähigeren GPU. Der Dual-ISP im Kirin 970 soll für bessere Bildergebnisse beim Fotografieren unter schlechteren Lichtbedingungen sorgen und unterstützt das Tracking von bewegten Objekten im Motiv. Weitere Featurs sollen unter anderem der Support von HDR10, 4K60-Dekodierung und 4K30-Kodierung sowie ein integriertes Modem mit der LTE-Geschwindigkeitsklasse 18 für Datenraten von bis zu 1,2 GBit/s sein.

Richard Yu kündigt den Kirin 970 mit dedizierter NPU an | (c) Areamobile
Wer genau hinschaut, sieht den Chip.

Wichtigste Neuerung des Kirin 970 ist die NPU, die den Namen HiSilicon AI trägt (AI steht für das Englische "Artificial Intelligence", im Deutschen "Künstliche Intelligenz"). Ihr Vorteil: Anders als andere Prozessoren mit Maschinenlernen wird die Rechenleistung direkt auf dem Chipsatz und nicht auf angebundenen Servern geleistet. Die HiAI soll im Vergleich zu einem herkömmlichen Prozessor bei 50-facher Energieeffizienz die Leistung um das bis zu 25-fache steigern. Die Performance der NPU beschreibt Huawei am Beispiel der Bilderkennung: Der HiAI schaffte dabei 2.000 Bilder pro Minute bzw. 97 Bilder pro Sekunde, während die CPU 97 Bilder in einer Minute erreicht.

Techn. Daten
Kirin 970
Kirin 960
Kirin 950
CPU
Octa-Core mit 4 x 2,4 GHz (Cortex-A73) und 4 x 1,8 GHz (Cortex-A53)
Octa-Core mit 4 x 2,36 GHz (Cortex-A73) und 4 x 1,84 GHz (Cortex-A53) Octa-Core mit 4 x 2,3 GHz (Cortex-A72) und 4 x 1,81 GHz (Cortex-A53)
GPU
ARM Mali-G72 MP12 ARM Mali-G71 MP8 ARM Mali-T880 MP4
NPU
HiAI
nein
nein
RAM
LPDDR4x
LPDDR4 mit 1.866 MHz
LPDDR4 mit 1.333 MHz
Speicher
UFS 2.1
UFS 2.1
eMMC
Modem
LTE Cat-18
LTE Cat-12/13
LTE Cat-6
ISP
Advanced Dual
Dual-14-Bit
Dual-14-Bit
Transistoren
5,5 Mrd.
4 Mrd.
3 Mrd.
Fertigung
TSMC 10 nm
TSMC 16 nm FFC
TSMC 10 nm FF Plus

Weitere Eckpunkte, die Yu heute während der IFA-Keynote anführte:

  • Die KI-Performance der NPU ist um 25 Prozent höher als die einer herkömmlichen CPU, die Energieeffizienz um 50 Prozent.
  • Die NPU ist beim Erkennen von 200 Fotos um 25 Prozent schneller als die CPU.
  • In der Zeit, in der der Kirin 970 2.005 Bilder erkennt, sollen das iPhone 7 Plus nur 487 und das Samsung Galaxy S8 nur 95 schaffen.
  • Die CPU des Kirin 970 arbeitet um 20 Prozent stromsparender als die des Kirin 960.
  • Die Mail G72 MP12 des Kirin 970 ist um 20 Prozent leistungsfähiger und um 50 Prozent energieeffizienter als die GPU des Kirin 960.
  • Das integrierte LTE-Cat-18-Modem unterstützt 4x4 MIMO, 5-Carrier-Network-Aggregation und 256QAM sowie bei Dual-SIM LTE mit Voice over LTE auf beiden Anschlüssen.
Richard Yu kündigt den Kirin 970 mit dedizierter NPU an | (c) Areamobile
Die Specs des Kirin 970

Huawei: Künstliche Intelligenz ist mehr als ein Sprachassistent

Huawei-Manager hatten bereits im Vorfeld der IFA angedeutet, dass in Kürze wesentliche Neuerungen auf Smartphone-Chipsätzen zu erwarten sind. "Künstliche Intelligenz ist für uns mehr als nur ein Sprachassistent", sagte kürzlich William Tian, Country Manager Germany und Vice President Sales Western Europe von Huawei. Yu hatte zuvor einen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Ki-Chip, einen zusätzlichen Sicherheits-Chip sowie weitere Verbesserungen bei der Nutzeroberfläche EMUI angekündigt. Neben der Künstlichen Intelligenz setzt Huawei für das Mate 10 auf Maschinenlernen, auf den auch schon Bestandteil des Kirin 960 des Mate 9 und beispielsweise Grundlage des "Stay Fast"-Mechanismus ist.

Huawei wird das Mate 10 am 16. Oktober offiziell vorstellen. Laut Yu wird das Gerät ein nahezu randloses Display haben.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, IFA, Kirin

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Kommentare
  1. 03.09.17 09:06 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @sehnix: Offline-KI-Berechnungen nehme ich an wie STT bzw Assistenz allgemein. Man darf ja davon ausgehen, dass das Rechenzeit und Akku spart.

  2. 02.09.17 15:46 sehnix (Member)

    Ok, ich bin ein konservativer Gerätenutzer, hab ich verstanden...

    Aber was bitte bringt künstliche Intelligenz in einem Smartphone?

  3. 02.09.17 14:54 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)
    Boah Ey…

    Bei so viel Schulhofquartett bin ich ja mal gespannt, ob und ggfs. welcher Zusatznutzen beim Anwender dabei rauskommt.…

  4. 02.09.17 14:30 Marcitos (Handy Profi)

    Nicht schlecht Huawei. Das könnte durchaus vielversprechend werden.

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