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Datenschutzurteil: Apple darf gefundenes iPhone nicht entsperren

Stefan Schomberg 29.09.2017 - 17:45|23
Datenschutzurteil: Apple darf gefundenes iPhone nicht entsperren

Apple muss ein gefundenes iPhone nicht entsperren, auch wenn der Finder das Gerät nach der gesetzlich festgelegten Wartefrist zugesprochen bekommt. Das hat jetzt ein Münchener Gericht entschieden.

Wie gewonnen, so zerronnen: Da findet man ein iPhone, ist so nett und ehrlich, es direkt zum Fundbüro zu bringen, und erhält es ein halbes Jahr später zugesprochen, weil sich der ehemalige Besitzer nicht gemeldet hat (geregelt in BGB § 973). Mit dem Gerät lässt sich allerdings wenig anfangen, denn der ehemalige Besitzer hat es natürlich per PIN gesichert. Hilfe vom Apple-Support bleibt aus, denn der weigert sich, das Gerät zu entsperren.  Dagegen klagte jetzt ein iPhone-Finder vor dem Amtsgericht München - erfolglos.

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Der zuständige Richter folgerte in einem inzwischen rechtskräftigen Urteil (AG München, Urt. v. 24.07.2017, Az. 213 C 7386/17), dass der Mann zwar inzwischen durch den Fund und den Zeitablauf rechtmäßiger Eigentümer des iPhones geworden sei. Allerdings sei er lediglich Eigentümer an dem Gerät im Zustand geworden, in dem es sich nach Ablauf der sechs Monate befindet - also Eigentümer an einem gesperrten iPhone. Ein freigeschaltetes iPhone sei zu keinem Zeitpunkt Fundgegenstand gewesen.

Ein Entsperren durch den Apple-Support kommt für das Amtsgericht auch aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage, denn dies würde dem Finder unter Umständen Zugriff auf alle mit dem Konto des ehemaligen Besitzers verbundenen Daten geben - genau das wollte der aber sicherlich durch die PIN-Sicherung vermeiden.

Mehr zum Thema: Apple-Smartphones, Kurioses

Quelle: AG München, wbs-law.de

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Kommentare
  1. 01.10.17 20:12 Echse (Handy Master)

    Frankfurter

    https://drfone.wondershare.com/de/icloud/bypass-icloud-lock-for-your-iphone.html

    Wenn es soviele Wege gibt, die seriös und zuverlässig arbeiten, warum dann immer vor Gericht?
    Warum nutzen Privatpersonen sowas nicht? Diebe.
    Fundbüros.
    Wäre doch ein Kinderspiel. Angeblich....

    Auf der einen Seite ^ bypass^ Anleitungen die ein entsperren zum Kinderspiel machen. Angeblich.
    Auf der anderen Seite wird Apple vor Gericht gezerrt. Und soll doch bitte die iPhones entsperren.
    Fundbüros zerren Apple vo Gericht. Weil hunderte iPhones auf Halde liegen.
    Nicht zu vergessen, staatliche Behörden.
    Warum bezahlt das fbi 1 Million zum entsperren eines uralt iPhones und nutzlose Informationen. Gibts doch schon für 20 Dollar/Pfund.:)
    Diebstähle von IPhones gehen seit der Aktivierungssperre deutlich zurück.
    Du erkennst den Widerspruch, oder?

    Ps.
    Hat das fbi nur iPhones zum entschlüsseln?
    Haben terroristen nur iPhones ? Könnte man fast glauben, oder?
    Jedenfalls stand Google meines Wissens noch nie vor Gericht, um stattlichen Behörden beim entschlüsseln zu helfen.
    Hast du denn einen Link, wie Google bei Privatpersonen vorgeht?
    Verlangen die auch Kaufbelege. Oder machen die das ^ einfach so^?

  2. 01.10.17 20:07 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    welche seite?

  3. 01.10.17 20:02 Echse (Handy Master)

    Frankfurter

    ^ bypass^ Anleitungen hab ich gelesen. Wobei ich mich frage, wie gut das funktioniert.
    Wenn das so Problemlos funktioniert, frage ich mich, warum Apple vor Gericht gezerrt wird?
    Es wäre doch einfacher, ich investiere 20 Euro.
    Gebe meine imei etc. Bei einer ganz bestimmten Seite ein. Und nach 2 tagen ist das iPhone entsperrt.
    Oder funktioniert das doch nicht so einfach?

    http://tablethype.de/so-entkommt-ihr-der-android-factory-reset-protection/

    Das heißt, nach 72 Stunden hätte ich Zugriff. Oder ?

    ^...Deaktiviert man die Factory Reset Protection vor dem Reset nicht, gibt es natürlich auch hier Hilfe. Der einfachste Weg liegt darin, sich mit seinem Google-Account anzumelden und sich so als Besitzer des Gerätes zu authentifizieren. Hat man sein Google-Passwort allerdings vergessen und muss es zurücksetzen, hat man an dieser Stelle bereits ein gewaltiges Problem – sofern man für die nächsten 72 Stunden kein Ersatzgerät zur Hand hat. So lässt sich das Gerät mit dem neuen Passwort erst nach 72 Stunden aktivieren. Dies soll dem Nutzer die Möglichkeit bieten, einem möglichen Dieb den Zugriff auf das Smartphone zu verwehren, auch wenn er das ursprüngliche Passwort zurücksetzen konnte. Eine Umgehung dieser 72-Stunden-Sperre gibt es nicht, auch für den Google Support nicht. Es bleibt einem auch als ehrlicher Nutzer nichts anderes übrig, als zu warten...^

    Gibt es eine 72 Stunden Sperre bei iOS ?

  4. 01.10.17 19:57 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    @echse
    wieso überrascht dich das ? dachtest du, dass nur Apple in der Lage ist seine Nutzer zu schützen?

    Die Dienste ähneln sich alle in ihrer Grundfunktion. Hier Samsungs Find my Mobile

    http://www.samsung.com/de/apps/find-my-mobile/


    "Komisch, dass immer nur Apple bei solchen Fällen in den Medien ist."
    wer würde sich für einen 300 Androiden interessieren? richtig niemand, Apple bringt mehr Clicks.

    "Das lässt die Vermutung zu, dass Diebe ( oder ^finder^) sich bei Android Smartphones sehr gut selber helfen können.
    Und wenn es nur das löschen des Smartphones ist. Was beim iPhone ja auch nicht geht.
    Das wiederum würde ein nicht all zu gutes Bild auf diese Funktion bei Google werfen."

    du kannst ja mal nach "bypass" Anleitungen googlen. Ich finde lediglich Anleitungen die für Android 5.0 funktionieren. Da war Android FRP aber auch noch ne beta

  5. 01.10.17 19:52 Echse (Handy Master)

    Chief

    Entsperren und löschen sind zwei paar Schuhe.
    In diesem konkreten Fall wollte der Mann ein entsperren vor Gericht erzwingen.
    Was natürlich Apple aus Datenschutzgründen nicht mitmacht.
    Selbst ich müsste für den Fall, dass ich meine Zugangsdaten vergesse, den Kaufbeleg vorlegen.
    Egal, ob jetzt von Apple oder Telekom etc.
    Wenn ein neuer Besitzer nichts vorweisen kann, wird nichts gelöscht oder entsperrt. Wenn überhaubt, dann auf kulanzbasis
    Es liegt im Ermessen Apples.
    Warum hat der Mann in diesem Fall nicht Antrag auf löschen durch Apple gestellt?
    Der Mann und Apple hätte durch entsperren vollen Zugriff auf die Daten. Komplettzugriff auf meine Daten hat nichtmal apple. Der Vorbesitzer wollte wohl keinen Zugriff auf Daten.
    Deshalb die Sperre.
    In dem Moment greift der Datenschutz. Und es ist vollkommen egal, wie lange ich der rechtmäßige, neue Eigentümer bin.
    Zum löschen habe ich ja auch schon die Fundbüros aus der Schweiz verlinkt.
    Man erwirbt nach x Monaten das Recht an der Fundsache. Wie man sie gefunden hat.
    Man kann auch mit Rechtsanwalt drohen. Wird nichts bringen.
    Ob man das gut findet oder schlecht ist egal.
    Man sollte eher daraus lernen, seinen Kaufbeleg gut aufzubewahren.
    Alle anderen ( Finder) haben Pech gehabt.

  6. 01.10.17 19:18 chief (Professional Handy Master)

    Ich frage mich auch warum du @Echse so auf diesem "Kaufvertrag" rumreitest.

    Der Finde hier in diesem Fall ist RECHTMÄßIGER Eigentümer. Er hat es im Fundbüro abgegeben, 6 Monate hat sich keiner dafür interessiert, also ist er Kraft Gesetzt neuer Eigentümer.

    Und geht es auch nicht darum, dass der neue Eigentümer (Finder) zugriff auf die Daten erhält/erhalten soll. Es geht darum, dass Apple das Gerät einfach komplett löscht, damit er es nutzen kann.

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