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StreamOn: Telekom muss Streaming-Option anpassen

Björn Brodersen 10.10.2017 - 12:05|0
StreamOn: Telekom muss Streaming-Option anpassen

Mobilfunkkunden mögen sich über das StreamOn-Angebot der Telekom freuen, weil sie Musik- und Videostreaming-Dienste wie Spotify oder Netflix ohne Blick auf das Datenvolumen nutzen können. Doch die Bundesnetzagentur bemängelt das derzeitige Angebot, Verbraucherschützer fordern gar ein Verbot.

Sängerin Lena Meyer-Landrut findet das StreamOn-Angebot der Telekom "mega geil", die Bundesnetzagentur nicht so. Nach Ansicht der Behörde verstößt die Tarifoption in einigen Punkten gegen die 2015 von der EU beschlossene Netzneutralität. Sie spricht sich gegen eine Verschlechterung der Übertragungsqualität auf 480p beim Videostreaming über bestimmte Dienste aus und pocht auf Einhaltung der EU-weiten Roaming-Vorschriften, wonach StreamOn Verbrauchern aus Deutschland mit Telekom-Vertrag StreamOn auch in anderen EU-Ländern genauso wie im Inland zur Verfügung stehen müsse. Dies hat die Regulierungsbehörde dem Mobilfunkbetreiber bereits am vergangenen Freitag mitgeteilt, berichtet "Der Spiegel".

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Das sogenannte "Zero Rating" fechtet die Bundesnetzagentur aber nicht an. Dieses Grundprinzip von StreamOn und vergleichbaren Diensten sieht beispielsweise vor, dass der durch ausgewählte Online-Dienste entstehende Traffic nicht auf das den Kunden zur Verfügung stehende Inklusiv-Datenvolumen angerechnet wird. Bei der Telekom bedeutet das konkret: Beim Streaming von Musik oder Videos über Spotify, Deezer oder Netflix müssen die Kunden nicht auf das dadurch anfallende Datenvolumen achten. Erst wenn das monatlich zur Verfügung stehende (Highspeed-) Datenvolumen durch andere Dienste aufgebraucht ist, reduziert die Telekom vorübergehend die Übertragungsrate in dem Zugang (bei Flatrates) oder schaltet ihn ab. Diese bevorzugte Behandlung lässt sich der Mobilfunker natürlich von Spotify, Deezer, Netflix & Co. bezahlen.

Verbraucherschützer fordern Verbot von StreamOn

"Mega geil", befindet Meyer-Landruth das Angebot der Telekom, weil sie "ohne Musik nicht kann und den ganzen Tag unterwegs hören kann". Da sich aber nicht alle Content-Anbieter die Vorzugsbehandlung leisten können oder wollen, befürchten Kritiker durch StreamOn und ähnliche Dienste von Mobilfunkprovidern eine Art Zwei-Klassen-Netz. Verbraucherschützer sorgen sich um eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Markt der Online-Dienste. Das wäre nicht nur zum Nachteil von Verbrauchern, sondern auch von auf Streaming-Plattformen angewiesenen Künstlern wie Meyer-Landruth, weil die großen Streaming-Anbieter mehr Marktmacht besäßen und ihnen die Preise diktieren könnten.

Während die Bundesnetzagentur nach mehrmonatiger Prüfung per se nichts gegen das "Zero Rating"-Modell hat, der Telekom aber Anpassungen am StreamOn-Angebot auferlegt, spricht sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) für ein komplettes Verbot der Tarifoption der Telekom aus, "um die Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher zu erhalten". "Ziel sollte es sein – wie in vielen anderen EU-Ländern längst Standard – grundsätzlich mehr Inklusivdatenvolumen für den monatlichen Grundpreis zu bekommen", sagt Klaus Müller, Vorstand des VZBV, zur Entscheidung der Bundesnetzagentur. Damit wäre dann auch Musikfans wie Meyer-Landruth geholfen.

Bundesnetzagentur prüft auch Vodafone Pass

Die Telekom hat jetzt knapp zwei Wochen Zeit, die von der Bundesnetzagentur kritisierten Mängel zu beseitigen. Ansonsten drohen Strafgelder oder sogar ein Verbot von StreamOn durch den Regulierer. Der Mobilfunkbetreiber hat bereits mitgeteilt, dass er die Einschätzung der Behörde nicht teilt. Die Bundesnetzagentur wird auch das Pass-Angebot von Vodafone entsprechend prüfen.

Mehr zum Thema: Mobilfunkbetreiber, Streaming

Quelle: Der Spiegel, VZBV

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