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Datenanalyse: OnePlus reagiert auf Kunden-Kritik

Björn Brodersen 14.10.2017 - 13:59|7
Datenanalyse: OnePlus reagiert auf Kunden-Kritik

Mehr Transparenz ist für OnePlus-Mitgründer Carl Pei die richtige Antwort auf die Kritik der Kunden an der Abfrage von sensiblen Daten ohne Einwilligung der Nutzer. Aber der Smartphone-Hersteller will künftig auch ein Opt-out anbieten und generell weniger Kundendaten sammeln.

OnePlus-Mitgründer Carl Pei hat erstmals auf die Kritik an der Übermittlung von sensiblen Nutzerdaten ohne Einverständniserklärung der Kunden reagiert. In einem Forumsbeitrag versichert er der Community, dass der chinesische Hersteller die Daten lediglich zu Analysezwecken sammle und nicht an andere Unternehmen oder Stellen weiterleite oder -verkaufe. Gleichzeitig kündigte er für Ende Oktober einen Set-up-Wizard für ältere Smartphone-Modelle von OnePlus an. Dieser soll bei der Einrichtung eines neuen Smartphones eine Einwilligung des Nutzers zur Teilnahme an dem sogenannten "User Experience"-Programm erfragen und nähere Informationen zur Datenanalyse durch OnePlus bereitstellen. Unter anderem können die Kunden künftig im Einstellungsmenü des "User Experience"-Programms überprüfen, welche Daten konkret von OnePlus ermittelt und zu Analysezwecken verwendet werden. Außerdem wird OnePlus nach Angabe von Pei ab sofort nicht mehr Telefonnummern, Mac-Adressen und WLAN-Informationen der Nutzer von OnePlus-Smartphones einsammeln.

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"Wir sammeln einige Analysedaten über das 'User Experience'-Programm, um das allgemeine Verhalten des Smartphones besser zu verstehen und um Oxygen OS für eine insgesamt bessere Benutzererfahrung zu optimieren", erläutert Pei. Und: "Wir sammeln einige Geräteinformationen, um nach dem Verkauf der Geräte besseren Support zu bieten." Wenn man an dem "User Experience"-Programm ausdrücklich nicht teilnehme, würden die zwei separaten Datenströme - also der über das Nutzungsverhalten und der mit den Geräteinformationen - nicht miteinander verknüpft. Heißt im Umkehrschluss: Ohne aktives Opt-out des Kunden ist dies der Fall. Bislang haben nur Nutzer eines OnePlus 5 die Möglichkeit, im Set-up-Wizard das Opt-out durchzuführen - Nutzer anderer OnePlus-Smartphones nicht.

Um Entschuldigung für das bisherige Sammeln von Geräteinformationen ohne Einwilligung der Kunden bittet der OnePlus-Manager nicht. Ein Fehlverhalten erkennt er nicht an, sondern bezeichnet den Vorgang als "branchenüblich" und gesteht lediglich einen Mangel an Transparenz beim eigenen Vorgehen ein. "Wir nehmen unsere Kunden - und ihre Daten-Privatsphäre - sehr ernst", schreibt er. "Bitte wisst, dass wir die Angelegnheit sehr ernst nehmen und proaktiv Schritte zur Verbesserung einleiten werden."

OnePlus-Kunden reicht die Reaktion von Carl Pei nicht

Peis Beitrag hat im Online-Forum auf der Website des Unternehmens eine seitenlange Debatte unter OnePlus-Kunden ausgelöst. Viele halten nicht nur Peis Beitrag, sondern auch die Reaktion des Herstellers für unzureichend. Manche wollen einsehen, welche Daten OnePlus von ihnen in welchem Umfang gespeichert hat, und fordern eine Möglichkeit, eine Löschung dieser Daten veranlassen zu können. In einem Antwort-Posting verspricht Pei, die von den Usern gelieferten Anregungen auf "systematischerer Weise" zu prüfen.

So können laut Car Pei Nutzer von mit Oxygen OS laufenden OnePlus-Smartphones aus dem "User Experience"-Programm aussteigen: "Einstellungen - Erweitert - Am User Experience Programm teilnehmen". Bei Überprüfung zeigt sich aber: Auf dem OnePlus X steht diese Option beispielsweise derzeit nicht bereit. Beim erneuten Einrichten eines auf den Werkszustand zurückgesetzten OnePlus X erscheint zwar ein Link auf die Nutzungsbedingungen mit dem Hinweis auf die Datenanalyse, aber keine Opt-out-Option.

Mehr zum Thema: Galaxy-Smartphone

Quelle: Carl Pei / OnePlus

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Kommentare
  1. 16.10.17 12:39 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    Vorteil an Android ist, dass ich immerhin die Wahl habe. Hängt aber natürlich auch stark vom OEM bzw dem konkreten Gerät ab.

  2. 16.10.17 08:44 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Nimmt sich doch alles nicht viel mittlerweile. Außer Jolla vielleicht. Apple und Google sammeln Daten und werten diese aus. Und sonst gibts nix mehr.

  3. 16.10.17 00:28 Marketinghoschi (Expert Handy Profi)

    Android. Damit sind meine Daten sicher.

  4. 15.10.17 22:27 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Tja. Wenn Android dann Replicant. Ist halt so. Wobei ich mir gerade ein Xperia X bestellt habe.

  5. 15.10.17 12:22 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @handyhacho:"Da ist sind doch eh die Google Services drauf, welchen Unterschied macht es wenn noch eine weitere Firma die Telemetriedaten verwertet und verkauft?"
    >>Der Unterschied ist, dass noch jemand Daten sammelt. Das macht schon einen Unterschied. Was OnePlus mit den Daten macht, ist des Weiteren völlig unbekannt. Wenn die die Daten direkt verkaufen, wäre das der nächste Unterschied rein hypothetisch.

    @Frankfurter:"wenn man das aber heimlich macht, ohne dass der Kunde dabei einen Zusatznutzen hat, dann geht das weiter als bloße Datensammelei. Das ist Spionage."
    >>Jede Wette, dass das in der EULA drinsteht, genau wie beim Samsung, LG, HTC, Apple, Google, Microsoft etc pp. Ein direkter Zusatznutzen ist dabei nicht garantiert und meistens auch schlicht nicht vorhanden, aber so lässt es sich auf jeden Fall nach außen hin besser verkaufen.

  6. 14.10.17 23:48 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    @handyhacho
    wenn man das aber heimlich macht, ohne dass der Kunde dabei einen Zusatznutzen hat, dann geht das weiter als bloße Datensammelei. Das ist Spionage.

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