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Greenpeace: Chinesische Smartphone-Hersteller Schlusslichter im Umwelt-Ranking

Björn Brodersen 17.10.2017 - 15:39|12
Greenpeace: Chinesische Smartphone-Hersteller Schlusslichter im Umwelt-Ranking

Chinesische Smartphone-Hersteller drängen bei den Marktanteilen nach Absatzvolumen an die Spitze, doch sie achten dabei wenig auf umweltschonende Ressourcen-Gewinnung und Produktionsverfahren. Als umweltfreundlichste Unternehmen der Branche zeichnet Greenpeace das ganz dem Fairness-Gedanken verschriebene niederländische Unternehmen Fairphone sowie den iPhone-Hersteller Apple aus.

Fairphone und Apple produzieren ihre Geräte vergleichsweise umweltfreundlich und geben offen Informationen zu den in der Fertigung und von Lieferanten verwendeten Chemikalien. Das ist das Ergebnis des aktuellen Ratgebers für umweltfreundliche Produkte von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation hat dafür 17 Smartphone-, Tablet- oder PC-Hersteller auf befragt sowie zusammen mit dem Reperaturdienstleister iFixit 40 Geräte auf ihre Umweltverträglichkeit untersucht. Zu den Bewertungskriterien des Greenpeace-Rankings gehören neben dem Einsatz sauberen Stroms auch die Fragen, inwiefern gefährliche Chemikalien bei der Herstellung zum Einsatz kommen, ob sich die verbauten Rohstoffe leicht recyceln lassen, und ob die Geräte leicht repariert werden können.

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Dafür lobt Greenpeace Apple und Fairphone

Fairphone und Apple stellen nach Angaben von Greenpeace als einzige der untersuchten Unternehmen Details zu Produkten und Dienstleistungen aller ihrer Lieferanten bereit. Apple ist dem Bericht zufolge das einzige Unternehmen, das sich für die gesamte Produktherstellung zu 100 Prozent erneuerbaren Energien verpflichtet hat. Außerdem sind die Produktlinien des iPhone-Herstellers (und die von Google) frei von umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien wie PVC, Weichmacher wie Phthalaten und Bromierte Flammschutzmittel (BFR), und das Unternehmen hat wie Microsoft eine Liste der in den Fabriken gar nicht oder nur eingeschränkt zu verwendenden Substanzen veröffentlicht. Fairphone verwendet zum Smartphone-Bau reryceltes Wolfram und stellt laut Greenpeace "als bemerkenswerte Ausnahme" reparier- und aufrüstbare Produkte her. Apple habe sich zumindest verpflichtet, zeitnah aus Recycling zurückgewonnenes Zinn, Aluminium und später andere Materialien zu benutzen.

Smartphone-Hersteller im Umwelt-Ranking 2017 | (c) Greenpeace
Diese besser bewerteten Smartphone-Hersteller | (c) Greenpeace
Smartphone-Hersteller im Umwelt-Ranking 2017 | (c) Greenpeace
Die schlechter bewerteten Smartphone-Hersteller | (c) Greenpeace

Greenpeace kritisiert dagegen den iPhone-Hersteller, weil er nach Ansicht der Umweltschützer wie Samsung und Microsoft mit der sogenannten geplanten Obsoleszenz arbeite, um mehr Geräte zu verkaufen. "Angesichts der Marktsättigung für ihre Geräte stellen viele Unternehmen nur Produkte her, deren Wartung oder Upgrade erschwert wird", heißt es im Test-Fazit.

Samsung dagegen lasse hauptsächlich in Ostasien produzieren, benutze dazu nahezu ausschließlich klimaschädlichen Kohlestrom und mache sich kaum Gedanken um die Reparierbarkeit der Galaxy-Smartphones. "Aus diesem Grund war die Brandgefahr der Galaxy-Note-7-Produktreihe auch so ein Debakel für das Unternehmen: Der fehleranfällige Akku ließ sich nicht ohne weiteres austauschen", meint Greenpeace. "Erst auf Druck von Greenpeace wurden in diesem Jahr die 4,3 Millionen zurückgerufenen Geräte wiederverwertet."

Chinesische Hersteller kommen bei Greenpeace nicht gut weg

Die chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei, Oppo, Vivo und Xiaomi, die derzeit zusammen mehr als ein Viertel des weltweiten Smartphone-Marktanteils belegen, sind den Umweltexperten dagegen durch mangelnde Transparenz und wenig Engagement im Bereich der Erneuerbaren Energien aufgefallen. Gerade Huawei hätte als Nummer Drei im Smartphone-Markt ein enormes Potenzial als möglicher Umweltführer. Von den Top-3 -Marken sei Huawei aber auch die einzige Marke, die nichts über Treibhausgasemissionen in der Lieferkette berichte.

Nach Auffassung von Greenpeace müssen Innovationen nicht um wenige Millimeter und mehr Megapixel definiert werden, sondern um ein ganz neues Produktdesign bestehend aus Erneuerbarer Energie, wiederverwendbaren Materialien und einem langlebigen Design, das sich leicht reparieren lässt. Ziel sei es, ein verlangsamtes, geschlossenes Kreislaufsystem in der Branche für Reparierbarkeit, Wiederverwendung und Recycling zu etablieren.

Mehr zum Thema: Smartphones, Smartphone-Markt

Quelle: Greenpeace (1), (2)

1. Die seit 2006 durchgeführte Produktanalyse von Greenpeace beruht zum größten Teil auf Aussagen der Unternehmen. Keine Antworten sind dabei schlechte Antworten - aber wer vieles richtig macht, muss auch nichts verbergen. 2. Leider taucht HMD Global als Lizenzinhaber der Marke Nokia (noch) nicht im Ranking auf. Nokia belegte in den ersten Jahren jeweils den ersten Platz im Umwelt-Ranking. Wo HMD heute wohl landen würde?

Persönlicher Kommentar von Björn Brodersen

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Kommentare
  1. 19.10.17 21:22 bocadillo (GURU)

    Naja .

    Da kommt jetzt aber wieder die Scheinheiligkeit des Konsumenten ins Spiel .

    Die Billigphones haben wenig mit nachhaltiger und fairer Produktion zu tun - eigentlich logisch ubd kann auch keinen wirklich wundern .

    Aber hey - sie bieten das beste PL Verhältnis im Gegensatz zu den Abzockerphones - und wenn man sich den Kauf eines Billigphones noch schöner reden will sagt man einfach „ die teuren machen auch nix ubd stecken das Geld nur selber ein bzw. Nutzen sie zum vertuschen .

    Verschwörungstheorien zum eigenen Nutzen sind immer gut !

  2. 19.10.17 18:20 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @chief: Ich wollte es nur nochmal etwas klarer sagen. Können tun sie es, aber es wird über Kurz oder Lang eben nicht gemacht, insofern passt der Konjunktiv vllt besser :p

  3. 18.10.17 15:36 chief (Professional Handy Master)

    @ibnam

    Bitte richtig lesen was ich geschrieben habe.

    "....verwendet werden KANN."

    Also genau genommen, dass was du noch mal geschrieben hast ;)

  4. 18.10.17 15:21 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @chief:"Grundsätzlich richtig. Aber bei einem teureren Produkt, ist mehr Geld im Spiel, was dafür verwendet werden kann. "
    >>*könnte. Die Wahrheit ist, dass angesichts der Gewinnmaximierung genau das über kurz oder lang unterlaufen wird - gerade bei börsennotierten Unternehmen. Umweltfreundlich wird ein Produkt unter diesen Bedinungen nur hergestellt, wenn es auch billiger ist oder die Laufzeit des Produkts dadurch verkürzt wird.

    Also zusammengefasst: Produkte werden in aller Regel gewinnfreundlich hergestellt und nicht umweltfreundlich.

  5. 18.10.17 10:51 nohtz (Professional Handy Master)

    "Hier in diesem Thread geht es allerdings um das Umweltranking der Smartphonehersteller."
    -->was nutzt es, wenn das telefon "vegan" zusammengeschraubt wurde, aber sämtliche komponenten von umweltsäuen hergestellt wurden?
    das ist dann genauso wenig "bio" wie es die herstellung von biosprit ist

  6. 18.10.17 10:25 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ MaK:
    "So viel schlechter können die billgen Smartphones gar nicht sein. In denen stecken ebenfalls hauptsächlich Komponenten namenhafter Hersteller die Gesetzte einhalten müssen. Natürlich gibt es aber wie überall Ausnahmen. "

    ==> Hier in diesem Thread geht es allerdings um das Umweltranking der Smartphonehersteller.

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