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iPhone X: Apple senkt angeblich Qualitätsstandards für Face ID

Björn Brodersen 25.10.2017 - 13:53|10
iPhone X: Apple senkt angeblich Qualitätsstandards für Face ID

Kurz vor dem Release des iPhone X mit neuen Features wie Face ID kämpft Apple offenbar mit erheblichen Produktionsproblemen. Um zum Release mehr Einheiten des neuen iPhone auf Lager zu haben, soll Cupertino jetzt die Qualitätsvorgaben für Auftragsfertiger des 3D-Sensors für die Gesichtserkennung aufgeweicht haben.

Apple steht unter Druck: Der Hersteller aus Cupertino wird zum anstehenden Release des iPhone X vergleichsweise wenig Einheiten des Smartphones auf Lager haben. Der in Apple-Angelegenheiten stets gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo geht von zwei Millionen bis drei Millionen fertig zusammengebauten Geräten zum Verkaufsstart am 3. November sowie von 25 Millionen bis 30 Millionen Einheiten für die Zeit bis zum Jahresende aus. Zur Einordnung: Im Weihnachtsquartal 2016 hatte Apple insgesamt 78 Millionen iPhone-Modelle verkauft, alle verschiedenen Modelle und Versionen zusammengerechnet.

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Es gibt ein weiteres Anzeichen dafür, dass bei der Produktion des iPhone X, das sich stark von allen bisherigen Smartphone-Modellen aus Cupertino unterscheidet, nicht alles nach Plan läuft. So soll der Auftragsfertiger Foxconn vor einem Monat an die 200 Arbeiter von einer Fertigungsstraße für das iPhone X abgezogen haben, weil sie nicht benötigt wurden - Apple konnte nicht ausreichend Bauteile bereitstellen, berichtet der Wirtschaftsdienst "Bloomberg".

Face ID auf dem iPhone X | (c) Apple/AM
Face ID auf dem iPhone X | (c) Apple/AM

Das Dilemma ist hausgemacht: Trotz neuer, komplizierter Technologien wie das Gesichtserkennungssystem Face ID, die den Fertigungsaufwand erhöhen, gewährte Apple den Auftragsfertigern wie üblich nur zwei Jahre Vorbereitungszeit. "Es ist ein aggressives Design und es ist ein aggressiver Fahrplan", zitiert "Bloomberg" einen nicht namentlich genannten Insider. Der ehrgeizige Zeitplan sei auch der Grund dafür, warum das iPhone X sechs Wochen später als das iPhone 8 (Plus) in den Verkauf starte.

Face ID: Apple senkt Qualitätsstandards für 3D-Sensor

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme will Apple dem Bericht zufolge die Produktion des iPhone X anschieben: Es billigt den Auftragsfertigern zu, die Gesichtserkennung mit geringerer Genauigkeit einzubauen, um den Fertigungsprozess zu vereinfachen und zu verschnellern. Das sollen mit der Situation vertraute Personen erzählt haben. Der für die Gesichtserkennung eingebaute 3D-Sensor des iPhone X sei die herausfordernste Komponente beim Zusammenbau des Geräts. Dieser umfasst einen Punktprojektor, eine Infrarotkamera sowie einen Infrarotbeleuchter, die im Zusammenspiel die dreidimensionale Gesichtserkennung zum Entsperren des iPhone ermöglichen. Wie das funktioniert, erläutern wir in unserem Hintergrundartikel zu Face ID.

Weil der Laser des Punktprojektors aus Galliumarsenid und die Linse aus Glas vergleichsweise leicht zerbrechlich sind und schon einige Mikrometer Ungenauigkeit die Funktionsfähigkeit von Face ID beeinträchtigen können, müssen die Arbeiter an den Fertigungsstraßen beim Einbau besonders hohe Präzision walten lassen, erläutern die Insider. Zeitweise seien nur 20 Prozent der von LG Innotek und Sharp gefertigten Punktprojektoren brauchbar gewesen, mittlerweile rund 50 Prozent, und LG Innotek lege erst jetzt nach der Mängelbeseitigung mit der Massensproduktion los, heißt es in dem Bericht.

Der von Apple wegen des Ausfalls von Finisar Corp. kurzfristig beauftragte Laser-Hersteller Sunnyvale arbeite noch daran, die Qualitätsstandards bis zum Ende dieses Monats zu erfüllen. Bis dahin liege für den Laser die Produktionslast bei Lumentum Holdings Inc. und II-VI Inc. Und mit Himax Technologies habe Apple einen zweiten Linsen-Lieferanten neben Heptagon herangeholt, um die Stückzahlen zu erhöhen.

Diese Woche beginnt der Vorverkauf des iPhone X

Inwieweit die berichteten geringeren Anforderungen von Apple an die Zulieferer die Funktionsweise von Face ID auf dem iPhone X beeinträchtigen bzw. inwieweit die Gesichtserkennung ungenauer arbeiten wird, klärt der Bericht von "Bloomberg" nicht. Anfang 2018 soll Apple die Probleme bei der Fertigung des 3D-Sensors behoben haben. Der Vorverkauf des iPhone X beginnt am kommenden Freitag, den 27. Oktober. Eine Woche später erfolgt der reguläre Release des Jubiläums-iPhone von Apple.

Mehr zum Thema: iPhone

Quelle: Bloomberg via Macrumors

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Kommentare
  1. 26.10.17 13:59 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    FALLS die Toleranz bei der Gesichtserkennung überhaupt erhöht wird, erwarte ich jedoch nicht, daß dies in einem Ausmaß geschehen wird, daß es möglich sein wird, den FaceID-Sensor mit einem Foto auszutricksen, wie es bei anderen Geräten geschehen ist.…
    Ich bin mir aber sicher, daß wir es bestimmt erfahren werden, sollte der FaceID_Sensor mal ausgetrickst werden.

    Bis dahin können wir uns also ganz entspannt zurücklehnen und Glühwein trinken … oder 'n Flens.… ;-)

  2. 26.10.17 13:44 Antiappler (Handy Profi)

    @Echse

    "1. wurde der Bloomberg Bericht von Apple schon dementiert"

    Klar, ist doch logisch, dass Apple das dementiert. Würde ich doch auch machen.

    Man kann doch so einen Bericht, wo es um solch wichtige Dinge geht, und vorher so eine Show drum gemacht hat, nicht einfach so stehen lassen.

  3. 26.10.17 12:13 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    "Die werden, wenn es Probleme gibt, einfach die Genauigkeit runterziehen und in Kauf nehmen, dass mehr False Positiv auftreten. Sprich: Im Zweifelsfall wird freigeschaltet. Wenn sich Apple zwischen Sicherheit (im Zweifelsfalls ablehnen, False negativ) und Bequemlichkeit (Im Zweifelsfall durchlassen, False positiv) entscheiden muss, dann ist es doch klar wohin die Reise geht."

    ==> Na, das wäre doch prima für Dich. Dann kannst du Dir ja Hoffnung machen, daß die FaceID des iPhone X entgegen Deiner befürchtung doch [Zitat:] "Im Dunkeln im Bett mit der halben Bettdecke vorm Gesicht" funktioniert.
    (http://www.areamobile.de/community/news/191193-iphone-8-und-galaxy-note-8-fingerabdrucksensor-im-display-stellt-apple-und-samsung-vor-probleme.html#post1459917)

  4. 26.10.17 11:32 Echse (Handy Master)

    Zander

    Genau das hat Apple doch dementiert.
    Wenn man die sicherheitsstandarts senkt, um damit ein flüssiges System zu gewährleisten, steigt ja auf der anderen Seite die Gefahr, dass Gesichter akzeptiert werden, die nicht dem entsprechenden Usern gehören.
    Damit wären wir dann nicht mehr bei 1:1000000.
    Sondern deutlich darunter.
    Gerade diese 1:1000000 hat Apple aber noch einmal ausdrücklich bestätigt

  5. 26.10.17 10:36 DerZander (Handy Profi)

    Apple wird einen Teufel tun, das System zickiger zu machen.

    Die werden, wenn es Probleme gibt, einfach die Genauigkeit runterziehen und in Kauf nehmen, dass mehr False Positiv auftreten. Sprich: Im Zweifelsfall wird freigeschaltet. Wenn sich Apple zwischen Sicherheit (im Zweifelsfalls ablehnen, False negativ) und Bequemlichkeit (Im Zweifelsfall durchlassen, False positiv) entscheiden muss, dann ist es doch klar wohin die Reise geht.

    Das System wird vermutlich immer noch sehr viel sicherer sein als die reine Kameraerkennung, die Android derzeit bietet. (und sich nicht mit einem Foto austricksen lassen.)

  6. 26.10.17 10:06 Echse (Handy Master)

    Antiappler

    1. wurde der Bloomberg Bericht von Apple schon dementiert

    2. ist ein senken der Genauigkeit von Face ID absolut unlogisch.
    Mag Apple noch so sehr unter Druck stehen. Face ID entscheidet, ob das iPhone X ein Erfolg wird oder nicht.
    Face ID ist damit existentiell wichtig. Nicht nur fürs x. Sondern hier wird entschieden, wie es auch nächstes Jahr weitergeht.
    Und gerade bei so einem alles entscheidenden Bauteil soll Apple die Toleranzen erhöhen und Genauigkeit verschlechtern?
    Nicht wirklich glaubhaft

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