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Google Pixel 2 XL: Eine schlechte Referenz für Android

Christopher Gabbert 26.10.2017 - 15:30|4
Google Pixel 2 XL: Eine schlechte Referenz für Android

Das Pixel 2 XL soll DAS Referenz-Smartphone für Android sein - Googles Gegenstück zum iPhone von Apple. Doch das neue Google-Smartphone wird diesem Anspruch aus mehreren Gründen nicht gerecht. Einer davon ist die mangelnde Qualität des Displays.

Noch bevor das Pixel 2 XL hierzulande überhaupt im freien Handel erhältlich ist, wird von allen Seiten Kritik am neuen Flaggschiff-Smartphone von Google laut. Neben Bugs wie einem hörbaren Klick-Ton aus den Lautsprechern, den Übersetzungsfehlern im Menü oder dem noch deaktivierten dedizierten Bild-Prozessor sorgt vor allem das Display des Geräts für Kritik. Auch wir stellten im Test des Pixel 2 XL fest, dass das verbaute P-OLED-Display aus mehreren Gründen das schlechteste eines in den vergangenen Jahren von uns getesteten Highend-Smartphones ist.

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Das wohl kleinste Problem, das sowohl auf das Pixel 2 als auch das Pixel 2 XL zutrifft, ist die flaue Farbdarstellung. Wer etwa Samsung-Smartphones mit AMOLED-Displaysbenutzt hat, wird von der Darstellung auf dem Google Phone enttäuscht sein. Die Farben wirken matt und leblos wie auf vielen LCD-Panels.

Google hat sich nach eigenen Angaben für eine natürlichere und akkurate Darstellung anstatt greller Farben wie auf AMOLED-Displays entschieden. Für Nutzer, die sich lebendigere Farben auf dem Gerät wünschen, hat der Hersteller zwar die Option "lebendige Farben" hinzugefügt. Allerdings zeigt sich bei aktivierter Einstellung der Unterschied nur auf Bildern.

Farbunterschied zwischen dem Pixel 2 XL (li) und dem Galaxy Note 8 (re) | (c) Areamobile
Farbunterschied zwischen dem Pixel 2 XL (li) und dem Galaxy Note 8 (re)

Die Farbdarstellung des Displays lässt sich über Software regulieren. App-Entwickler Carlos Lopez hat die Sache selbst in die Hand genommen und bietet mit Oreo Colorizer eine Anwendung, um das standardmäßig auf den sRGB-Farbraum gesetzte Display in den größeren DCI-P3-Farbraum zu zwingen. Google selbst hält sich noch die Möglichkeit offen, in Zukunft weitere Farboptionen über Software-Updates nachzuliefern, was unserer Meinung nach dringend erforderlich ist.

Drei Display-Probleme, die sich nicht so leicht beheben lassen

Nicht über Software-Anpassungen zu beheben sind drei weitere und teils deutlich größere Probleme des Pixel 2 XL. So zeigt sich selbst aus nur leicht schrägem Blickwinkel ein deutlicher Blaustich auf dem Bildschirm. Das erinnert an frühe AMOLED-Displays von Samsung und darf bei einem 940 Euro teuren Smartphone nicht vorkommen. Auch auf dem kleineren Pixel 2 kommt es zu dem Blaustich, wenn auchg weniger stark. Im Display-Vergleich mit Geräten wie dem Galaxy Note 8 oder dem Vorgänger Pixel (XL) bieten aber beide Modelle geringere Blickwinkelstabilität.

Google Pixel 2 XL | (c) Areamobile
Google Pixel 2 XL bei direktem Draufblick
Google Pixel 2 XL | (c) Areamobile
Aus schrägem Blickwinkel wird die Blaufärbung mehr als deutlich

Und noch ein weiteres Problem zeichnet sich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Display des Pixel 2 XL ab. Bei geringer Displayhelligkeit zeigt sich eine körnige Darstellung von einfarbigen Flächen oder gar musterartigen Strukturen in Form von Streifen. Das liegt voraussichtlich an dem Kunststoff-Substrat des P-OLED-Panels, das quasi durchscheint. Zwar ist dieses Phänomen nur bei genauer Betrachtung zu erkennen, doch wer es einmal gesehen hat, kann nicht mehr darüner hinwegsehen und empfindet es als störend.

Ein drittes Problem zeigte sich bei unserem Testgerät erst nach mehreren Tagen Nutzung: Die nahezu dauerhaft angezeigte Android-Navigationsleiste samt Buttons hat sich in das Display des Pixel 2 XL eingebrannt. Das sieht man immer dann, wenn Inhalte im Vollbild dargestellt werden, sowie überwiegend bei gräulichen Hintergründen.

Einbrenn-Effekt auf unserem Pixel 2 XL | (c) Areamobile
Nach nur zwei Wochen hat sich die Navigationsleiste ins Display eingebrannt

Diesen Effekt gibt es bei vielen OLED-Display nach langer Benutzung. Dass er beim neuen Google-Smartphone allerdings bereits nach zwei Wochen auftritt, deutet auf ein größeres Problem hin.

Pixel 2 XL: So wird das nichts, Google!

Am Ende bleibt es natürlich jedem selbst überlassen, ob die bislang bekannten Displayprobleme gegen einen Kauf des Google Pixel 2 XL sprechen oder nicht. Wir raten derzeit jedem vom Kauf des Pixel 2 XL ab. Zumindest solange, bis geklärt ist, ob die Display-Probleme nur auf eine Vorserien-Charge zurückzuführen oder auch auf den im November im Handel erscheinenden Einheiten auszumachen sind.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Google-Smartphones, Google Pixel

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Kommentare
  1. 27.10.17 11:49 Christopher Gabbert (areamobile.de)
    @tby

    In diesem Artikel geht es um das Display, da dieses einer unserer größten Kritikpunkte am Pixel 2 XL ist. Weitere findest du in unserem Test zu den beiden neuen Pixel-Smartphones.

    Die von dir genannte Kombination aus Fingerabdrucksensor, druckempfindlichem Rahmen und Google Assistant findest du auch beim mittlerweile deutlich günstigeren HTC U11. Zudem rechtfertigt das von dir genannte Einsatzszenario nicht alle anderen bislang und möglicherweise noch folgenden Probleme bei beiden Geräten.

    So lässt sich auch jedes andere Smartphone mit Fingerabdrucksensor auf der Rückseite beim Herausnehmen aus der Tasche direkt entsperren, mit dem kleinen Unterschied, dass nicht der Rahmen, sondern der Home-Button gedrückt werden muss.

    Deutlich smarter als alle anderen Smartphones auf dem Markt sind beide Geräte nicht, da viele der Software-Features nicht anstandslos funktionieren. Weitere Infos dazu gibt's im bereits erwähnten Test und unserem Porträt-Modus-Vergleich.

  2. 27.10.17 09:18 tby (Youngster)

    Ziemlich populistischer Artikel. Es geht ausschließlich ums Display des XL.

    Ich nutze das kleine Pixel als Geschäftshandy und will es nicht mehr missen.
    Mein Display ist aufgrund des Kontrasts immer noch um Welten besser als das LCD Displays eines Iphones. Hab beide Smartphones hier nebeneinander liegen.

    Doch das wahre Schmankerl neben der Kamera ist die Nutzung vom Google Assistant in Kombination mit dem Fingerabdruckscanner und der drucksensitiven Leiste.

    Keiner nutzt sein Handy effizienter als mit dieser Kombination. Ich kann in der Hosentasche noch das Handy entsperren, den Assistant öffnen und mit einem einzigen Satz eine SMS verfassen, Notizen aufnehmen, Apps öffnen, den Wecker stellen, eine Erinnerung aufnehmen oder einfach jemanden anrufen.

    Und es funktioniert.

    Klar, das Smartphone ist viel zu teuer und das Display von LG ist offenbar kacke.

    Aber dieses Smartphone ist smarter als alle andere auf dem Markt.

  3. 27.10.17 05:58 Premiumbernd (Newcomer)
    Also bei den Bilder des Pools

    scheint mir das Pixel näher an der Realität. Wer hat so blaues Wasser in seinem Pool? Wessen Gartenpflanzen sind derart grün, wie auf dem Note? Trotzdem gefallen mir die Farben, wenn auch unrealistisch, vom Note besser. Wurden beide Bilder mit der jeweiligen Kamera gemacht? Da kommt mir das Pixel doch ein wenig schärfer vor.

  4. 26.10.17 23:13 Handyverwurster (Advanced Member)
    Danke...

    ...ich sehe das genauso wir Ihr. Um ehrlich zu sein, ist das Pixel 2 eine unglaubliche Enttäuschung!

    Gerade von Google hätte ich einen derartigen Flop nicht erwartet.

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