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Motorola: Mühe mit Update auf Android 8 Oreo

Björn Brodersen 22.11.2017 - 17:36|7
Motorola: Mühe mit Update auf Android 8 Oreo

Bislang stand Motorola für zuverlässig schnelle Android-Updates. Doch bei der neuen Android-Version 8 Oreo sorgt das Unternehmen für Irritationen. Diese sind jedoch eher Ausdruck der Stärke der Lenovo-Marke als Anzeichen von Schwäche.

Stock-Android und zeitnahe Updates auf neue Betriebssystemversionen von Google - das zeichnete bislang Smartphones von Motorola aus. Doch auf die in diesem Herbst veröffentlichte Version 8 Oreo warten Nutzer von Motorola-Smartphones noch. Die Lenovo-Marke tut sich aus mehreren Gründen schwer mit dem Oreo-Update für die Modelle der Moto-Z- und der Moto-G5-Serie sowie - nachgeschoben - für das Moto G4 Plus: Einerseits ist das Support-Team von Motorola in den vergangenen zwei Jahren zahlenmäßig stark geschrumpft, andererseits stellt Google die Hardware-Partner mit Android 8 vor besondere Herausforderungen. Das erklärte David Yen, der Software-Chef von Motorola Mobility und der Lenovo Mobile Business Group, in einer Frage-und-Antwortrunde im Motorola-Hauptquartier in Chicago, an der auch Areamobile teilnahm.

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Schwierigkeiten bereitet Google den Smartphone-Herstellern vor allem durch das Project Treble. Dabei steht hinter diesem Projekt die Absicht des Plattformbetreibers, den Partnern künftig die Arbeit an Updates für neue Android-Versionen zu erleichtern und so für schnellere Releases neuer Software zu sorgen. Doch bevor der Update-Turbo greifen kann, müssen die Hersteller von Android-Smartphones erst einmal mit viel Aufwand die neuen Vorgaben umsetzen - auch wenn Google die Partner nur bei neu mit Oreo herauskommenden Modellen zur Trennung aller HALs (Hardware Abstraction Layer) von anderen anliegenden Komponenten zwingt und bei Oreo-Updates die Vorgaben weniger streng sind.

Technisch bedeutet Project Treble: Das Betriebssystem wird modularisiert, und ein standardisiertes Hersteller-Interface trennt die Software von Treibern und Hardware-bezogenem Code. Dadurch können Smartphone-Hersteller, die auf eigene Custom-ROMs und User Interfaces setzen, schon dann mit der Anpassung des Betriebssystems beginnen, wenn Chipsatz-Hersteller wie beispielsweise Qualcomm, Samsung oder Mediatek noch die neue Android-Distribution mit ihren SoCs abstimmen.

Zuvor konnten die Smartphone-Hersteller erst dann loslegen, wenn die Chipsatz-Hersteller ihre Arbeit erledigt hatten - das verlängerte häufig den Prozess bis zur Auslieferung einer neuen Android-Ausgabe.

Update-Prozess vor Android 8 Oreo

1. Chipsatz-Hersteller passen die neue Android-Version an ihre Hardware an.
2. OEMs verändern die Oberfläche der Android-Version und ergänzen diese mit eigenen Anwendungen und Funktionen.
3. Netzbetreiber testen das Update in ihren Mobilfunknetzen.
4. Roll-out des neuen Releases

Wie viele Mitarbeiter das Support-Team von Motorola derzeit bilden, sagt Yen nicht während des Gesprächs. Insgesamt hat jedoch Lenovo seit der Motorola-Übernahme im Jahr 2012 die Zahl der Angestellten der Traditionsmarke auf um die 500 reduziert. Der chinesische Konzern beschäftigt weltweit insgesamt über 50.000 Mitarbeiter.

Längst kein Stock-Android mehr auf Motorola-Smartphones

Mehr Aufwand betreiben muss Motorola auch, weil auf den neuen Moto-Smartphones längst nicht mehr pures Android läuft, sondern das Unternehmen die Geräte mit immer mehr eigenen Anwendungen versieht und die Benutzeroberfläche auch optisch verändert. Beispiel dafür sind etwa die sogenannten Moto Actions (mehr dazu lest ihr in unserem Testbericht zum Moto Z2 Play), das Always-on-Display und der Sprachassistent Moto Voice (Weckruf: "Show Me"), der alternativ zum Google Assistant ("Ok Google") oder - auf dem Moto X4 - zu Amazon Alexa genutzt werden kann.

Motorola wird für insgesamt 13 Smartphone-Modelle ein Update auf Android 8 Oreo bereitstellen. Wann die neue Firmware zum Download bereitsteht, gab das Unternehmen noch nicht bekannt. Im vergangenen Jahr hatte Motorola als einer der ersten Hersteller einen Update-Fahrplan für Android 7.0 Nougat veröffentlicht, die Zusagen aber teilweise erst sehr spät erfüllt.

Diese Moto-Modelle bekommen das Oreo-Update

Moto Z
Moto Z Play
Moto Z2 Play
Moto Z2 Force
Moto X4



Moto G5
Moto G5 Plus
Moto G5S
Moto G5S Plus
Moto G4 Plus



Hinweis: In der obigen Auflistung fehlen drei in Deutschland nicht angebotene Droid-Modelle.

Vertrauensbildende Maßnahmen von Motorola

Dass Motorola mehr Zeit für das anspruchsvolle Oreo-Update als für frühere Android-Aktualisierungen benötigt, sorgt bei einigen Kunden für Irritationen. Sollte es aber nicht: Vielmehr scheint der Umbau des Smartphone-Geschäfts von Lenovo abgeschlossen, und das Comeback der Moto-Smartphones bereits im Gange. Motorola ist die einzige Smartphone-Marke, mit der der Mutterkonzern künftig weltweit auftritt (Ausnahme: Online-Vertrieb in Indien), und mittlerweile schraubt das Unternehmen auch an der Benutzeroberfläche der Motos, um die eigenen Android-Smartphones durch das Benutzungserlebnis von denen anderer Hersteller abzuheben.

Dass Motorola auch künftig auf Transparenz und Zuverlässigkeit baut, zeigt sich an anderer Stelle: Der Hersteller verspricht eine über drei Moto-Z-Generationen reichende Kompatibilität der Moto Mods. Schon erhältliche Module wie die Hasselblad-Kamera werden daher auch an einem Moto Z3 (Play) funktionieren. Und demnächst oder im kommenden Jahr herauskommende Moto Mods wie der ansteckbare Polaroid-Printer werden sich auch an einem Moto Z (Play) der ersten Generation verwenden lassen.

[Update, 23. November 2017] Laut Androidpit beginnt Motorola jetzt in Braislien mit einem Betatest von Android 8 Oreo auf dem Moto Z und dem Moto Z2 Force.

Mehr zum Thema: Android-Update, Android-Smartphones, Smartphones, Android 8 Oreo

Unter den Eigenschaften, die sich Motorola unter der Markenstrategie selbst auferlegt, fehlt der Begriff Vertrauenswürdigkeit. Bislang hat Motorola transparent Update-Zusagen gemacht und auch zuverlässig eingehalten. Daran sollte das Unternehmen weiter festhalten. Die Kunden werden das zu schätzen wissen.

Persönlicher Kommentar von Björn Brodersen

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Kommentare
  1. 26.11.17 13:35 REhuus (Handy Profi)

    Ibnam,

    Ja, mal abwarten. Das mit den Updates und Sicherheitspatches ist ja eine ewige Geschichte...

    Und danke für den Link. Project Treble hatte ich gar nicht aufm Schirm.

  2. 25.11.17 11:32 Hunter (Handy Profi)

    Also zumindest beim Moto Z kann man sich nicht beschweren, bis zu Android 8 jetzt lief alles ganz hervorragend zügig. Hoffe beim Nokia 8 wird das jetzt auch so sein.

  3. 24.11.17 21:00 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @REhuus: Ich denke schon, dass gerade die ersten Modelle zumindest ihre 2,5 Jahre bekommen. Wenn nicht, dann verpufft der Werbe-Effekt sofort.

    Noch eine gute Nachricht bzgl Oreo: https://www.xda-developers.com/stock-android-oreo-huawei-mate-9-project-treble/

    Garantiert sind die Vorzüge von "Project Treble" aber nur bei Modelle die mit Oreo ausgeliefert werden und man muss noch etwas abwarten um definitive Schlussfolgerungen ziehen zu können.

  4. 23.11.17 10:56 REhuus (Handy Profi)

    Ibnam,

    verschrei das bitte nicht, ich habe seit kurzem ein Nokia 5 hier liegen ;)

    Bei Nokia muss man auch mal abwarten, ob die sich mit ihren vielen Modellen nicht verheddern.

    Ansonsten bleiben wohl nur die Pixel und Android-One -Geräte.

  5. 23.11.17 10:43 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @REhuus: Ich denke es wird bei Nokia genauso laufen. Man kann nur hoffen, dass Oreo insgesamt Besserung bringt ... aber das dann voraussichtlich nur auf Geräte die mit Oreo ausgeliefert wurden, also dürfte der Effekt sowieso auf sich warten lassen, so er denn eintritt.

  6. 23.11.17 08:49 REhuus (Handy Profi)

    Motorola stand mal eine kurze Zeit lang für eine gute Update-Politik. Ich bin ja gespannt, wie das bei Nokia laufen wird. Dort läuft es zwar bislang mit den Sicherheitspatches, aber Oreo lässt auch noch auf sich warten.

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