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Die "exorbitanten Gigabyte-Preise" bei deutschen Mobilfunkanbietern

Tobias Czullay 05.12.2017 - 13:15|6
Die

Finnische Marktforscher machen in einer aktuellen Studie deutlich, wie teuer das Datenvolumen in den hierzulande angebotenen Mobilfunktarifen wirklich ist – und geht hart mit den Providern ins Gericht. Hierzulande liegt der Durchschnittspreis pro Gigabyte im Schnitt 16 mal höher als in Finnland.

Zweimal im Jahr veröffentlicht das finnische Unternehmen Rewheel eine Untersuchung zu den in den 28 EU-Ländern und dem OECD-Wirtschaftsraum angebotenen Mobilfunktarifen. Den Schwerpunkt legen die Marktforscher in ihrem "Digital Fuel Monitor" auf das in den Verträgen inkludierte LTE-Datenvolumen, zuletzt veröffentlichten sie die Ergebnisse der Studie am 1. Dezember. Für deutsche Mobilfunkkunden wohl keine große Überraschung: Hierzulande ist das mobile Internet deutlich kostspieliger als bei den europäischen Nachbarn, ein Gigabyte kostet durchschnittlich 5 Euro. In Finnland liegt der Gigabyte-Preis bei nur 30 Cent, in Frankreich bei 80 Cent.

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Für die EU ermittelt Rewheel einen Durchschnittspreis von 2,40 Euro pro Gigabyte, für den OECD-Raum gelten 3,30 Euro. Weitere Ausreißer neben Deutschland sind die Industrieländer Japan, die USA, Kanada und Südkorea. Allen bescheinigen die Forscher "exorbitante Gigabyte-Preise", wobei sich Südkorea mit durchschnittlich 13,40 Euro pro Gigabyte deutlich an die Spitze setzt.

Durchschnittlicher Gigabyte-Preis | (c) research.rewheel.f i
Maximales Datenvolumen im Smartphone-Tarif für 30 Euro im Monat | (c) research.rewheel.f i
Durchschnittlicher Gigabyte-Preis | (c) research.rewheel.f i
Durchschnittlicher Gigabyte-Preis | (c) research.rewheel.f i

In einer weiteren Untersuchung hat sich Rewheel die Frage gestellt, wie viel Datenvolumen bestenfalls in einem LTE-Tarif enthalten ist, der mit monatlich 30 Euro zu Buche schlägt. Auch hier kann Deutschland nicht mit anderen Ländern mithalten, gerade einmal 15 GB erhalten Vertragskunden bestenfalls. In Großbritannien, Frankreich und Schweden werden für diese Monatsgebühren 100 GB Datenvolumen mitgeliefert, in Finnland, den baltischen Staaten oder Kroatien ist gar eine waschechte Flatrate ohne Begrenzung inkludiert.

Mehr Datenvolumen pro Monat - auch in Deutschland

Und es geht weiter bergauf. Die mobile Daten-Flatrate setzt sich in immer mehr Ländern durch, vor einem Jahr war nur in 15 der insgesamt 41 erfassten Nationen ein Tarif ohne Begrenzung im Programm, nun immerhin schon in 23 Ländern. Und auch der Durchschnittspreis je Gigabyte ist für den EU-Raum innerhalb eines halben Jahres von 3,40 Euro auf 2,40 Euro gesunken. In Deutschland sind es mittlerweile 15 GB, die für 30 Euro im Monat zu haben sind, im ersten Halbjahr 2017 waren es nur 6 GB.

Mehr zum Thema: Tarif

Quelle: Rewheel (PDF) via Teltarif

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Kommentare
  1. 07.12.17 12:43 cookieman (Professional Handy Master)

    @N73Willi
    Die finnische Regierung setzt den Fokus mehr auf den Breitbandausbau in Richung Glasfaser und Co. Es gibt zwar auch LTE in Finnland, allerdings sieht die finnische Regierung dies nicht DSL oder als Breitbandersatz an, nicht stabil genug.

    Die reine Datennutzung ist in den letzten Jahren immens angestiegen und die Netze müssen auf den Bedarf angepasst werden.... Du siehst eine Basisstation als fertiges Produkt vor deiner Nase.... aber welcher Aufwand und Kosten dahinterstecken, sieht keiner.

    Zum Beispiel ein Neubau einer Basisstation kostet inkl. erforderlicher Technik liegt im Bereich eines Einfamilienhauses mit Grundstück.

    Bestehende Stationen unterliegen Folgekosten.
    -Planungskosten
    -Wartungskosten
    -Inspektionskosten
    -Energiekosten
    -Umbau-/Erweiterung, Modernisierung
    -Kosten für STOB Bescheinigung
    bei Antennentausch- Umbau... usw.
    -evtl. Sanierungsmaßnahmen
    -Personalkosten

    Das Problem ist jeder will weniger für gleiche Leistungen bezahlen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Und wenn dann unter Personalreduzierung und/oder Outsourcing....

  2. 06.12.17 23:16 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    Für mich ist auch weiterhin entscheidend wie hoch die Geschwindigkeit nach dem Datenvolumen ist. Solange sie 64kbit/s ist, werde ich die billigste Flat nehmen, die es gibt.

  3. 06.12.17 13:46 M.a.K (Handy Master)

    Mit einer Drosselung (ausser O2 Free) ist das Internet unbenutzbar, einzig Textnachrichten lassen sich noch versenden.

    Allerdings hat sich in den letzten 2 Jahren für unsere Verhältnisse viel getan. Gab es 2015 noch 2GB mit Allnet-Flat für 15€ sind es heute schon 5GB oder sogar 10GB für 20€. Bejubeln sollte man das allerdings nicht, denn in anderen Ländern entwickeln sich die Tarife ebenfalls weiter.

    Da sich aber niemand für die Tarife im Ausland interessiert sind in Deutschland schon viele glücklich, wenn es nach einigen Jahren einige wenige GB mehr zum selben Preis gibt. So hält man den Kunden an der kurzen Leine und gibt ihm wirklich nur ein Minimum an GB mehr damit er wieder einen Vertrag abschließt und das Gefühl hat einen Schnapper gemacht zu haben.

    Und was die hohen Preise in Südkorea betrifft... Das Netz bei denen ist kein Vergleich zu unserem. Die sind eigentlich immer 2 Generationen weiter was den Ausbau neuer Technologien betrifft und das kostet natürlich mehr Geld.

  4. 06.12.17 08:45 N73Willi (Handy Profi)

    @Cookieman
    Ich würde eher das Gegenteil behaupten...Ich weiß zwar nicht wie gut das Netz in den ländlichen Regionen von Finnland ist - und davon gibt es dort viel... wenn man aber bedenkt, dass Deutschland kaum mehr Fläche als Finnland hat, dafür aber 231 Menschen pro Quadratkilometer und Finnland nur 16(!)...fdür deutsche Anbieter lässt sich also deutlich mehr rausholen bei gleicher quasi gleicher Fläche...ich kann mir nicht vorstellen, das das Netz in Finnland so viel schlecht als in deutschland, dass aufgrund der geringen Investions und Betriebskosten so günstige Verträge angeboten werden können...

    Das liegt viel mehr an der Gier deutscher Provider und da haben alle ihren Haken...ob meine Frau im O2-Netz, Sohn bei Vodafone oder ich bei der Telekom... hab letzten Monat mal aus Spaß in den letzten Minuten des Abrechnungszeitraums zwei Speedtests laufen lassen, damit ich mal die Drosselung erreiche und gucken kann wie das so ist - hab mich dabei kein Stück vom Fleck bewegt und hatte vollen LTE+ empfang... bei den Speedtest hatte ich so 78mbit down/ 31mbit up... mit Drosselung lies sich gar kein Speedtest machen, im Browser hatte ich einen Timeout wenn ich google aufrufen wollte und ne einfach Textnachricht bei Whatsapp dauerte auch 15sek. bis sie raus war... scheinbar wird man alsa gedrosselter Kunde ganz hinten angestellt, selbst wenn Bandbreite da ist wird die wohl außschließlich für die anderen freigehalten...so ist es nicht nutzbar - soll es wohl auch nicht sein, man soll ja schließlich was nachbuchen...

  5. 06.12.17 08:06 cookieman (Professional Handy Master)

    Naja wenn man bedenkt, in Finnland leben rund 5,5 Mio Menschen und in Deutschland ca. 83 Mio Menschen.... sind die Kosten zum Betreiben eines Netzes die Kosten in Deutschland anscheinend höher.

  6. 05.12.17 19:54 Hunter (Handy Profi)

    Ist ja was ganz neues...

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