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StreamOn-Streit: Telekom stellt sich stur

Björn Brodersen 15.12.2017 - 16:37|0
StreamOn-Streit: Telekom stellt sich stur

Nach Ansicht der Bundesnetzagentur verstößt die Telekom mit der StreamOn-Tarifoption gegen die Prinzipen des "Roam Like at Home" und der Netzneutralität. Die Telekom will aber vor Gericht für die bisherigen Konditionen streiten - ansonsten könne sie die Streaming-Option ihren Kunden nicht weiter kostenfrei anbieten.

Die Telekom verletzt mit ihrer Streaming-Tarifoption StreamOn die Bestimmungen der Roaming-Verordnung der EU und der Netzneutralität. Diese Ansicht vertritt die Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde in Bonn fordert den Mobilfunkbetreiber deshalb auf, das Streaming-Angebot umzugestalten. Das durch StreamOn in anderen EU-Ländern als Deutschland genutzte Datenvolumen darf den Telekom-Kunden nicht länger vom Inklusivvolumen ihres gebuchten MagentaMobil-Tarifs abgezogen werden. "StreamOn muss dem Roam-Like-At-Home-Prinzip entsprechen und Kunden muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen", erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Videodrossel verstoße gegen das Gebot der Gleichbehandlung des gesamten Datenverkehrs, das ein "Eckpfeiler der europäischen Regelungen zur Netzneutralität" sei. "Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen", so Homann weiter.

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Bei StreamOn rechnet die Telekom das von den Kunden verbrauchte Datenvolumen nicht auf den monatlichen Highspeed-Traffic der Kunden ang, wenn Audio- oder Videodienste von den Content-Partnern des Mobilfunkbetreibers genutzt werden. In den Tarifen Tarifen MagentaMobil L, MagentaMobil L Plus, MagentaMobil L Premium und MagentaMobil L Plus Premium reduziert die Telekom jedoch beim Videostreaming die Datenübertragungsrate, so dass die die Nutzer die Filme nur in SD-Qualität empfangen. Für diese Bandbreiten-Beschränkung liegt nach Ansicht der Bundesnetzagentur kein objektiv technischer Grund vor, da Videodienste keine Drosselung erforderten. Auch stelle die Leistungsfähigkeit eines individuellen Netzes nach den geltenden Vorschriften keinen Grund für die Beschränkung der Datenübertragungsrate bei datenintensiven Verkehren dar.

Bereits Anfang Oktober hatte die Bundesnetzagentur die Verstöße gegen die Roaming- bzw. Netzneutralitätsvorgaben gemäß § 126 Abs. 1 TKG moniert und die Telekom zur Stellungnahme und zur Überarbeitung des StreamOn-Angebots aufgefordert. Die Telekom hat nach Darstellung der Behörde bis Ende März 2018 Zeit, die Nachbesserungen umzusetzen. Ansonsten drohe ein Zwangsgeld. Die Entscheidung sei allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Telekom legte inzwischen eine neue Version der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Content-Partner von StreamOn vor, die zum 1. März 2018 in Kraft treten sollen. Darin erlaubt der Mobilfunkbetreiber auch Privatpersonen und Streaming-Anbietern, die gleichzeitig eine Downloadfunktion anbieten, die Teilnahme an StreamOn als Partner. Einen diskriminierungsfreien Zugang für interessierte Content-Provider zu StreamOn hatte der Regulierer ebenfalls gefordert.

Telekom wehrt sich gegen Bescheid der Bundesnetzagentur

Die Telekom kündigte heute an, Widerspruch gegen den Bescheid der Bundesnetzagentur einzulegen und StreamOn gerichtlich überprüfen zu lassen. "Was der Regulierer verlangt, würde in letzter Konsequenz dazu führen, dass wir StreamOn nicht mehr kostenlos anbieten können", erklärt sie. "Wir sind überzeugt, dass die EU-Roaming-Verordnung auch nationale Tarife erlaubt und dass StreamOn als kostenloser Zusatzvertrag in Deutschland nicht EU-weit angeboten werden muss. StreamOn ist von vornherein als ein Angebot zur Nutzung im Inland konzipiert worden."

Ziel sei es, StreamOn weiter anbieten zu können. Für Kunden und Partner des Streaming-Angebots ändere sich zunächst nichts. Laut Telekom nutzen 700.000 Kunden des Konzerns die StreamOn-Tarifoption.

Mehr zum Thema: Daten-Roaming, Mobilfunkbetreiber, Roaming, Streaming

Quelle: Bundesnetzagentur, Telekom

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