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Apple bestätigt: iPhone-Leistung hängt von Akku-Alter ab

Tobias Czullay 21.12.2017 - 09:36|42
Apple bestätigt: iPhone-Leistung hängt von Akku-Alter ab

Apple bestätigt in einer Stellungnahme, dass die Leistung bestimmter iPhone-Modelle reduziert wird, wenn der Akku schon stark abgenutzt wurde. Dabei handelt es sich um ein Feature von iOS, das künftig auch auf weitere Geräte ausgeweitet werden soll.

Apple hat eingestanden, dass die Leistung des iPhone mit zunehmender Nutzung softwareseitig gedrosselt wird. Gegenüber TechCrunch erklärt das Unternehmen, dass es sich dabei um einen neuen Kontrollmechanismus für Akku und Prozessor handelt, der bereits im vergangenen Jahr für iPhone 6, iPhone 6S und iPhone SE eingeführt wurde und mit iOS 11.2 auch auf dem iPhone 7 Einzug erhalten hat. Apple begründet die Notwendigkeit dieses Energiemanagements damit, dass alte und abgenutzte Akkus nicht mehr so gut mit Leistungsspitzen der Prozessoren klar kommen und dadurch ein ungewollter Absturz des Geräts herbeigeführt werden kann. Künftig werden noch weitere Produkte mit dem "Feature" versehen, kündigt der Hersteller an.

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"Unser Ziel ist es, Nutzern die bestmögliche Erfahrung zu bieten, einschließlich der allgemeinen Performance und Maßnahmen, die zu einer längeren Lebenszeit führen. Lithium-Ionen-Akkus sind bei Kälte, niedrigem Ladestand oder zunehmendem Alter weniger imstande, bei Bedarf die geforderten Leistungsspitzen zu liefern, was dazu führen kann, dass die Geräte herunterfahren, um die Komponenten zu schützen.

Vergangenes Jahr haben wir ein Feature für iPhone 6, iPhone 6S und iPhone SE ausgeliefert, um plötzliche Spitzen auszugleichen wenn es erforderlich ist und damit das Gerät am unerwarteten Herunterfahren zu hindern. Wir haben dieses Feature mit iOS 11.2 auch auf das iPhone 7 ausgeweitet und planen, in Zukunft weitere Produkte zu unterstützen."

Die von mehreren iPhone-Nutzern dokumentierten Maßnahmen werden demnach nicht - wie von einigen Betroffenen vermutet - getroffen, um Besitzer eines älteren iPhone zum Kauf eines neuen zu bewegen, sie sollen das Gerät schützen. Wann genau das neue Energiemanagement greift und welchen Zustand ein Akku erreicht haben muss, erklärt Apple nicht. Tatsächlich lässt sich also die Leistung genannter iPhone-Modelle dadurch wieder steigern, indem ein neuer Akku verbaut wird.

Maßnahmen für mehr Transparenz

Auch wenn eine solche Schutzfunktion an sich lobenswert ist: Apple hätte dieses "Feature" auch ohne die Meldungen erboster Nutzer und bei der Auslieferung näher vorstellen und erklären müssen. Zudem gibt es in iOS keinen Hinweis darüber, ob das iPhone nun gedrosselt wird oder nicht. Eine Angabe zum Zustand des Akkus - beispielsweise vereinfacht nach der gemessenen Anzahl der Ladezyklen - oder ein Energie- oder Leistungsmodus würde hier Nutzern mehr Klarheit geben.

Weiterhin sollte Apple bei der Reparierbarkeit seiner iPhones ansetzen, denn bekanntlich lassen sich die Akkus im iPhone nicht ohne weiteres austauschen. Derzeit verlangt der Hersteller für den Einbau eines neuen Akkus 89 Euro - Kosten, die Nutzer mit dem Wunsch nach der bestmöglichen Leistung eigentlich noch auf den Kaufpreis aufschlagen müssten.

Mehr zum Thema: iPhone, Akku, iPhone-Akku, Smartphone, Apple-Smartphones

Quelle: TechCrunch

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Kommentare
  1. 28.12.17 14:16 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @nohtz: Der Design-Fehler wäre nicht unbedingt der SoC selber, sondern betrifft eher den Einsatz im Smartphone und kann auch auf dem Weg von der Batterie zum SoC liegen. Es ist also, sofern es nicht an der Akkuqualität liegt, gut möglich dass der SoC nicht für diesen Formfaktor geeignet ist, aber auch andere Erklärungen sind möglich, die aber allesamt Design-Fehler sind. Dass der SoC selbst einen Defekt hat, halte ich für eher unwahrscheinlich, da er ja bei Auslieferung funktioniert und bei Austausch der Batterie sich normal verhält. Dafür, dass man den SoC falsch einsetzt, kann der SoC wiederum nichts. Der beste in einem Smartphone ist er jetzt jedenfalls nicht mehr, weil wir ja jetzt wissen, dass es derzeit kein Smartphone gibt, dass nicht nach einer gewissen Arbeitszeit oder Belastungszeit des Akkus stark gedrosselt wird bzw werden muss.

    Wenn sich herausstellt, dass die Akkus Elektroschrott sind, dann müsste man die Bewertung ändern, aber auch dann bleibt die Überlegeneheit des SoC in bestimmten Bereichen (Smartphone->ST-Performance insbesondere) eher theoretischer Natur.

  2. 27.12.17 22:08 nohtz (Professional Handy Master)

    "weil der SoC ohne Frage weiterhin einer der besten auf dem Markt ist"
    -->nicht, wenn dort, wie du selber sagst, ein designfehler vorliegt

  3. 27.12.17 21:41 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Laborant:"Aber: An diesen Peaks sollte ein Update nichts ändern, da ein CPU Systemprozesse genau gleich handhabt, wie er Apps handhabt: Instruktion Lesen, Instruktion Decodieren, Speicherzugriff, Abarbeiten. Veränderte Software verändert daran nichts, ausser da wurde (zu ungunsten des Kunden) etwas an der Hardware-Konfiguration (CPU Voltage) geändert. Erst dann erreicht der CPU nämlich eine höhere elektrische Peak-Leistungsaufnahme."
    >>Natürlich führt ein Heruntertakten der CPU/GPU dazu, dass auch der Spitzenverbrauch sinkt. Das alleinige Verändern der Spannung wäre im Übrigen auch eher widersinnig, weil dies eher zu weiteren Stabilitätsproblemen führen würde; wenn aber nicht, dann wäre es nicht zum Nachteil des Kunden... dann wäre es aber auch merkwürdig, dass Apple dieses Limit nicht schon vorher ausgeschöpft hat (gerade bei mobilen SoCs wichtig).

    Es kann eben auch sein, dass der SoC von Anfang an auf Naht arbeitet und das selbst gute Akkus bei geringem Alter dann dazu führen, dass die geforderte Stromstärke nicht erreicht wird oder der SoC bei geringfügig geringen Spannungen bereits instabil wird (Design-Fehler). Der Akku ist zwar auch mein Favorit, aber es würde mich nicht überraschen, wenn der SoC das Hauptproblem in der Kombo ist. Zweifel am Akku kommen mir allerdings, weil die Akkus überdurchschnittlich schnell altern müssen um so einen Effekt bei konkurrierenden Smartphones zu erreichen.

    Was insbesondere traurig ist, ist die Tatsache, dass die ganzen tollen Benchmarks jetzt infrage gestellt werden müssen, weil sie offenbar nicht die dauerhafte verfügbare Leistung darstellen, sondern nur die Leistung bei Auslieferung. Schade deswegen, weil der SoC ohne Frage weiterhin einer der besten auf dem Markt ist, was (insbesondere ST-)Performance/Watt betrifft. Jetzt sieht es aber leider so aus als wäre er nicht für das iPhone und vllt sogar für Smartphones allgemein geeignet.

  4. 27.12.17 19:31 Gorki (Advanced Handy Master)

    @ Laborant, "Dass die CPU für den Akku schon nach wenigen Jahren runtergetaktet werden muss, spricht bei mir vor allem für ein schlechtes Batteriemanagement-System oder Akkus minderwertiger Qualität."

    So alt ist das iPhone 7 aber noch nicht, oder? :).

  5. 27.12.17 19:05 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ Jokerr:

    Wie jemand anderes meine Begründung dafür, warum ich Apples Maßnahme für sinnvoll halte (siehe #19), nun findet, ist mir eigentlich ziemlich wurscht.

  6. 27.12.17 16:10 Laborant (Expert Handy Profi)

    Interessant finde ich an dieser Stelle... Problematisch bei einem Akku sind Strom-Peaks. Ist die Akkuqualität schlecht (weil B-Ware, hohes alter oder schlechtes Batteriemanagementsystem) bricht die Akkuspannung zusammen, wenn zu viel Strom gezogen wird (hoher Innenwiderstand der Batterie).

    Aber: An diesen Peaks sollte ein Update nichts ändern, da ein CPU Systemprozesse genau gleich handhabt, wie er Apps handhabt: Instruktion Lesen, Instruktion Decodieren, Speicherzugriff, Abarbeiten. Veränderte Software verändert daran nichts, ausser da wurde (zu ungunsten des Kunden) etwas an der Hardware-Konfiguration (CPU Voltage) geändert. Erst dann erreicht der CPU nämlich eine höhere elektrische Peak-Leistungsaufnahme.

    Dass die CPU für den Akku schon nach wenigen Jahren runtergetaktet werden muss, spricht bei mir vor allem für ein schlechtes Batteriemanagement-System oder Akkus minderwertiger Qualität. Hätte Tesla mit solchen Problemen zu kämpfen, hätten sie heute schon Tausende wütende Kunden - und deren Akkus haben heftigere Belastungen.

    Schade, gerade von Apple hätte ich mehr erwartet... laufen meine Nokias und mein BlackBerry noch immer wie am ersten Tag.

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