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Netzneutralität: Verbraucherschützer fordern Verbot des Vodafone GigaPass

Christopher Gabbert 30.01.2018 - 16:14|2
Netzneutralität: Verbraucherschützer fordern Verbot des Vodafone GigaPass

Wie StreamOn von der Telekom verstößt auch der GigaPass von Vodafone gegen die Regeln der Netzneutralität. So lautet der Vorwurf des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der ein Verbot des Angebots fordert.

Die Tarifoption "Vodafone GigaPass" des Mobilfunkbetreibers Vodafone verstößt aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die Regeln der Netzneutralität. Daher fordert der Verband die Bundesnetzagentur (BNetzA) Vodafone dazu auf, den Tarifzusatz zu verbieten. Der GigaPass ermöglicht es Kunden je nach gebuchtem Pass, Anwendungen wie WhatsApp, Facebook, Instagram, Spotify oder Netflix ohne Anrechnung des Verbrauchs auf das gebuchte Datenvolumen im Mobilfunknetz zu nutzen.

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Nach Einschätzung des vzbv bringt ein solches Angebot für Verbraucherinnen und Verbraucher langfristig vor allem Nachteile. Firmen, die an einem solchen Programm des Mobilfunkanbieters teilnehmen wollen, müssen rechtliche und vor allem technische Vorgaben von Vodafone akzeptieren, was kleine Unternehmen sowie nicht-kommerzielle Initiativen und technische Innovationen behindern könnte. Außerdem sei das Angebot sehr intransparent gestaltet und beinhaltet einige Tücken, so die Verbraucherschützer.

"Die Koalitionäre sollten sich darauf verständigen, dass die BNetzA noch weitergehende Sanktionsmöglichkeiten für solche Zero Rating-Angebote erhält. Das europäische Recht bietet genug Spielraum", Lina Ehrig, Leiterin des Teams Digitales und Medien beim vzbv.

"Zero Rating-Angebote untergraben Verbraucherrechte. Denn sie können sich negativ auf Wahlfreiheit, Angebotsvielfalt und Informationsfreiheit der Nutzer auswirken", so Ehrig weiter, "Was Verbrauchern wirklich nutzen würde, wäre ein grundsätzlich größeres Inklusivdatenvolumen für den monatlichen Grundpreis. Das ist in anderen europäischen Ländern längst Standard."

Bundesnetzagentur hat keine Angst vorm Zwei-Klassen-Internet

Erst im Oktober vergangenen Jahres ging der vzbv gegen das "StreamOn"-Angebot der Deutschen Telekom vor. Auch hier können Kunden Musik- und Videostreaming-Dienste wie Spotify oder Netflix ohne den Verbrauch von Datenvolumen nutzen. Daraufhin hatte die Bundesnetzagentur die Verstöße gegen die Roaming- bzw. Netzneutralitätsvorgaben gemäß § 126 Abs. 1 TKG moniert und die Telekom zur Stellungnahme und der Überarbeitung des StreamOn-Angebots aufgefordert. Die Gefahr eines Zwei-Klassen-Internets sieht die BNetzA derweil nicht. Auch die Sorge der Verbraucherschützer, dass dies für eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Markt der Online-Dienste sorgen könnte, teilte die Bundesnetzagentur nicht.

Stattdessen untersagt die Agentur, dass durch die Nutzung von StreamOn im EU-Ausland das mit dem Tarif gebuchte Datenvolumen angegriffen wird und fordert einen diskriminierungsfreien Zugang für interessierte Content-Provider. Die Telekom kündigte an, Widerspruch gegen den Bescheid der Bundesnetzagentur einzulegen und StreamOn gerichtlich überprüfen zu lassen.

Mehr zum Thema: Mobilfunkbetreiber

Quelle: VZBV

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Kommentare
  1. 30.01.18 16:28 DerZander (Handy Profi)

    " Wie StreamOn von der Telekom verstößt auch der GigaPass von Vodafone gegen die Regeln der Netzneutralität."

    Danke liebe Verbraucherzentrale. ZeroRating verstößt gegen die Netzneutralität und ist langfristig für alle von Nachteil außer für die Provider.

    Ich sehe vor allem die Aushebelung des Wettbewerbs und die Benachteiligung neuer und kleinerer Anbieter als strukturelles Problem.

    Traurig ist, wie viele, wie auch bei StreamOn, darauf reinfallen, kurzfristig ein Leckerli zu bekommen (kostenloses Streaming) und damit die langfristigen Nachteile in Kauf nehmen.

    Ich vermute, die wenigsten der Nutzer durchblicken das Spiel der Provider hier und lassen sich gerne locken, weil sie den Gesamtzusammenhang eben nicht verstehen. Oder wie so oft ist es ihnen egal, solange man einen kurzfristigen Vorteil zu haben scheint.

  2. 30.01.18 16:28 DerZander (Handy Profi)

    " Wie StreamOn von der Telekom verstößt auch der GigaPass von Vodafone gegen die Regeln der Netzneutralität."

    Danke liebe Verbraucherzentrale. ZeroRating verstößt gegen die Netzneutralität und ist langfristig für alle von Nachteil außer für die Provider.

    Ich sehe vor allem die Aushebelung des Wettbewerbs und die Benachteiligung neuer und kleinerer Anbieter als strukturelles Problem.

    Traurig ist, wie viele, wie auch bei StreamOn, darauf reinfallen, kurzfristig ein Leckerli zu bekommen (kostenloses Streaming) und damit die langfristigen Nachteile in Kauf nehmen.

    Ich vermute, die wenigsten der Nutzer durchblicken das Spiel der Provider hier und lassen sich gerne locken, weil sie den Gesamtzusammenhang eben nicht verstehen. Oder wie so oft ist es ihnen egal, solange man einen kurzfristigen Vorteil zu haben scheint.

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