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Kein Moto Z3?: Motorola steckt in der Krise

Tobias Czullay 12.03.2018 - 14:55|6
Kein Moto Z3?: Motorola steckt in der Krise

Entlassung der halben Belegschaft, Moto Z am Ende und kein Moto X5 - die Hiobsbotschaften zu Motorola überschlugen sich in den vergangenen Tagen. Neue Berichte und eine Erklärung des Herstellers zeigen auf, wie es mit Motorola weiter gehen soll.

Motorola geht es offenbar auch unter dem Dach von Lenovo nicht gut. Rund vier Jahre nachdem das Mobilfunkurgestein von Google abgestoßen wurde entlässt Motorola einen großen Teil seiner in Chicago ansässigen Belegschaft. Während ein ehemaliger Mitarbeiter in einem Beitrag auf der Webseite TheLayoff schreibt, dass bis zum 6. April die Hälfte aller Angestellten auf der Straße sitzt, beschwichtigt der Hersteller in einer 9to5Google vorliegenden Erklärung in Reaktion auf die Berichte vom Wochenende. Danach sei der Stellenabbau Bestandteil eines schon Ende 2017 angekündigten Programms zur Ressourceneinsparung, das weniger als zwei Prozent der Belegschaft des Lenovo-Konzerns betreffen werde - er werde erst jetzt umgesetzt.

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Motorola betont, dass nicht der Hälfte der Mitarbeiter in Chicago gekündigt wurde. Details zur tatsächlichen Größenordnung der Entlassungswelle gibt das Unternehmen in der Richtigstellung aber auch nicht an. Eine dem Smartphone-Hersteller nahe Quelle verrät gegenüber 9to5Google, dass mindestens ein Drittel der Arbeiter gehen muss. Schon in den vergangenen Jahren wurden viele Stellen bei Motorola abgebaut, von einst 20.000 Mitarbeitern blieben nach der Google-Übernahme im Jahr 2012 nur 3.800, zuletzt waren es einige Hundert.

Moto-Z-Serie wird umgestaltet

Weiterhin äußert sich Motorola in einem Nebensatz zur Zukunft der Moto-Z-Serie, sie "werde fortgesetzt". Dieser Erklärung voraus gehen die Kommentare des verantwortlichen Entwicklers des Tastatur-Mods auf Indiegogo, der von einem "weitreichenden Einschnitt" im Modul-Team bei Motorola spricht. Die Kündigungen beträfen auch die Weiterarbeit an diesem Mod, weil ihn nicht an die OTA-Update-Server von Motorola koppeln könne. Auf die Frage eines Indiegogo-Mitglieds, ob die Moto-Z-Serie nach dem - von Motorola schon 2016 versprochenen - Moto Z3 einstellen würde, antwortet der Entwickler: "Um ehrlich zu sein sieht es sogar noch schlimmer aus."

Moto X4 | (c) Areamobile
Moto X4

Doch auch Android Police will von einem Insider erfahren haben, dass Motorola vorübergehend an den Mods festhält - wenn auch mit neuem Schwerpunkt. Statt wie bislang Module für bestimmte Nischen anzubieten werde sich das Unternehmen künftig auf solche Bauteile konzentrieren, die auch Geld abwerfen. In Deutschland bietet Motorola aktuell zwölf Mods zum Kauf an, in den USA sind es zwei mehr. Auf der CES 2018 hatte der Hersteller einen Vital-Mod vorgestellt, der oben erwähnte, schwarmfinanzierte Tastatur-Mod wird von einem Drittanbieter realisiert. Ein noch kommendes Ansteckmodul ist der Virtual Viewer Mod.

Moto X5 fällt aus

Nicht nur das Moto Z, auch das darüber hinausreichende Produktportfolio von Motorola steht vor weitreichenden Änderungen. So wird sich das Unternehmen laut den Informationen von Android Police künftig wieder auf die Moto E-, G- und Z-Serie konzentrieren. Damit fallen neben der im vergangenen Jahr gestarteten Low-End-Familie Moto C auch Nachfolger aus der Moto-X-Serie vorerst aus, ein Moto X5 wird es so schnell wohl nicht geben.

Das verwundert nicht: Das Moto X4 ist ein sehr hochwertiges Smartphone mit guter Hardware (zum Test), dürfte aber in der Produktion zu teuer sein und beim recht niedrig angesetzten Verkaufspreis nicht genügend Profit abwerfen. Außerdem kam das Moto X4 mit dem etwas teureren und sehr ähnlich ausgestatteten Moto Z2 Play ins Gehege. Zugunsten der Mods dürfte Motorola wohl künftig nur noch ein Smartphone aus der gehobenen Mittelklasse anbieten - ein Moto Z3 Play.

Interessant wird es sein, welche Geräte der Hersteller am Ende auch veröffentlichen wird. Im Januar sickerte eine umfangreiche Roadmap für 2018 durch, die nicht nur die wichtigsten Eckdaten, sondern auch Produktbilder aller geplanter Moto-Smartphones enthielt. Mit dabei waren hierbei neben zwei Moto-Z3-, drei Moto-G6- und einem Moto-E5-Vertreter auch ein Moto X5.

Mehr zum Thema: Smartphone-Markt

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Kommentare
  1. 13.03.18 15:28 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    "2% der globalen Belegschaft. Das sind bei 60000 Lenovo Mitarbeitern ca. 200 Mitarbeiter."

    ==> Ich weiß nicht, woher die "2% von 60.000" stammen, aber im Ergebnis sind das nicht 200 sondern 1.200 Menschen, die entlassen werden.

  2. 13.03.18 13:55 Gandalf (Expert Handy Profi)

    2% der globalen Belegschaft. Das sind bei 60000 Lenovo Mitarbeitern ca. 200 Mitarbeiter. Also das Ganze wird schon ordentlich aufgeheizt. Klar, traurig ist es trotzdem, jedoch muss man sich dem gnadenlosen Konkurrenzkampf mit der restlichen chinesischen Konkurrenz stellen. Und da hilft eben manchmal nur eine Kostenoptimierung.

    Schade auch um die X Serie. Das 4X war ein schönes und tolles Smartphone und die Moto Smartphones sind gute P/L Smartphones mit sehr guter Leistung.
    Ich hatte mich sehr auf das bereits geleakte X5 gefreut, aber im Prinzip verschwimmen die Grenzen zwischen der G und Z Serie immer mehr, eine Zwischenserie wie die X wird immer irrelevanter...man hätte es jedoch wie Nokia mit dem 7 Plus, als günstiges Flaggschiff vermarkten können.

  3. 13.03.18 09:20 mgutt (Newcomer)

    Kostenlose Tipps für Motorola:
    - weg mit der Boot-Animation (zumindest einstellbar)
    - wenn man einen Kamera Mod released, dann sollte der auch was taugen, wie wäre es mit MFT?
    - Akku Mods müssen alle Wireless Charging enthalten
    - das Wireless Charging Mod ist viel zu dick und rutschig (falls das bei den Akku Mods auch so ist, dann gute Nacht)
    - für jede Mod Version müssen passende Cases angeboten werden, denn da gibt es Null Auswahl
    - einstellbare Benachrichtigungen (ich muss nicht ständig wissen, dass ein Wireless Mod angeschlossen ist, das weiß ich auch so)
    - eine Fingerprint-Hometaste plus Softtasten die damit doppelt Platz wegnehmen, sind wohl das dämlichste was man jemals bei Smartphones einführen konnte.
    - Preise runter

    Und wenn man sich abheben will:
    - standardmäßig Dual SIM
    - standardmäßig reparierbarer Akku (ich sage nicht mal wechselbar)
    - High End Version mit Stift (Note Konkurrent)
    - Fingerprint nur auf Mods

  4. 12.03.18 16:10 nohtz (Professional Handy Master)

    Z, E und G bleiben wohl erstmal, das X muss gehen

  5. 12.03.18 15:57 Arminator (Advanced Handy Profi)

    motorola begraben und ein Lenovo p3 bauen bitte. Danke. =) Der akkulaufzeit von dem Teil trauer ich immernoch etwas hinterher.

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