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40-Megapixel-Kamera im Vergleichstest: Huawei P20 Pro gegen Nokia Lumia 1020 und Nokia 808 Pureview

Stefan Schomberg 06.04.2018 - 13:30|29
40-Megapixel-Kamera im Vergleichstest: Huawei P20 Pro gegen Nokia Lumia 1020 und Nokia 808 Pureview

Mit den Pureview-Kameras von Nokia Pureview 808 und Nokia Lumia 1020 ließen sich richtig tolle Fotos schießen. Aber können die 40-Megapixel-Kameras der alten Nokia-Smartphones mit der Triple-Cam des neuen Huawei P20 Pro mithalten? Wir haben den Vergleichstest gemacht.

Mehr ist besser - so schien früher das Motto für Smartphone-Kameras zu lauten. Nokia brachte im Jahr 2012 mit dem 808 Pureview mit Symbian S60 das erste Smartphone mit 40-Megapixel-Kamera auf den Markt und ließ ein Jahr später das unter Windows Phone laufende Lumia 1020 mit ebenso hoch auflösender Pureview-Kamera folgen, die im Vergleich eine größere Blende und einen optischen Bildstabilisator bietet. Durchsetzen im Markt konnten sich beide Kamera-Modelle nicht, denn wegen der verwendeten Betriebssysteme waren die Smartphones schon jeweils zum Zeitpunkt ihres Verkaufsstarts nur (noch) Nischenprodukte.

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Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight | (c) Areamobile
Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight - die Kamera sticht nicht nur aus der Masse heraus

An der Kamera-Technik an sich liegt das sicherlich nicht, denn rein aus dem Gedächtnis heraus machen beide Geräte überragende Bilder - zumindest für die damaligen Verhältnisse. Sechs Jahre später nimmt Huawei jetzt an der von Nokia und Carl Zeiss entwickelten Pureview-Kamera-Technologie ein Beispiel, denn das neue Smartphone-Modell P20 Pro hat ebenfalls eine bis zu 40 Megapixel auflösende Kamera an Bord.  Können die inzwischen mehr als ein halbes Jahrzehnt alten Nokia-Handys in puncto Kamera-Qualität dem Huawei P20 Pro mit Triple-Kamera das Wasser reichen? Und sind die "großen" Aufnahmen besser als Fotos, die beispielsweise mit Oversampling und weniger Megapixel angefertigt wurden? Wir haben im Kamera-Vergleichstest zahllose Bilder mit den drei 40-Megapixlern geknipst.

Vorbemerkung und Erster Eindruck

Einige Anmerkungen vorweg: Beide Nokia-Modelle können ihr Alter nicht verbergen, vor allem das Pureview 808 ist in die Jahre gekommen. Das beginnt beim knubbeligen Design mit dem kleinsten Display der drei Geräte und endet bei der Arbeitsgeschwindigkeit der Kamera. Größter Nachteil beim Fotografieren ist hier vor allem das Display: Auflösung und Darstellungsqualität lassen aus heutiger Sicht stark zu wünschen übrig - da wird ein ordentlicher Schnappschuss schon fast zur Glückssache, schließlich dient der Bildschirm des Smartphones als Sucher. Zudem arbeitet der Autofokus der Pureview-Kameras der beiden alten Nokia-Smartphones zwar nicht unbedingt quälend langsam, allerdings haut er vor allem beim 808 Pureview teilweise kräftig daneben - die betreffenden Fotos kann man dann in der Regel nur noch löschen.

Nokia Lumia 1020 Unboxing | (c) Areamobile
Highlight des Nokia Lumia 1020: die Kamera

Außerdem liefert die Kamera des Nokia 8080 Pureview die schlechtesten Ergebnisse bei abnehmendem Licht - das ist schon auf den ersten Blick auf die Aufnahmen zu sehen. Die Kamera des Nokia Lumia 1020 macht da noch den deutlich frischeren Eindruck, selbst wenn die Arbeitsgeschwindigkeit - auch die der Kamera - deutlich langsamer als die des neuen Huawei P20 Pro ist. Positiv: Die Pureview-Kamera des Lumia 1020 löst je nach Einstellung nicht nur mit 40 Megapixel, sondern auch gleichzeitig mit 5 Megapixel auf. Das kann die Leica-gebrandete Triple-Kamera des Huawei P20 Pro nicht. Für den Vergleich haben wir übrigens die KI-Funktion der Kamera deaktiviert. Die Künstliche Intelligenz aktiviert je nach Szene spezielle Modi, um etwa Wasser noch blauer, Gras noch grüner und Hintergründe auch im Automatikmodus mit künstlerischem Bokeh zu versehen.

Mehr Pixel für weniger Pixel

Mit deutlich größeren Bildsensoren bieten die Pureview-Kameras von Nokia 808 Pureview (1/1,2 Zoll, 41 Megapixel) und von Nokia Lumia 1020 (1/1,5 Zoll, 41 Megapixel) im Vergleich zur Triple-Kamera des Huawei P20 Pro (max. 1/1,73 Zoll, 40 Megapixel) deutlich größere Pixel: 1,4 µm beim 808 Pureview zu 1,12 µm beim Lumia 1020 zu 1 µm beim P20 Pro. Dagegen weisen die Kameras der älteren Nokia-Modelle kleinere Blendenöffnungen: Beim P20 Pro reicht diese im besten Fall biszu  f/1.6, beim 808 Pureview bis f/2.4 und beim Lumia 1020 bis f/2.2. Der Kamera des 808 Pureview fehlt zudem ein optischer Bildstabilisator.

Nokia 808 PureView Unboxing | (c) Areamobile
Seinerzeit das beste Kamera-Handy: Nokia 808 PureView

Technisch sind die vielen Megapixel des neuen Huawei P20 Pro wie schon beim Nokia 808 Pureview eigentlich nur Mittel zum Zweck: Dank Oversampling werden die Informationen mehrerer Pixel in einem Pixel mit besserer Qualität zusammengefasst, um etwa auf 10-Megapixel-Aufnahmen das Bildrauschen zu verringern.

Auf der zweiten Seite des Testberichts bewerten wir die mit den drei Smartphone-Kameras geschossenen Fotos.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Lumia, Kamera

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Kommentare
  1. heute 11:17 giuseppe failla
    Wann kommt endlich mal eine RICHTIG gute Smartphone-Kamera?

    Also, wenn man die richtigen manuellen Einstellungen tätigt, dann gehe ich jede Wette ein, dass ein Nokia 808 (von 2012) letztlich immer noch die besseren, zumindest aber keine schlechteren Fotos macht. Schließlich ist der Sensor doppelt so groß wie der Hauptsensor des P20 Pro, die einzelnen Pixel damit auch etwa doppelt so groß (bei jeweils ca. 40 MP).

    Nur die Automatik-Modi zu vergleichen, ist sinnfrei. Da hat sich unstreitbar viel getan. Auch wenn die Automatik immer mehr unerwünschte Artefakte in das Bild "zaubert", die man leider oft erst auf den zweiten Blick sieht. Je nach angedachtem Einsatzzweck kann man so manches Foto dann leider nur noch wegwerfen, auch wenn es auf den ersten Blick gut ausgesehen hat.

    Schon klar, dass bei 8mm Gehäusedicke oder noch weniger einfach kein größerer Sensor reinpasst. Aber mal ganz ehrlich: wer die Kamera wirklich als wichtigsten Punkt in einem Smartphone sieht oder gar am liebsten eine (halbwegs kompakte) Kamera mit Smartphone-Funktion hätte, der stört sich gewiss nicht an (gerade einmal) 2 cm Gehäusedicke. Das wäre ein bisschen dicker als das Nokia 808. Zum Vergleich: die beliebte Sony RX100 ist ca. 4 bzw. knapp über 4 cm dick, was (vor allem) zum einen der Zoom-Optik, zum anderen dem Klappbildschirm geschuldet ist. Eine Ricoh GRII ist nämlich nur 3,5 cm dick und das bei gleich 4x größerem APS-C Sensor (etwa 9x größer als der Hauptsensor des P20 Pro).

    Das Zauberwort lautet (gute, lichtstarke) Festbrennweite, dann sind selbst vergleichweise große Sensoren in sehr kompakten Gehäusen möglich. Kombiniert man das Ganze mit einer hohen nativen Auflösung (Pureview reloaded), dann kann man sich den optischen Zoom auch gleich sparen, mit dem Riesen Vorteil, dass man bei Weitwinkel die ganze Sensorgröße nutzen kann (während bei selber Gehäusetiefe bei optischem Zoom sonst nur ein viel kleinerer Sensor drin wäre).

    Es muss ja nicht gleich APS-C sein, bei einem Gerät, das sich anschickt ein Smartphone-Ersatz zu sein. Aber Micro 4/3 wäre gut drin, da sprechen wir dann von einem fast 3x größeren Sensor als der des Nokia 808, bzw. 5,5x größer als der Hauptsensor des P20 Pro (welcher schließlich seinerseits gemessen an heutigen Smartphones bereits vergleichweise groß ist), bei maximal 2,5 cm Gehäusedicke, wenn man alles richtig macht (schließlich bekommt Ricoh das etwa 1,7-fach größere APS-C in 3,5 cm Gehäusedicke unter, wenn man das mal linear runterrechnen würde, dann sollte MFT sogar irgendwie in ca. 2 cm Gehäusedicke unterzubringen sein).

    Der Hersteller, der das auf den Markt bringt, wird sich vor Interessenten nicht retten können - und sei es nur von Seiten der Kamera-Käufer, die eine Zweit- bzw. Immerdabei-Kamera suchen und ein separates Smartphone am liebsten zuhause lassen würden. Wenn die Bildqualität dann auch noch mit der beliebten Sony RX100 mithalten kann oder diese sogar schlägt (wieso eigentlich nicht, bei doppelt so großem Sensor, MFT vs. 1"), dürfte dem Erfolg nichts mehr im Weg stehen...

    Eine noch schlankere Ricoh GRII mit Smartphone-Funktion quasi, mit etwas kleinerem MFT-Sensor, hoher nativer Auflösung von >=40 MP... ich würde ja fast sagen 100 MP, dann ist man wieder bei derselben - nativen! - Pixelgröße wie beim Nokia 808 bzw. immerhin bei der doppelten Pixelgröße wie beim P20 Pro Hauptsensor und hätte bei 20 MP Endauflösung entweder knackscharfe, detaillierte Pixel und geringes Bildrauschen oder bis zu 5x "Digitalzoom", der jedoch einem optischen Zoom bei dann zwangsläufig kleinerem Sensor in nichts nachsteht! Gibt man sich mit 8 MP Endauflösung zufrieden (so wie beim P20 Pro bei Verwendung der Zoom-Linse oder wie beim Nokia 808), dann hätte man sogar 12,5x Zoom, bei (zumindest bei Tageslicht) ganz annehmbarer Qualität (siehe Nokia 808 und, bei Verwendung eines modernen Sensors jedenfalls besser als beim P20 Pro, siehe native Pixelgröße). Her mit so einem Teil! MFT Sensoren mit 100 MP wurden ja bereits vorgestellt, auch wenn diese eigentlich für Überwachungskameras gedacht sind.

  2. 16.04.18 19:31 giuseppe failla
    Davon abgesehen

    sind natürlich nur Fotos bei ähnlichen Belichtungszeiten vergleichbar, wenn ein Bild zu hell wurde liegt es schlichtweg daran und an der ISO.

  3. 16.04.18 19:28 giuseppe failla
    @Stefan Schomberg

    Ich kann einstecken, gar kein Problem. Aber wieso zeigst du mir/uns nicht erst einmal ein Bild vom P20 Pro bei Nacht (gerne bei ISO 50 und mit Stativ), das mit dem von mir gezeigten Foto bei derselben Detailauflösung zumindest mithalten kann?

    Bislang habe ich keines gesehen - aber vielleicht kannst du mich ja eines Besseren belehren?

    Übrigens hat es in dem Bild geschneit, nicht alles was nach Bildrauschen aussieht ist es auch ;)

  4. 16.04.18 13:26 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @giuseppe failla
    Warum wir im Automatikmodus verglichen haben, habe ich bereits erklärt und der Großteil der Leser kann die Erklärung nachvollziehen. Ich sehe auch wenig Sinn darin, Bilder mit gleichen Einstellungen wie von dir gefordert aufzunehmen - so ein Vergleich zeigt hinter nur, wie gut die Hardware und die Software (auch im manuellen Modus greift die Software bei aktuellen Smartphones dann immer noch kräftig ein) mit dieser einen Einstellung klarkommt. Was soll das Ergebnis dann sagen, außer "beim Pureview brauche ich ISO 800, beim XYZ wurde das Bild damit aber viel zu hell..."?

    Abgesehen davon: Mit stativ machen sowohl das P20 Pro, als auch das S9 Plus (und vermutlich sogar zumindest das iPhone X, aber auch das XZ2) MINDESTENS genau so gute Bilder wie das von dir verlinkte, ich wette sogar, deutlich bessere. Deins rauscht nämlich grausam, ist im Hintergrund ziemlich matschig und hat noch dazu ordentliche Bildfehler (zB bei farbigem Licht). Also wenn du deine Ausführungen unterstreichen möchtest, dann doch bitte auch mit einem Bild, dass alle von dir genannten (angeblichen) Vorteile des 808 Pureview auch zeigt ;)

    mfg

    PS: Nicht böse gemeint, aber wer austeilt, der muss auch einstecken können ;)

  5. 11.04.18 23:25 giuseppe failla
    Ok, sooo klein ist der P20 Pro Hauptsensor (Sony IMX 600) gar nicht...

    ... im direkten Vergleich mit anderen Smartphonesensoren zumindest. Und er dürfte mit 1/1,7 Zoll auch so ziemlich das Größte sein, das in einem so dünnen Gehäuse unterzubringen ist. Flatcams oder andere Fresnel-artige Technologien die (zukünftig evtl.) ohne klassisches Linsensystem auskommen einmal ausgenommen.

    Dennoch hat der Sensor des Nokia 808 genau die doppelte Fläche. Untenstehend ein Link. Und das ist immerhin ein größerer Sprung als von 1 Zoll zu MFT!

    https://img.newatlas.com/camera-sensor-size-12.jpg

    Wieso also nicht gleich für wahre Photoenthusiasten ein größerer Sensor neuester Generation und ein entsprechend dickeres Smartphone, in das dann praktischerweise auch gleich ein größerer Akku passt. Weil man den Kameramarkt (Superzoom Kameras und DSLR einmal ausgenommen) vor dem Untergang bewahren möchte...? Weil man tatsächlich der Meinung ist, ein Smartphone dicker als 10 oder 8 mm sei heutzutage unverkäuflich?

  6. 11.04.18 22:44 giuseppe failla
    @Gorki

    Mag ja sein. Ich sage gar nichts gegen bessere (automatische) Software, aber man sollte eben auch die Möglichkeit zu manuellen Einstellungen haben, eben weil so bestimmte Fotos erst möglich werden - und zwar genauso wie ich es möchte und nicht wie die "AI" denkt es nachbelichten oder einfärben zu müssen. Selbst dann, wenn sie die große Masse gar nicht nutzt und weiterhin auf die Automatik vertraut.

    Ergo sollten bei einem Vergleich (neben einem durchaus berechtigten Praxistest) der Bildqualität die manuellen Einstellungen genutzt werden, sonst kommt mitunter so ein Blödsinn raus wie bei dem areamobile.de "Test": einmal sei das P20 rauschärmer und dann doch wieder das Lumia 1020. Bei welcher ISO!? Einmal komme das P20 besser mit Gegenlicht zurecht, einmal das Lumia 1020... sorry, aber das ist doch nicht aussagekräftig!

    Da kann ich genauso gut in die Glaskugel schauen. Dass die Software in 6 Jahren Fortschritte gemacht hat, steht ausser Frage. Auch ist die Hardwareleistung für die Bildverarbeitung seitdem gestiegen. Ob ein winziger Sony-Sensor neuer Generation mit 40 Megapixeln mit dem immerhin 1/1,2 Zoll großen Sensor von Nokia mit 41,5 Megapixeln aus 2011/2012 mithalten kann oder diesen sogar toppt, beantwortet der Test leider in keinster Weise.

    Ich weiß, wie ich das Maximum aus dem Nokia 808 rauskitzeln kann und möchte das gerne auch weiterhin tun - vielleicht, ja vielleicht könnte ich mich mit so einem Gerät wie dem P20 eines Tages anfreunden. Wenn ich aber im direkten Vergleich mit dem Nokia 808 feststelle, dass das P20 diesem doch unterlegen ist (egal wie schön 90% der Fotos out of the box auch sein mögen), dann geht da Huawei postwendend wieder zurück!

    Dann kann ich nämlich gleich das Moto G4 für WhatsApp und Surfen behalten und das Nokia 808 weiterhin als Hauptgerät verwenden...

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