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Huawei P20 Pro: Alle drei Kameras wackeln

Matthias Zellmer 09.04.2018 - 13:43|8
Huawei P20 Pro: Alle drei Kameras wackeln

Nur eine der drei Kameras an der Rückseite des Huawei P20 Pro bietet eine optische Bildstabilisierung. Das sagt der Hersteller des Geräts. Warum wackeln dann aber im Teardown von iFixit alle drei Leica-Optiken im Huawei-Smartphone?

Vorder- und Rückseite des Huawei P20 Pro werden nicht von Schrauben zusammengehalten. Der Materialsandwich ist verklebt und muss daher unter Hitzebestrahlung geöffnet werden. Unter der Rückschale des Smartphones liegt unter anderem die von Huawei mit Leica entwickelte Triple-Kamera des Geräts. Diese besteht unter anderem aus einem RGB-Sensor mit 40-Megapixel-Auflösung, mit f/1.8-Blende, einem weiteren Farbsensor mit 8-Megapixel-Auflösung hinter einem 80-Millimeter-Teleobjektiv mit f/2.4-Blende sowie einem Monochrom-Sensor mit 20 Megapixel und f/1.6-Objektiv.

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Teardown: Die Kamera des Huawei P20 Pro

Nach Angaben von Huawei arbeitet nur die Telekamera mit einer optischen Bildstabilisierung. Bei den beiden anderen Kameras soll die neurale Einheit des Chipsatzes Kirin 970 Wackler ausgleichen. Die Reparaturexperten zeigen aber im Teardown, dass alle drei Kameras beweglich sind. Ob damit für alle Knipsen eine optische Bildstabilisierung zur Verfügung steht, können sie aber nicht klären. "Dennoch sieht das hier in unseren Augen stark nach OIS-Hardware aus - drei Mal OIS-Hardware, um genau zu sein. Verschweigt uns Huawei hier etwas?", schreiben sie im Teardown-Bericht.

Außerdem entdeckt iFixit beim Auseinandernehmen des Smartphones, dass die drei Kameras über nur zwei Anschlüsse mit dem Motherboard verbunden sind: Die 20-Megapixel- Monochrom- und 40-Megapixel-RGB-Kamera teilen sich einen Port, das 8-Megapixel-Teleobjektiv hat einen eigenen Anschluss. Und dass das Smartphone "viel und schnell fokussieren" kann: "Das P20 Pro hat vielleicht keine raffinierte Doppelblenden-Linse [wie das Samsung Galaxy S9 Plus, Anm. der Redaktion], dafür aber einen Laserfokus. Und einen Tiefenfokus. Und einen Phasenfokus. Und einen Kontrastfokus."

Huawei P20 Pro im Teardown | (c) iFixit
Huawei P20 Pro im Teardown | (c) iFixit
Huawei P20 Pro im Teardown | (c) iFixit
Huawei P20 Pro im Teardown | (c) iFixit

Die Bildstabilisierung ist nicht die einzige offene Frage, die sich hoffentlich in den kommenden Tagen oder Wochen klären wird. Auch ist bislang nicht bekannt, welches Unternehmen die Bildsensoren der Triple-Kamera baut.

Genauso schwer zu reparieren wie ein Samsung Galaxy S9

iFixit vergibt für das Huawei P20 Pro einen Reparierbarkeits-Score von 4 der möglichen 10 Punkte. Das 6,1 Zoll große OLED-Display mit einer Auflösung von 2.240 × 1.080 Pixel lasse sich vermutlich nur in den seltensten Fällen ohne Bruch ausbauen, der Zugriff auf den Akku sei sehr umständlich und dadurch zeitintensiv. Zum Vergleich: Das Google Pixel 2 XL erreichte 6 und das Samsung Galaxy S9 ebenfalls 4 Punkte.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone

Quelle: iFixit

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Kommentare
  1. 11.04.18 12:36 Klosterbruder (Youngster)

    Stefan: Bei der Huawei-Aussage wird vermutlich noch etwas fehlen ...

    Ich nehme an (und das bedeutet, dass ich eventuell vollkommenen Müll von mir gebe), dass alle drei Objektive OIS-fähig sind, Huawei die optische Stabilisierung aber nur bei einem Objektiv verwendet, OIS bei den beiden restlichen Objektiven lediglich zur Parallelausrichtung der optischen Achsen einsetzt.
    Das ergibt meiner Ansicht nach Sinn, da reiner OIS-Betrieb aller drei Objektive zwangsläufig zu Parallelitätsproblemen führen dürfte, da dann zwar stabilisiert würde, die optischen Achsen dabei aber abwichen.
    Damit wäre nicht viel gewonnen.

    Also nehme ich an, dass alle drei Objektive OIS beherrschen, OIS aber immer nur bei jeweils einem Objektiv genutzt wird, die OIS der restlichen beiden Objektive stets zur Korrektur der optischen Achse dient.

  2. 10.04.18 14:39 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Huawei spricht aber nach wie vor davon, nur im Teleobjektiv einen OIS zu verwenden.

    mfg

  3. 10.04.18 13:00 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    Wenn es OIS ist, also die mechanische Variante, dann ist es nicht besonders verwunderlich, dass es bei allen Auflösungen aktiv ist.

  4. 10.04.18 11:52 Klosterbruder (Youngster)

    Das nenne ich mal ein Rätselchen. ;)
    Erklärungsversuch (kann vollkommener Kappes sein): Wir haben drei Winzkameras, die alle drei auf exakt dieselbe Stelle ausgerichtet werden müssen. Sobald mechanische Abweichungen auftreten - z. B. durch Erwärmung -, muss die Ausrichtung der drei Kameras korrigiert werden, damit sie nicht schielen.
    Eventuell sind die Miniobjektive daher beweglich, damit man solche Korrekturen per Software ausführen kann.
    Das mag vielleicht auch die chromatische Aberration (Farbsäume) erklären, die an kontrastreichen Objekten auftritt; das kann am Linsenmaterial, aber auch an den Abstimmungsalgorithmen liegen.

    Wenn man das Ohr bei aktiver Kameraapp an die Kameras hält, hört man das typische OIS-Rauschen - leider lässt sich nicht feststellen, ob's von allen Objektiven erzeugt wird.
    Wenn ja, wundert mich schwer, warum es keine Bildstabilisierung bei 4K-Videos gibt - bei mechanischer Stabilisierung wäre das eigentlich kein Problem, weil's die Hardware ja hergeben müsste.

    Rätsel über Rätsel ... ;)

    Hoffen wir mal auf das laut Gerüchten bald kommende Kameraupdate - und dass nicht wie üblich alles noch schlimmer gemacht wird.

    Ach ja: SO wichtig ist der verbaute Sensor nicht. Bei den Winzlingen kommt's ganz extrem auf die Software an. Das konnte man vor Jahren beim Sony Z3 sehr UNschön beobachten. Da war natürlich auch ein MX verbaut, der in Smartphones anderer Hersteller richtig gute Bilder lieferte, bei Sony selbst aber den allerletzten Dreck (und das schreibe ich ganz bewusst so). DxOMark lobte diese Zumutung allerdings in den Himmel - da war schon klar, was von den Brüdern zu halten ist.
    Auch wenn ein "guter" Sensor in einem Gerät steckt, kann dennoch extrem unappetitlich angerührter Pixelbrei herauskommen.

    Es ist immer die Kombination aus Sensor, Optik und Software, die bei den schmalbrüstigen Smartphonekameras über Gedeih und Verderb entscheidet. Daher ist die Konzentration auf einzelne Komponenten ziemlich sinnlos.


    KORREKTUR: Anders als bei YouTube und bei anderen Quellen angegeben werden ALLE Videomodi stabilisiert, auch 4K, auch 1080p mit 60 Hertz.
    Hatte gestern noch ein YouTube-Vergleichsvideo gesehen, das zeigte, dass Videos nur bei 1080p bei 30 Hertz stabilisiert würden. Das stimmt nicht, alles wird stabilisiert. Ob nun digital oder mechanisch - für mich sieht's mechanisch aus.

  5. 09.04.18 23:02 AlfredENeumann (Advanced Handy Profi)

    Quelle:
    http://www.cnmo.com/news/633295.html

  6. 09.04.18 19:06 blueskyx (Advanced Member)

    Kenne dazu nur den Artikel von Notebookcheck:

    https://www.notebookcheck.com/Sony-im-Xperia-XZ2-Pro-wie-Huawei-P20-Pro-mit-40-MP-IMX600-Sensor.293260.0.html

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