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USA erteilt Verbot: Keine Qualcomm-Chips mehr für ZTE

Matthias Zellmer 17.04.2018 - 11:01|11
USA erteilt Verbot: Keine Qualcomm-Chips mehr für ZTE

Das US-Handelsministerium verhängt ein Exportverbot von Elektrotechnik an den Smartphone-Hersteller ZTE. Es gilt für sieben Jahre und dürfte zur Folge haben, dass in den Geräten von ZTE keine Snapdragon-Prozessoren mehr von Qualcomm stecken werden. Die genauen Auswirkungen sind aber noch nicht absehbar.

Der chinesische Smartphone-Hersteller ZTE wird es die nächsten sieben Jahre schwer haben. Das US-amerikanische Amt für Industrie und Sicherheit setzt nun das bereits im März 2017 angekündigte US-Exportverbot an die Zhongxing Telecommunications Equipment Corporation (ZTE) in Kraft, das die Ausfuhr bestimmter Elektrotechnik unterbindet. Damit dürfen theoretisch auch keine Prozessoren mehr vom kalifornischen Chiphersteller Qualcomm an ZTE ausgehändigt werden.

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ZTE verbaut beispielsweise im aktuellen Mittelklasse-Smartphone Blade V9 einen Snapdragon 450. Im 2016 erschienenen Topmodell Axon 7 steckt der damals aktuelle Highend-Prozessor Snapdragon 820 und auch für dessen Nachfolger, das Axon 9, wurde bislang ein leistungsstarker Qualcomm-Prozessor vermutet. Unklar ist wie ZTE nun weiter verfahren wird und ob das Exportverbot tatsächlich zur Folge hat, dass das Unternehmen künftig keine Snapdragon-Chips mehr einsetzen kann. Die Chipsätze werden von Qualcomm immerhin in China gefertigt. Als Alternativen kämen die Platinen von Mediatek infrage, auch Samsung verkauft die Exynos-Chipsätze in begrenzten Kapazitäten an andere Hersteller.

Sieben Jahre keine US-Waren für ZTE

Das Verkaufsverbot basiert auf einer Einigung, die bereits vergangenes Jahr zwischen der US-Regierung und ZTE geschlossen wurde. ZTE wurde überführt, während des gültigen US-Handelsembargos mit dem Iran und Nordkorea widerrechtlich Waren geliefert zu haben in denen auch US-Technik verbaut ist. ZTE war mit einer Strafzahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar einverstanden. Das siebenjährige Exportverbot an ZTE wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das BIS (Bureau of Industry and Security) ist nun zu der Überzeugung gelangt, dass ZTE gegenüber dem US-Handelsministerium Falschaussagen getätigt hat und setzt nun das US-Exportverbot in Kraft.

 

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Snapdragon, Samsung Exynos

Quelle: BIS via WinFuture

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Kommentare
  1. 18.04.18 14:53 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    Oh man ... warum fürchten sich die westlichen Regierungen bzw staatsnahen Institutionen vor Fakten? Es fehlt hier doch, was eigentlich die Grundlage dieser Warnung sein soll. Das zieht sich jetzt schon eine ganze Weile durch diese abrupten Handlungen der jeweiligen Parteien (USA, UK, BRD, Frankreich etc), die mehr nach Hexenjagd aussehen.

    Kleine Auswahl:
    Wahlmanipulation in den USA
    Giftgas-Angriff von Assad (zweimal und man vermeidet ganz bewusst eine Aufklärung)
    Verbot von Kaspersky bzw Warnung vor Kaspersky (warum? eine Anekdote gabs nachträglich, aber die hat weniger Kaspersky getroffen)
    Warnung vor ZTE ... wieder Mal ohne Darlegung der Beweggründe

  2. 18.04.18 08:43 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Danke für den Link. Nachdem ich den dem verlinkten Artikel zugrundeliegenden Erlaß im Originalwortlaut gelesen habe, kann ich auch dort nur erkennen, daß es um den "export from the United States" geht.

  3. 17.04.18 22:13 nohtz (Professional Handy Master)

    Es geht weniger um den "Export" aus den USA heraus.
    Sondern darum, dass QC eine US-firma ist

    https://www.notebookcheck.com/USA-vs-China-ZTE-Handys-Axon-Blade-ohne-Snapdragon-SoC-Google-Play-Store.299370.0.html

  4. 17.04.18 20:13 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ Elektroelch:

    Ich verstehe Deinen Einwand aber es geht um ein Verbot, die Qualcomm-Chips aus USA auszuführen (!!). Da die QC-CHips aber in CHina gefertigt werden und US-amerikanischen Boden nicht berühren, ist das Ausfuhrverbot m.M. nach wirkungslos.
    Was Du beschrieben hast, ist ein Verkaufsverbot. Ein solches wurde aber anscheinend nicht ausgesprochen.

  5. 17.04.18 15:51 jokerr (Member)

    @Elektroelch

    Fritz hat da schon Recht. Sonst würden zb in den USA gefertigte BMWs auch als Exporte gewertet werden. Werden sie aber nicht.

  6. 17.04.18 15:11 Elektroelch (Member)

    @Fritz_The_Cat
    "vom kalifornischen Chiphersteller Qualcomm"

    Somit ist es egal, wo die Teile gefertigt werden. Selbst wenn Qualcomm jetzt unter der Hand Chips an ZTE verkaufen würde, wenn das auffliegt würde Qualcomm ordentlich einen auf den Deckel bekommen. Und das Risiko werden sie sicherlich nicht eingehen.

    Unterm Strich können sie das auch nur machen, weil ZTE Chips von einem amerikanischen Hersteller kauft.
    Das wird nicht das einzige Unternehmen gewesen sein, das die Handelsembargos gegen den Iran und Nord Korea umgangen haben wird. Nur ist der Einfluss der Amerikaner auf chinesische Unternehmen in der Hinsicht eher gering.

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