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Ratgeber: Smartphone aus China bestellen - Händler, Zoll, Zahlung und Garantie

Sebastian Zelada 06.05.2018 - 12:00|1
Ratgeber: Smartphone aus China bestellen - Händler, Zoll, Zahlung und Garantie

Sie sind oftmals günstig und versprechen viel Leistung zum kleinen Preis: China-Smartphones. Doch bei der Bestellung eines Smartphones aus einem chinesischen Online-Shop drohen den Kunden versteckte Kosten und andere Fallstricke. Wir klären auf.

Gehen wir das Projekt China-Smartphone-Kauf der Reihe nach an. Das beginnt in unserem Fall aber nicht mit dem Kauf, sondern mit der Vorarbeit. Die größten Sorgen machen den meisten Interessierten wohl die Themen Zoll und Steuern. Der Zoll ist jedoch inzwischen kein Anlass zur Sorge mehr. Die Einfuhr ist völlig problemlos, solange keine Handys gekauft werden, die offensichtlich Klone bekannter Marken sind. Wir reden hier nicht von einem Xiaomi, welches möglicherweise Ähnlichkeiten mit einem iPhone aufweist, sondern von tatsächlichen Fakes. Hier ist fast schon garantiert, dass der Zoll diese einkassiert und zurücksendet.

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Wir empfehlen deshalb, immer bei großen Händlern zu kaufen, die sich auf China-Phones spezialisiert haben und in ihren FAQs ausführlich über den Prozess der Bestellung und allen Fragen rund um diese informieren. Ein wenig Recherche (auch auf unserer Webseite) lohnt sich im Vorfeld, denn einige No-Name-Marken, die über windige Händler verkauft werden, sind möglicherweise mit Spyware verseucht. Wir berichteten erst vor wenigen Wochen darüber. Auf der sicheren Seite befinden sich diejenigen, die auf namhafte chinesische Hersteller wie Meizu, Xiaomi, Huawei oder auch Oppo setzen. In Verbindung mit einem seriösen Händler kann hier nur noch wenig schiefgehen, einige versenden sogar direkt aus einem EU-Land.

Steuern und Versand

Zollkosten sind ebenfalls kein Faktor, denn auf Smartphones muss lediglich die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent aufgeschlagen werden. Die Steuer wird dann entweder bei der Abholung beim Zoll fällig oder, falls das Paket bis nach Hause geliefert wird, an der Haustür. DHL verlangt zusätzlich aber noch eine Kaptitalbereitstellungsprovision in Höhe von 2 Prozent, mindestens aber 12 Euro. Diese muss ebenfalls noch auf den Preis aufgeschlagen werden.

Die Ausgabe lohnt sich jedoch, denn der DHL-Express-Versand ist die schnellste und sicherste Methode, an das neue Handy zu kommen. Der Transport kostet 20 Euro (75 Euro mit Zollversicherung) und dauert lediglich zwei bis fünf Werktage. Bei anderen Methoden können bis zu vier Wochen und mehr ins Land streichen.

Zollversicherung

Die Zollversicherung ist eine Option, welche einige Händler anbieten und die in zwei Varianten existiert. Entweder übernimmt der Onlineshop die Einfuhr des Pakets und schickt sie direkt an den Endkunden. In diesem Fall steckt die Einfuhrumsatzsteuer bereits im Preis und es fällt keine weitere Zahlung an. Bei Gearbest ist diese Option unter dem Namen „Germany Express"-Versand gelistet. Es gibt jedoch auch andere Shops, bei denen sie unter anderem Namen wählbar ist. Bei Banggood heißt sie beispielsweise "Priority Direct Mail".
    Es gibt aber noch eine andere Variante der Zollversicherung, bei der die Kunden zunächst selbst die anfallenden Steuern zahlen. Nachdem diese abgegolten sind, erstattet sie der Onlineshop nach Einreichung der entsprechenden Rechnung zurück. Ein Foto vom Einfuhrbescheid oder der Rechnung vom Zollamt genügt. Dieses geht an den Händler, wonach er sie dem Kunden erstattet. Anbieter mit dieser Option sind beispielsweise Lightinthebox und Dealextreme. Unbedingt beachten: Die Kapitalbereitstellungsprovision des DHL-Express wird in den seltensten Fällen erstattet.

Garantie

Solange auf seriösen Seiten bestellt wird, besteht von Seiten des Verkäufers in den meisten Fällen Garantie. Deshalb hier auch nochmals der Hinweis, wirklich einen ordentlichen Shop auszuwählen. Die Reputation des Anbieters sollte nachvollziehbar und gut sein. Nur dann ist mit relativer Sicherheit davon auszugehen, dass bei Problemen auch wirklich angemessene Hilfe geleistet wird.

Wichtig zu wissen: In China gibt es maximal ein Jahr lang Garantie. Ein Gewährleistungsanspruch wie in Deutschland besteht jedoch nicht. Zu bedenken ist hierbei, dass bei selbstverschuldeten Beschädigungen wie Brüchen aufgrund von Stürzen auch in Deutschland kein Garantieanspruch geltend gemacht werden kann.

Bezahlmethode

Sollte das China Handy aus Deutschland oder Europa versendet oder die Transaktion über einen europäischen Partner abgewickelt werden, kann sich das möglicherweise in einem höheren Preis auswirken. Gleichzeitig steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass Paypal als Zahlungsmethode angeboten wird. Diese Möglichkeit sollte - sofern vorhanden - stets genutzt werden, da es der Käuferschutz von Paypal ermöglicht, im Falle eines Betruges das Geld zurückzufordern. Von Überweisungen sollten die Finger gelassen werden, denn diese kommen manchmal gar nicht erst an, wenn sie nach China gehen, und im Zweifelsfall ist es schwer, das überwiesene Geld wieder zurückzubekommen.

Ein seriöses Pendant zu Paypal ist der chinesische Service Alipay. Dieser verfügt ebenfalls über einen guten Käuferschutz, der sogar etwaige Versandkosten zurückerstattet. Wer ein Alipay-Konto hat, der kann dieses bedenkenlos nutzen. Als weitere Option stehr die Zahlung über Kreditkarte zur Auswahl. Alle anderen Alternativen scheiden als empfehlenswerte Zahlungswege aus.

Fazit

Letztlich bleibt beim Import eines China-Smartphones immer ein Restrisiko. Wer jedoch einen vertrauenswürdigen Händler wählt und bei der Zahlungs- und Versandmethode keine Experimente wagt, der hat wenig zu befürchten. Generell hat die Einfuhr von Smartphones jedoch viel von ihrem "Schrecken" verloren, denn seriöse Händler halten die Kosten und den Versandprozess transparent und bieten mit Paypal und DHL vertrauenswürdige Services an, die dafür sorgen, dass das Wunsch-Smartphone schnell und sicher in Deutschland ankommt. Wer jedoch zu viel sparen will und von dubiosen Anbietern bestellt oder aber kaum bekannte China-Klone kauft, der lebt mit dem Risiko, dem gezahlten Geld und dem erwarteten Telefon hinterherzutrauern.

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Kommentare
  1. 07.05.18 14:07 dragon-tmd (Advanced Member)

    1. "Zollversicherung" ist nichts offizielles, daher ist der Betrag von 75 Euro auch sinnfrei, weil unterschiedlich.
    2. "Germany Express" und diese ganzen Derivate ermöglichen Versand am Zoll vorbei, da wird NIX wirklich versteuert. In dem Zusammenhang lest euch mal die Aktionen vom Zoll durch.
    3. Die von euch gennaten Shops sind so seriös wie jeder ander auch. Mal getestet, was bei einem Defekt ist? Meine Erfahrungen mit Gearbest und Dealextreme (einmal Meizu, einmal Xiaomi): PECH gehabt. Der Rückversand ist zudem extrem teuer (da Akkus) und wird von den Shops fast IMMER als unversichertes Einschreiben verlangt. Selsbt wenne sankommt bekommt man selten Ersatz.

    Ich würde da eher tradingshenzen.com nennen.

    Importe von Smartphone mit einem Wert von >300 sind imho selten sinnvoll. Wertverfall ist extrem, Risiko shr hoch. Dann lieber bei einem dt. Händler bestellen, da findet man dann halt aber nur Xiaomis.

    Probleme mit Spyware, Firmware, Updates und Co (bei "No Names" sind da gar nicht erst berücksichtigt.

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