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Moto G6 mit Snapdragon 450: So gut ist der neue Mittelklasse-Chip

Stefan Schomberg 04.05.2018 - 12:07|3
Moto G6 mit Snapdragon 450: So gut ist der neue Mittelklasse-Chip

Gerade erst ist das schicke und günstige Motorola Moto G6 in den Handel gekommen, es trägt den Snapdragon 450 als Antrieb in sich. Aber reicht der auch für anspruchsvolle Aufgaben oder kommt er zu schnell an seine Grenzen? Wir haben uns den Snapdragon 450 im Moto G6 genau angeschaut.

Kernstück eines jeden Smartphones ist der Antrieb, also der Prozessor. Je nach Anbieter kommt er im Verbund mit Grafikeinheit und einigen weiteren Modulen, etwa zur Verbindung via LTE, als sogenannter SoC (Sytem on a Chip). Beim neuen Motorola Moto G6 setzt der Hersteller auf einen Snapdragon 450 von US-Chip-Hersteller Qualcomm. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des Snapdragon 435, er soll energieeffizienter und schneller sein und zudem einige neue Features bieten.

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Der Snapdragon 450 wurde im Gegensatz zur Vorgängergeneration nicht mehr in 28 Nanometer, sondern im moderneren 14-Nanometer-Verfahren gefertigt. Das bringt nach Angaben von Qualcomm im direkten Vergleich bis zu vier Stunden mehr Akkulaufzeit bei ansonsten gleicher Hardware, also spürbar bessere Energieeffizienz. Die verwendeten Prozessoren selbst sind dabei gleich geblieben, erneut kommen acht Cortex-A53-CPUs zum Einsatz. Deren Taktung liegt nun aber mit bis zu 1,8 statt bis zu 1,4 GHz etwa 25 Prozent höher als zuvor. Auch der Arbeitsspeicher ist nun höher auf 933 MHz getaktet.

Motorola Moto G6 | (c) Areamobile
Das neue Motorola Moto G6 verwendet einen Snapdragon 450 - reicht der?

Als Grafikeinheit setzt Qualcomm im Snapdragon 435 noch auf eine Adreno 505, der Nachfolger Snapdragon 450 verwendet eine Adreno 506. Der Hauptunterschied liegt auch hier nicht in der Bauart der GPU, sondern in der Taktfrequenz. Sie wurde in der Adreno 506 um 200 MHz auf 650 MHz angehoben, das entspricht einer Steigerung von rund 45 Prozent.

Die neuen Features des Snapdragon 450

Neben gesteigerter Energieeffizienz und höherer Geschwindigkeit hat der Snapdragon 450 auch einige neue Features mit an Bord, um auf moderne Smartphones befeuern zu können. So kann der neue Chip nun auch Displays im Format 18:9 antreiben, die Maximalauflösung liegt dabei bei 2.220 x 1.080 Pixel, also bei Full HD Plus. Eine Unterstützung für Displays mit mehr als 60 Hertz fehlt ebenso, wie die Möglichkeit, Videos mit mehr als Full HD aufzunehmen. Das klappt aber immerhin mit 60 Bildern pro Sekunde (FPS).

Qualcomm Snapdragon 845 | (c) Areamobile
Qualcomm Snapdragon - Power auf Daumennagel-Größe

Unterstützt werden des Weiteren Dual-Kameras mit bis zu 13 Megapixel pro Kameramodul und Effekte wie künstliches Bokeh. Außerdem versteht sich der Chipsatz nicht nur auf Fingerabdrucksensoren, sondern auch auf die Anbindung eines Iris-Scanners, fortschrittliche Biometrie-Funktionen erhalten damit Einzug in der Mittelklasse. Weitere neue Features sind USB 3.0, Quickcharge 3.0, Bluetooth 4.1, ac-WLAN und ein X9-Modem mit LTE-Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s (Cat. 6). Eine Anbindungsmöglichkeit von modernem UFS (Universal Flash Storage) fehlt weiterhin, stattdessen bleibt es bei eMMC.

In welchen Smartphones findet man den Snapdragon 450?

Die aufgezählten Möglichkeiten sind Optionen - letztendlich entscheiden die Hersteller der Smartphones, welche davon er in seinem Gerät auch tatsächlich unterstützen möchte. Derzeit gibt es nur eine Handvoll Smartphones, die den erst seit Anfang 2018 verfügbaren Chipsatz Snapdragon 450 tatsächlich verwenden. Neben dem bereits erwähnten Moto G6 sind das Honor 7C, ZTE Blade V9, Vivo Y85, Vivo V7 Plus und Xiaomi Redmi 5.

Der Snapdragon 450 im Alltag

Auf dem Papier liefert der Snapdragon 450 ordentliche Leistung, aber was bedeutet das für den Alltag? Hier bestätigt sich der Trend, der schon seit Jahren anhält: Die Mittelklasse kann alles, was auch Spitzengeräte können - und zwar weitestgehend ruckelfrei. Natürlich gibt es noch einen Unterschied, der fällt aber bei normaler Nutzung bestenfalls im direkten Vergleich auf. Da starten Apps dann noch etwas zügiger, der Fingerabdrucksensor reagiert noch schneller und selbst die anspruchsvollsten Spiele laufen immer flüssig. Für sich allein betrachtet rennt aber auch ein Moto G6 mit Snapdragon 450 richtig gut. Tatsächlich bemerkbare Wartezeiten bei App-Starts ohne direkten Vergleich zu einem 1.000-Smartphone gibt es nicht und selbst Spiele wie Asphalt 8, Vain Glory oder Real Racing 3 laufen auf hohen Grafik-Einstellungen absolut flüssig.


LG Q6 (Snapdragon 435)
Moto G6 (Snapdragon 450)
Samsung Galaxy J7 2017 (Exynos 7870)
Antutu
43.701 Punkte (alt), 52.796 Punkte (neu)
70.626 Punkte (neu)
47.179 Punkte (alt)
3DMark (Icestorm unlimited)
8.127 Punkte
12.683 Punkte
8.228 Punkte
GFXBench (T-Rex)
14 FPS
20 FPS
12 FPS
Geekbench 4
652 single, 2.158 multi
738 single, 3.865 multi
729 single, 3.664 multi

Die größten Unterschiede sind in Benchmarks zu sehen. Hier liegt der Snapdragon 450 in etwa auf dem Niveau eines Exynos 7870 von Samsung, hat aber durchgehend knapp die Nase vorn. Damit ist der Snapdragon 450 zwar weit von Highend-Boliden mit Snapdragon 845 entfernt, bewegt sich aber genau dort, wo er seiner Zuordnung nach sein sollte: im Mittelfeld.

Fazit zum Snapdragon 450 im Moto G6

Zusammengefasst gibt es kaum etwas, was im Alltag nicht von einem Snapdragon 450 bewerkstelligt werden könnte. Nur für das Schulhofquartett ist dieser Chipsatz nicht geeignet. Davon abgesehen gibt es aber abseits von Benchmarks kaum einen Grund, zu teureren Smartphones als dem Moto G6 von Motorola zu greifen, sofern es nur um den Chipsatz geht.

Mehr zum Thema: Snapdragon

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Kommentare
  1. 05.05.18 15:07 Arminator (Advanced Handy Profi)

    @firesign

    "Galaxy S7 auf das Galaxy S9"

    Vom Regen in die Traufe. Klar merkste bei der gammelsoftware nen unterschied beim prozessor.

    Bei nem ordentlichen OS merkste den Prozessor aber nur bei sehr cpu intensiven tasks wie komplexen websites. Einfache apps wie zum beispiel whatsapp hängen aber viel mehr mit der speichergeschwindigkeit zusammen als mit der cpu. Das gilt für viele Apps.

    Deswegen gibts viele midrange phones die für einfache tasks genauso gut sind wie flagships, weil die entscheidenden komponenten (speicher) meistens ähnlich schnell ist.

  2. 04.05.18 14:01 jannis1980 (Newcomer)

    Ich habe mir vor einigen Tagen das ZTE VBlade V9 geholt (das Drama mit ZTE lasse ich mal außen vor), und bin schon erstaunt wie flüssig alles mit diesem Prozessor läuft. Manchmal vergesse ich sogar, die Apps zu schließen, da alles ruckelfrei abläuft :) Auch scheint dieser Prozessor ziemlich energieeffizient zu sein, da ich locker damit durch den Tag komme.

  3. 04.05.18 13:49 Firesign (Youngster)

    Es mag ja sein, dass das Moto G6 ein gutes Smartphone ist, aber dass man die Geschwindigkeit im Alltag nicht bemerkt stimmt m. E. so nicht. Ich habe vom Galaxy S7 auf das Galaxy S9 upgegraded und man merkt einen sehr deutlichen Unterschied. Seiten im Browser öffnen sich viel schneller, Die Kamera ist schneller bereit und klar, die Apps starten schneller. Vor allem wenn das Smartphone mal einige GB an Daten und Apps drauf hat, das Betriebssystem schon einige Monate auf dem Buckel hat, dann sieht man die Unterschiede noch viel deutlicher, das heisst es gibt durchaus abgesehen von Benchmarks Gründe für ein High-End Smartphone. Für mich persönlich gibt es nichts schlimmeres als Wartezeit.

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