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ZTE in Existenznot: Smartphone-Fertigung eingestellt

Christopher Gabbert 11.05.2018 - 15:46|2
ZTE in Existenznot: Smartphone-Fertigung eingestellt

Die verhängten US-Sanktionen bringen den chinesischen Smartphone-Hersteller ZTE in arge Existenznot. Wie das Unternehmen mitteilt, mussten wichtige Geschäftsaktivitäten wie die Smartphone-Herstellung eingestellt werden.

Die von den USA verhängten Sanktionen gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller ZTE ziehen nun erste schwerwiegende Folgen nach sich: Wie das Unternehmen in einem Memo an die Börse in Hongkong mitteilt, werden große Teile wichtiger Geschäftsaktivitäten eingestellt. Dazu zählt auch die Smartphone-Produktion, da ZTE nicht mehr auf wichtige Komponenten US-amerikanischer Firmen wie Chiphersteller Qualcomm zugreifen kann.

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Somit würden Bloomberg zufolge die drei Hauptbereiche des Kerngeschäfts Netzwerkausrüstung, Elektronische Geräte und Firmenkundenanwendungen nicht mehr das notwendige Einkommen erzielen. Des Weiteren zitiert die Nachrichtenagentur eine interne E-Mail, in der Spitzenmanager von ZTE die kommenden 14 Tage als "kritisches Zeitfenster" für den Fortbestand des gesamten Unternehmens beschreiben. Derzeit werden dem Börsen-Memo zufolge enge Gespräche mit US-Regierungsbehörden geführt, um die Änderung oder Anpassung der verhängten Sanktionen zu bewirken und somit die derzeitige Lage wieder umzukehren.

Hilfe von MediaTek kommt zu spät

Bis die Gespräche Früchte tragen, schien es zuletzt so, als könnte MediaTek in der Zeit oder auch künftig ZTE unter die Arme greifen. Am Mittwoch hatte das taiwanische Wirtschaftsministerium dem Chiphersteller MediaTek die Erlaubnis erteilt, ZTE mit Chipsätzen versorgen zu dürfen. Doch was zunächst nach einer schnellen Rettung klingt, würde allerdings groß angelegte Umstrukturierungsmaßnahmen bei ZTE selbst und den angebundenen Zulieferern sowie Herstellungsfabriken bedeuten. Ob das Unternehmen ohne aktives Kerngeschäft den Betrieb aufrecht erhalten kann, ist eher fraglich.

Durch die wohl ebenfalls mit den Sanktionen verloren gehende Android-Lizenz fehlt es ZTE dann aber noch an einem Betriebssystem für Smartphones außerhalb Chinas. Hier könnte ZTE immer noch auf das Android Open Source Project ohne Google-Dienste zurückgreifen. Doch auch damit dürfte der Absatz in Europa und Nordamerika einstürzen. Das Nachrüsten der Dienste wäre für "Normal-User" wohl zu umständlich, als dass diese nicht einfach zu einem Smartphone der zahlreichen anderen Anbieter greifen. Das Import-Geschäft über sogenannte China-Shops mit Custom-ROMs wirft nicht genug Gewinne ab.

Sieben Jahre ohne US-Komponenten

Mitte April dieses Jahres hat das US-Handelsministerium ein Exportverbot über ZTE verhängt. Grund sind mehrere Handelsverstöße gegen die aktuelle Exportsperre, die über den Iran und Nordkorea verhängt wurden. Dort hin lieferte der Smartphone-Hersteller Waren, in denen auch US-Technik verbaut ist. Durch die Sperre muss ZTE nun sieben Jahre auf US-Komponenten verzichten, die essenziell für das Unternehmen sind. Wie Ars Technica berichtet, betrifft das rund 25 Prozent der notwendigen Bauteile.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Smartphone-Markt

Quelle: HKExnews, Bloomberg via Handelsblatt, Golem

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Kommentare
  1. 12.05.18 12:23 Gandalf (Expert Handy Profi)

    Das war's dann mal wieder komplett! Rest in peace, ZTE xD
    Vllt kauft ja einer die Design- & Patentabteilung auf. Lenovo evtl. für Motorola, oder Xiaomi/Huawei? ;-)

    Ich sag mal, auuuuuusschlaaaachteeeeen.

  2. 11.05.18 21:42 Oannes (Advanced Member)

    "Bätschi!"

    :-)

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