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Handyrechnung über 12.000 Euro nach Fährfahrt

Björn Brodersen 14.06.2018 - 09:25|1
Handyrechnung über 12.000 Euro nach Fährfahrt

Innerhalb der EU sind die Roaming-Aufschläge für die Handynutzung in den Mobilfunknetzen anderer Länder weggefallen. Das gilt aber nicht auf See, wie eine Familie nach einer Fährfahrt von Kiel nach Oslo erfahren musste. Ihr Sohn verursachte mit dem Smartphone eine Mobilfunkrechnung über 12.000 Euro.

Innerhalb der EU kostet die Smartphone-Nutzung seit gut einem Jahr genauso viel wie im Heimatland. Das hat die EU-Kommission durchgesetzt. Auf See fallen jedoch weiterhin hohe Roaming-Gebühren für die Handynutzung über Schiffsnetze an. Das hat jetzt eine Familie aus Berlin während einer Fährfahrt mit einem Schiff der Reederei Color Line von Kiel nach Oslo zu spüren bekommen. Sie erhielt vom Mobilfunkanbieter eine Handyrechnung über 12.000 Euro, nachdem der zwölfjährige Sohn beim Videostreaming 470 MB an Daten-Traffic erzeugte. Das berichtet NDR 1 Welle Nord. Zum Vergleich: Allnet-Flat-Tarife von deutschen Mobilfunkanbietern mit 1.000 MB Datenvolumen für schnellere Übertragungen über deutsche Mobilfunknetze gibt es für Preise ab unter 10 Euro im Monat.

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Der Mobilfunkanbieter Telenor realisiert das Schiffs-Handynetz über Satellitenverbindung. Alternativ stellt die Reederei auf der Fähre ein kostenpflichtiges, aber günstigeres WLAN als alternativen Internetzugang zur Verfügung. Der Mobilfunkanbieter hat dem Bericht zufolge die Handyrechnung für das Videostreaming auf dem Fährschiff auf 5.000 Euro gekürzt. Der Anwalt der betroffenen Familie hält diesen Betrag für sittenwidrig und versucht, dagegen vorzugehen.

Das raten Verbraucherschützer reisenden Smartphone-Nutzern

Smartphone-Nutzer sollten sich vor Antritt einer Schiffsfahrt über die anfallen Kosten für die Handynutzung an Bord informieren und möglichst einen WLAN-Zugang zum festen Pauschalpreis buchen. Die mobile Datenutzung, die automatische Netzeineahl und automatische Updates für Apps sollten besser ausgeschaltet sein. Ein Telefonat über das Schiffsnetz könne pro Minute drei bis sieben Euro kosten, ein Megabyte mobile Datennutzung bis zu 30 Euro, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch ankommende Gespräche kosteten hohe Gebühren. Der persönliche Mobilfunktarif oder das Roaming-Paket gelten auf dem Schiff nicht, ebenso wenig greife eine Kostenobergrenze für mobile Datenverbindungen.

Mehr zum Thema: Daten-Roaming, Mobilfunkbetreiber, Roaming

Quelle: NDR Online, Verbraucherzentrale

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Kommentare
  1. 14.06.18 12:48 Clint Eastwood (Newcomer)

    Sowas ist wie sonstiges Roaming zuvor einfach nur Abzocke. Auch Internet via Satellit ist inzwischen zuhause kaum noch teurer als herkömmliches DSL, wie kommen dann 12.000 Euro für nicht einmal 0,5 GB Daten zustande? Sittenwidrig ist da genau das richtig Wort!

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