Handys könnten möglicherweise für den Ausfall von GPS-Systemen verantwortlich gemacht werden. Dennoch telefonieren noch immer Passagiere während eines Fluges mobil.
Es bleibt wohl noch eine etwas längere Diskussion als gedacht: während sich nämlich der jüngste Trend dorthin entwickelte, dass Flugpassagiere schon bald sorglos mit dem Handy an Bord von Verkehrsflugzeugen telefonieren können, warnen Wissenschaflter der US-amerikanischen Carnegie Mellon Universität (CMU) nun vor der Benutzung von Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten an Bord eines Flugzeugs, vor allem während des Fluges. Das Störpotenzial solcher Geräte in Flugzeugen sei folglich größer als bisher angenommen. Besonders die Navigationsgeräte der Flugzeuge seien sehr störanfällig.
Dieser These liegt ein Praxistest zu Grunde, welcher durch die CMU-Forscher mit Zustimmung dreier Fluggesellschaften, der US-Flugaufsichtsbehörde FAA sowie der Transportation Security Administration durchgeführt wurde. So maßen die Forscher auf zahlreichen Flügen die elektromagnetischen Emissionen in den Kabinen. Das Ergebnis ist überraschend: Im Schnitt registrierte das in einer unauffälligen Tasche verstaute Mess-Equipment pro Flug bis zu vier Handytelefonate, die teilweise auch während der besonders kritischen Start- und Landphasen geführt wurden. Scheinbar wird hierbei das Verbot für die Verwendung von Handys während des Fluges mutwillig ignoriert.
Insgesamt erfassten die Wissenschaftler über einen Zeitraum von drei Monaten mehr als fünfzig Stunden lang Daten, die sie später analysierten, wobei die Störeinflüsse von Handys und PEDs (Portable Electronic Devices) auf im UKW-Bereich arbeitende Navigationssysteme wie das VOR (VHF-Omnidirectional Radio Range) und das Instrumenten-Landesystem sowie auf GPS-gestützte Avioniksysteme, die Frequenzen zwischen 1200 und 1600 MHz nutzen, die durch die Wissenschaftler um Bill Strauss als besonders kritisch bewertet wurden: "Anhand der Daten gehen wir davon aus, dass Mobiltelefone GPS-Instrumente bei Flugzeuglandungen unbrauchbar machen können." Grund für die Probleme seien vor allem mangelnde Absprachen zwischen der für die Zulassung von Kommunikationsgeräten in den USA zuständigen Federal Communications Commission (FCC) und der Flugaufsichtsbehörde FAA (Federal Aviation Administration). Konkrete Hinweise daruf, ob von Passagieren während des Fluges genutzte Elektronikgeräte für Abstürze in den vergangenen Jahren verantwortlich zu machen sind, haben die CMU-Forscher nicht – auf Basis statistischer Auswertungen errechneten sie jedoch, dass innerhalb der letzten 12 Jahre mindestens ein Verkehrsflugzeug wegen PED-Interferenzen verunglückt sein dürfte; Tendenz steigend.
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