Die übermorgen in Hannover startende CeBit wartet schon im Vorfeld mit einigen Innovationen in Sachen Mobilfunk auf, wobei sich vor allem sogenannte VoIP-Handys einen Namen machen, die sowohl Telefonieren über die GSM-Netze als auch über das Internet ermöglichen. Erst gestern berichteten wir über eines dieser Dual Mode-Handys des US-amerikanischen Herstellers UT-Starcom, welches auf der CeBit unter dem Namen GF200 vom Internettelefonieanbieter sipgate präsentiert werden soll.
Nun will auch der Hamburger Internetzugangsdienst freenet.de mit solch einem Mobiltelefon in den Mobilfunkmarkt einsteigen. "Wer Zugang zu einem lokalen Funknetz (WLAN) hat, kann mit den Handys über das Internet telefonieren. In Gebieten ohne WLAN bucht sich das Gerät ganz normal in das Mobilfunknetz ein", sagte Freenet-Chef Eckhard Spoerr. Das Angebot könnte im Mai starten, während das Gerät - wie wahrscheinlich eine Vielzahl anderer Dual Mode-Handys - bereits diese Woche auf der CeBit in Hannover vorgestellt wird. Die Handys werden vom finnischen Unternehmen Nokia sowie dem bereits erwähnten US-Unternehmen UT-Starcom hergestellt.
Die Mobiltelefone könnten über das Internet zum Beispiel auch auf stets aktuelle Adressdatenbanken oder Kalender zugreifen, hieß es weiter. Auch eine Kooperation mit Fon.com wäre laut freenet.de denkbar. Die Idee dieses spanischen Unternehmens ist, unter anderem über die gemeinsame Nutzung privater Anschlüsse flächendeckend einen drahtlosen Internet-Zugang aufzubauen. Der Suchmaschinen-Spezialist Google und der Internettelefonie-Anbieter Skype waren erst kürzlich als Kapitalgeber bei Fon eingestiegen.
Freenet.de startet mit dem geplanten Angebot bereits seinen zweiten Versuch im Mobilfunkmarkt. Ein vor einem Jahr angekündigtes ähnliches Gerät des französischen Herstellers Alcatel war nie auf den Markt gekommen. "T-Mobile und Vodafone haben damals Druck auf die Handyhersteller ausgeübt und den Markt blockiert", sagte Spoerr. Jetzt führten die beiden großen Netzbetreiber ihrerseits kombinierte Handys ein. "Innovationen kann man eben nicht dauerhaft verhindern", so Spoerr.
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