Für den Einsteiger- und Prepaid-Bereich hat Nokia drei neue Modelle vorgestellt, die jeweils für einen Preis von unter 100 Euro auf dem Markt erscheinen sollen. Als Absatzmarkt steht vermutlich der asiatische Raum im Vordergrund doch auch für Europäer sind die Geräte von Interesse.
Nokia nutzte ein aktuelles Experience-Event in Chongqin/China dazu, drei neue Handys vorzustellen. Im Hinblick auf das riesige Wachstumspotenzial und der damit einhergehenden Zweispaltung der Gesellschaften bemühen sich die Finnen um Understatement und bedienen zunächst den Niedrigpreissektor. Zwar können die Modelle 1112, 2310 und 2610 zwar nicht mit ihrer Ausstattung Punkte sammeln, wohl aber mit ihrem Design, das wie so oft bei Nokia mit kleinen Akzenten und experimentierfreudigen Tastaturaufbauten glänzt.
Das kleinste der Modelle, das Nokia 1112, folgt seinen Vorgängern 1100 und 1110, die auf der untersten Preisschiene fahren - und sich offensichtlich bestens unter die Leute bringen lassen: von der Lowend-Familie hat Nokia nach eigenen Angaben weltweit bereits über 100 Millionen Stück verkauft. Bei 80 Gramm Gewicht und bis zu 15 Tagen Standby-Ausdauer bzw. 5 Stunden Gesprächszeit eignet sich das 1112 vor allem zum Telefonieren. Trotz altbackenem Monochromdisplay mit 96x68 Pixeln Auflösung wartet das Gerät mit praktischen Features auf: eine sprechende Uhr liest die Zeit in verschiedenen landesspezifischen Sprachen vor, auch wenn keine SIM-Karte im Telefon steckt.
Das ist z.B. praktisch für Analphabeten, die sich in einer neuen, deutlich icon-lastigeren Menüführung noch besser zurechtfinden sollen als zuvor. Klingeltöne können als 20 stimmige polyphone MIDI-Dateien oder sogar im MP3-Format vorliegen. Nutzer, die erstmals ein Handy in den Händen halten, bekommen in einem Demo-Modus die wichtigsten Funktionen erklärt. Preislich wird das 1112 auch in Niedriglohnländern seine Käufer finden können: Nokia wird das Modell ab dem 2.Quartal 2006 weltweit für 45€ anbieten. Je nach Region bekommt man das 1112 als Dualmode-Gerät in den Frequenzen 900/1800 oder 850/1900.
Wer etwas stylischer unterwegs sein will und noch 20€ mehr für sein Handy übrig hat, dürfte sich eher für das Barrenmodell 2310 entscheiden, das die typische experimentelle Design-Handschrift der 2er-Serie trägt. Das einfache CSTN-Display mit 65.536 Farben und 96x68 Pixeln Auflösung fand man zuletzt z.B. beim 3510i, neu hingegen sind MP3-Klingeltöne und ein UKW-Radio, das sich über einen speziellen Knopf aktivieren lässt und dessen Client eine Visualisierungsfunktion für die Musik bietet. Abstriche muss man diesen Baureihen natürlich bei der PIM-Funktionalität machen. So lassen sich maximal 60 SMS-Nachrichten bzw. Kontakte im Telefon speichern, versehentlich gelöschte Nachrichten können eine Zeit lang noch via Undo-Funktion gerettet werden.
Bei der Bedienung der Menüs muss man bei 2310 und 1112 nicht auf Komfort verzichten: ein großer 4-Wege-Navkey und Softkeys führen durchs Menü. Die Zifferntasten sind leicht fühlbar voneinander abgesetzt. Allerdings dürfte sich das 2310 nicht weltweit durchsetzen können: als Lowend-Modell unterstützt es nur das GSM-Dualband mit 900/1800MHz, kann also z.B. auch in Deutschland betrieben werden.
Als "Flaggschiff" für sein Prepaid-Portfolio bezeichnet Nokia sein neues 2610, das ebenfalls in Candybar-Bauweise gefertigt wird und im spannenden, business-tauglichen Design mit großem Joystick-Bedienelement daherkommt. Teile des Gehäuses werden mit einem abriebsicheren Material überzogen, sodass das Handy auch den Alltag in von der westlichen Zivilisation abgelegenen Regionen überstehen kann. Als erstes Einsteigerphone verfügt dieses Handy über einen EMail-Client und einen WAP-Browser. Auch MMS und Soundnachrichten über Nokias XPress Audio Messaging-Dienst lassen sich mit dem 2610 austauschen.
Business-tauglicher als bei den beiden anderen Handys sind die PIM-Funktionen: das 2610 behält 300 Kontakte im Speicher und verfügt über einen Kalender mit Wochen- und Monatsansicht. Für 75€ bekommt man so ein alltagstaugliches Telefon geboten, das im Dualmode-Betrieb in 900/1800 oder 850/1900-Netzen funktioniert und ein verspiegeltes Display mit 65.536 Farben bietet. Unter dem erweiterten Funktionsumfang leidet lediglich die Akkuausdauer, die laut Hersteller trotz 970mAh starken Akku lediglich 4 Stunden Dauergespräch leistet.
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