Ein Großauftrag für die US-Bundesbehörde für Bevölkerungsstatistik gibt Microsofts Betriebssystem Windows Mobile 5.0 Auftrieb
Nach fast 4 Jahren unangefochtener Spitzenreiterei gibt's jetzt den ersten Donnerschlag für Research In Motion, den Hersteller der beliebten EMail-Pushlösung Blackberry. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg gestern meldete, vergab die US-amerikanische Bundesbehörde für Bevölkerungsstatistik einen Großauftrag an Microsoft über die Bereitstellung von 500.000 Endgeräten samt Bereitstellung der entsprechenden Push-Technologie. Bislang nutzten die Mitarbeiter der Behörde in erster Linie Blackberries. Windows Mobile soll bei der Behörde allerdings gar nicht als eierlegende Wollmilchsau zur Effizienzsteigerung der mobilen Mitarbeiter genutzt werden, sondern in erster Linie helfen, die Prozesse während der 2010 anstehenden Volkszählung zu vereinfachen.
Die Handhelds, die beim taiwanischen ODM-Hersteller HTC in Auftrag gegeben werden, sollen demnach weder in der Lage sein, EMails zu empfangen, noch Anrufe entgegenzunehmen. Details über die Kosten, die der Behörde durch den Umstieg entstehen oder Microsofts Umsatz durch den Deal gibt es bislang nicht.
Windows Mobile 5.0 ist in Kooperation mit Microsofts kostenlosem SP2-Upgrade für den Exchange-Server 2003 voll Push-fähig und synchronisiert automatisch EMails, Kontakte und Kalenderdaten zwischen Server und Endgerät. Der Vorteil der Microsoft-Lösung: sie lässt sich in homogenen Infrastrukturen typischerweise leichter implementieren als ein Blackberry Enterprise Server, da keine zusätzliche Software zwischen Firewall und Groupware geschaltet werden muss. Die Funktionalität von Windows Mobile 5.0-basierten Endgeräten übertrifft in der Regel ebenfalls die von Blackberries - obwohl RIM mit seinem Blackberry 8700 ein Modell ins Programm genommen hat, das insbesondere beim Handling von Attachments wieder nah an Windows-Smartphones und -PDAs herankommt. Für Research In Motion ist die Entscheidung der Bundesbehörde ein wichtiges Warnsignal: Die Logistik für den Betrieb von Endgeräten und Serverlösungen muss vor allem in Windows-lastigen Umgebungen vereinfacht werden, um auch langfristig die Marktführerschaft behaupten zu können. Microsofts Anteil am Markt für Office-Handhelds ist aber auch nach dem Deal noch gering: selbst wenn sich die Prognosen des Redmonder Softwareherstellers bewahrheiten, und man bis Ende des Jahres den Umsatz mit Windows Mobile-Endgeräten auf über eine Milliarde US-Dollar verdreifacht, hält Microsoft dort nur 13% Marktanteil.
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