Nur mit ganz leichtem Vorbehalt ist es jetzt endlich offiziell: Apple wird seinen iPod um Handyfunktionen erweitern. Als Kooperationspartner suchte sich der amerikanische Musikgeräte- und Computerbauer niemand geringeren als den neuen japanischen Mobilfunkanbieter Softbank aus.
Wagt Apple den Schritt zum Mobilfunk-Hersteller? Zumindest japanische Publikationen wollen das erfahren haben. Demnach schloss Apples CEO Steve Jobs am Wochenende in einem Gespräch mit Japans drittgrößtem Betreiber Softbank eine Kooperation. Daraus sollen entsprechende Geräte und Services hervorgehen. Dank 3G-Funk soll das iPod-Handy in der Lage sein, Musik mit hoher Geschwindigkeit direkt aus dem Internet zu laden. Der Kunde kann über eine sichere Datenleitung die Musik im hauseigenen iTunes-Shop auch gleich bezahlen.
Trotz der lange währenden Kooperation mit Motorola ist es bis heute nicht gelungen, ein Handy herzustellen, das auch nur annähernd an Komfort und Funktionsumfang des iPod heranreicht. Der erste Schritt, den beide Unternehmen mit der Vorstellung der E398-Variante ROKR E1 taten, reichte bei weitem nicht aus, um die Handy-Gemeinde auf den populären iTunes-Shop einzustimmen. Weitere Initiativen von Motorola oder Apple blieben - abgesehen von anderen Formfaktoren wie dem jüngst vorgestellten RAZR V3im - bislang aus. Der Deal dürfte nicht nur zustandegekommen sein, weil sich der Markt nach einem telefoniefähigen iPod sehnt. Der Kooperationspartner Softbank braucht seinerseits schlagkräftige Argumente, um sich auf dem hart umkämpften und von NTT DoCoMo dominierten Handy-Markt Japans durchsetzen zu können. Laut Spiegel Online ist der Netzbetreiber, der , ein kleiner Fisch der japanischen Mobilfunklandschaft - er hält lediglich 4,8 Prozent Marktanteil. Ganz aus heiterem Himmel trifft uns diese Meldung übrigens nicht. Apple hat bereits vor über anderthalb Jahren beim amerikanischen Marken- und Patentamt USPTO ein Patent angemeldet, das den drahtlos vernetzten iPod beschreibt. Die Resonanz auf dieses und ein weiteres Patent von Dezember hallte vor allem in den Chefetagen der Netzbetreiber wider: Apple plant im Rahmen der Patentschrift unter anderem ein eigenes Netzwerksystem, das die Goldgrube der Betreiber - den mobilen Versand von Klingeltönen - angreift. Der Hersteller geht dabei zwar (noch) nicht so weit, über ein bezahlpflichtiges P2P-Netzwerk den Plattenlabels weitere Kunden abspenstig machen zu wollen, ein kioskähnliches Downloadsystem soll aber den Komfort und vor allem die Verbreitung von mobiler digitaler Musik deutlich verstärken.
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