Der neue E-Plus Chef Michael Krammer plant den Netzbeteiber E-Plus zu einem reinen Telefonie-Anbieter umstrukturieren zu wollen und damit die Kosten des Unternehemens drastisch zu senken. Zugleich wird die vor sechs Jahren vollzogene Trennung zwischen Privat- und Geschäftskunden wieder aufgehoben.
E-Plus steht erneut vor einer weitreichenden Umstrukturierung. Nachdem erst im Mai 2005 die Mehrmarken-Strategie eingeführt wurde, welche dem Anbieter ein hohes Wachstum im Neukundenbereich beschehrte, plant der neue Chef des Unternehmens, Michael Krammer, das Dienstleistungsangebot deutlich einzuschränken. Zugleich sollen die Ausgaben für multimediale Anwendungen sowie EDGE und UMTS deutlich reduziert werden. Letztlich soll E-Plus als reiner Anbieter für Telefonie und Kurznachrichten im Wettbewerb antreten.
Im Juli wird Krammer die neue Strategie vorstellen. Besonders starke Einschnitte wird das Unternehmen bei Datendiensten vornehmen, so ist auch die Einstellung des Internet-Portals i-Mode geplant. Mit der Konzentration auf "Kerndienste mit etablierter Nachfrage" sollen die Kosten reduziert werden. Vorbild sind die seit einem Jahr auf dem deutschen Markt vertretenen Discounter wie simyo oder easyMobile, welche ihren Fokus ebenfalls auf reine Sprachtelefonie und den Versand von Kurznachrichten gerichtet haben - mit einem Unterschied: E-Plus möchte weiterhin subventionierte Handys anbieten. Noch vor sechs Jahren hatte Uwe Bergheim, der ehemalige Chef von E-Plus, den Privatkunden- vom Geschäftskundenbereich getrennt, und Businesskunden günstigere Konditionen eingeräumt. Auch hier sollen unter Krammer deutliche Veränderungen stattfinden. So werde es in Zukunft keine Bevorzugung von Geschäftskunden mehr geben, immerhin haben "70 Prozent der Kunden [...] die gleichen Anforderungen - egal ob Privat- oder Geschäftskunden".
Auch in der Regulierung des deutschen Mobilfunkmarktes durch die Bundesnetzagentur sieht Krammer einen deutlichen Vorteil für sein Unternehmen gegenüber der Konkurrenz: Er zeigt sich überzeugt, dass E-Plus die Kosten schneller senken wird als andere Anbieter, weshalb durch sinkende Margen aus der Terminierung der Druck auf T-Mobile, Vodafone und O2 erhöht wird und zu sinkenden Einnahmen führt. Ob die Rechnung für Krammer aufgehen wird, ist derzeit schwer zu sagen; Experten erwarten, dass in drei bis fünf Jahren der Datentransfer wichtiger sein wird als Sprachtelefonie, wodurch E-Plus für seine Kunden aufgrund des geringen Angebots uninteressant würde.
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