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Autor: Andreas Seeger | 09.06.2006 - 13:58 | 0

Chicago: Entzugskur für Blackberry-Junkies

Ein Chicagoer Hotel bietet einen besonderen Service für Blackberry-Junkies an: Wer nicht mehr ständig von E-Mails überflutet werden möchte, kann freiwillig auf Entzugskur gehen und seinen mobilen Helfer an der Rezeption abgeben.

Chicago: Entzugskur für Blackberry-Junkies

Ein Chicagoer Hotel bietet einen besonderen Service für Blackberry-Junkies an: Wer nicht mehr ständig von E-Mails überflutet werden möchte, kann freiwillig auf Entzugskur gehen und seinen mobilen Helfer an der Rezeption abgeben.

Blackberry 8700 frontal leicht schräg

QWERTY als Alptraum: 8700

Man sieht sie überall: elegant gekleidete Personen, die angestrengt auf ein Ding in ihrer Hand starren und verbissen mit viel zu grossen Fingern auf viel zu kleine Tasten tippen. Der Blackberry ist das Symbol für den global vernetzten Manager. In Verbindung mit dem seinerzeit revolutionären Push E-Mail Dienst des kanadischen Herrstellers RIM wird er für seine Mitarbeiter überall erreichbar, kann selbst Anweisungen in die entferntesten Verästelungen seines Unternehmens verschicken oder mit Geschäftspartnern kommunizieren. Doch diese Überall-Erreichbarkeit hat auch ihre Schattenseiten. In den USA wird schon von den Blackberry-Süchtigen gesprochen, von Personen, die ständig vor ihrem Business-Helfer sitzen und ihre Gesundheit damit aufs Spiel setzen: Augenschäden, Gelenkschmerzen und der Verlust von Soft-Skills haben eine neue Berufskrankheit entstehen lassen.

Ein Chicagoer Hotel bietet nun Abhilfe für alle, die dem Gerät hoffnungslos verfallen sind. Im Sheraton kann man seinen Blackberry beim Check-in an der Rezeption abgeben, wo er dann für die Dauer des Aufenthaltes in einem Safe verchwindet. In der „stillen Zone“ kann der der gestresste Manager unbehelligt von Mitarbeitern und Geschäftspartnern versuchen, sich einem normalen Leben wieder anzunähern. Hotelmanager Rick Ueno hat es bereits geschafft: „Ich war total abhängig von meinem Blackberry, Tag und Nacht war ich völlig besessen von E-Mails. Irgendwann wurde mir bewusst, dass das nicht gesund sein kann und ich beschloss, schlagartig damit aufzuhören.“

blackberry

Blackberry-freie Zone |
Quelle: engadgetmobile

Ueno wechselte zu einem einfachen Handy und verwirklicht nun im Sheraton seine Vision von einer schönen Blackberry-freien Zukunft. In seinen Augen ist die grenzenlose Vernetzung für einen Manager mehr Nach- als Vorteil: „Ich leite ein Hotel mit mehr als 900 Angestellten und Tausenden von Gästen. Ich denke, ich arbeite nun viel effektiver. Ich fühle mich besser, ich schlafe besser – und meiner Familie gefällt es.“ Da wird es ihn nicht freuen, dass RIM heute mit dem 7130 ein neues Blackberry-Modell gelauncht hat. Aber es gibt auch einen Lichtstreifen am Horizont: Im Herbst soll der erste Blackberry ohne die berühmt-berüchtigte Push E-Mail-Funktionalität erscheinen. Weitere Informationen » News: Blackberry 7130 von FCC zugelassen » News: RIM: Blackberry ohne E-Mail Dienst » Geräteübersicht von RIM » Datenblatt zum RIM 7130

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