AVerMedia hat auf der Computex zwei neue Tuner für DVB-H vorgestellt. Einer ist eine PCMCIA-Karte fürs Notebook, der andere eine SDIO-Karte für Windows-Mobile-Handhelds.
Nachdem das erste Pilotprojekt für DVB-H in Deutschland gelauncht wurde, kommen auch nach und nach erste für den Empfang geeigneten Peripherie-Geräte auf den Markt. So stellte zum Beispiel AVerMedia auf der Computex mit der E569 eine DVB-H-ExpressCard vor, die für den Einsatz in im PCMCIA-Slot von Notebooks vorgesehen ist. Zum Fernsehen ist nur der standardmäßig vorinstallierte Windows Media Player nötig.
Gleichzeitig präsentierte AVerMedia auch eine DVB-H-Karte für SDIO-fähige Smartphones (z.B. HTC Universal), die derzeit nur auf Windows Mobile-Geräten läuft. Palm OS, Symbian oder Linux werden noch nicht unterstützt. Der Hersteller verwendet für beide Karten Modulatoren von DiBcom und den TV-Tuner von Microtune. Die passende TV-Software für den Handheld kommt von Cyberlink und Intervideo: Auf der Computex präsentierte Cyberlink seine TV-Applikationen auf dem Dell Axim (Windows Mobile 5.0) zusammen mit DVB-H-Karten auf der Basis von Chips aus dem Hause DiBcom und Siano Mobile Silicon. Stellt der Handheld einen Rückkanal via GSM- oder WiFi bereits, lassen sich laut Cyberlink auch interaktive Angebote, z.B. Gewinnspiele oder Votings nutzen.
Die neue Hardware ist insofern praktisch, als dass man auch etwas ältere Smartphones bei Bedarf mit mobilem Fernsehempfang aufrüsten kann. Notebook-Nutzer sehen sich hingegen vor die Wahl einer DVB-T oder DVB-H-Lösung gestellt. Tuner für DVB-T gibt es schon seit längerem in großer Auswahl und mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten wie USB oder PCMCIA. Die Auswahl der Sender ist groß (über 30 Kanäle) und sie sind alle kostenlos verfügbar. Gesendet wird ein MPEG2-Stream mit einer Datenrate von durchschnittlich 3 - 3,5 Mbit/s, der Informationen für ein PAL-Bild von maximal 720 x 576 Bildpunkten enthält.
Bei DVB-H sieht das noch anders aus: momentan lassen sich 16 Programme empfangen, darunter alle gängigen Fernsehsender wie ARD, ZDF, SAT. 1, PRO 7 und N24, aber auch je nach Region die dritten Programme der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Der Stream gelangt via MPEG4 Part 10 bzw. H.264 aufs Telefon/Notebook, der eine deutlich höhere Kompressionsrate bei gleichzeitig visuell hochwertigerem Dekodierergebnis liefert. Obwohl theoretisch Datenraten ab 3 Mbit/s möglich sind, werden dem Äther bislang nur 300 Kbit/s zugemutet (entspricht etwa der Datenrate von UMTS). Die maximale Auflösung von Videos ist bei DVB-H daher auch beschränkt: typisch sind derzeit 320x240 Pixel.
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.