Am kommenden Mittwoch wird die Europäische Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Vivian Reding, die Pläne für die Regulierung der internationalen Roamingpreise im Mobilfunkmarkt vorlegen. Demnach werden die Gebühren erheblich sinken, allerdings müssen angenommene Anrufe noch immer bezahlt werden.
Am kommenden Mittwoch wird die Europäische Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Vivian Reding, die Pläne für die im Mobilfunkmarkt vorlegen. Das Mitglied der EU-Kommission will damit die als Abzocke kritisierten Roaminggebühren einschränken. Die Behörde ärgert besonders, dass die Mobilfunkunternehmen für die Nutzung eines fremden Funknetzes in einem anderen EU-Land das Vielfache von dem in Rechnung stellen, was sie für die gleiche Leistung im Inland verlangen. Auflagen gibt es dann voraussichtlich nicht nur für die Verträge der Netzbetreiber untereinander, sondern auch für die Gebühren an die Endkunden. Darüber war lange gestritten worden. Unumstritten innerhalb der EU-Kommission ist jedoch ein Modell, mit dem die Großhandelspreise für Roaming in Europa bei Nah- und Ferngesprächen innerhalb einer Spanne von 24 bis 36 Cent je Minute liegen werden.
Doch werden die dann vorliegenden Pläne auch zeigen, dass die Regulierung auf Druck einzelner EU-Kommissare und der Industrie abgeschwächt ausfällt. Die Mobilfunkanbieter können weiterhin Gebühren für die Annahme von Anrufen im Ausland in Rechnung stellen. Ursprünglich plante Reding, dass ein Gespräch im EU-Ausland künftig nicht teurer sein sollte, als ein Gespräch im eigenen Land. Kritiker befürchteten jedoch, dass dann SIM-Karten aus den Ländern mit den geringsten Gebühren eingeführt und genutzt würden, was den Wettbewerb zerstören könnte.
Der Umsetzungszeitraum für die Preiskürzungen wurde ein halbes Jahr nach hinten geschoben. Zudem muss das Europäische Parlament noch den Plänen zustimmen, die einzelnen Regierungen müssen sie anschließend umsetzen. Somit rechnet man frühestens Ende 2007 damit, dass die Pläne wirksam werden. Roaming-Gebühren berechnen die Mobilfunk-Netzbetreiber untereinander für grenzüberschreite Anrufe. Diese werden dann auf den Kunden umgelegt. Die Kosten schwanken dabei erheblich: So zahlt beispielsweise ein Finne in Schweden für ein vierminütiges Gespräch in sein Heimatland momentan 20 Cent. Telefoniert dagegen ein Malteser aus Lettland, kostet ihn der Anruf 13,05 Euro.
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