Der spanische Antennen-Spezialist Fractus hat am Mittwoch eine neue Familie von DVB-H-Antennen in Kompaktbauweise vorgestellt. Besonders interessant ist dies für Mobilfunkhersteller, die damit die bisher recht stattlichen Maße von TV-Handys entscheidend reduzieren können.
Der spanische Antennen-Spezialist Fractus hat am Mittwoch eine neue Familie von DVB-H-Antennen in Kompaktbauweise vorgestellt. Besonders interessant ist dies für Mobilfunkhersteller, die damit die bisher recht stattlichen Maße von TV-Handys entscheidend reduzieren können.
Man denke nur an das N92 von Nokia: zwar ist der Folder DVB-H-fähig, aber mit 107x58x25 mm und 180 Gramm passt er nicht gerade in jede Hemdtasche. Die Integration von DVB-H in Mobiltelefone stellt eine große technische Herausforderung dar. Denn dieser Übertragungsstandard funkt auf einer niedrigeren Frequenz als die etablierten GSM- und UMTS-Netze und nutzt dabei eine größere Bandbreite - mit der Folge, dass wesentlich größere Antennen verbaut werden müssen. Das ist ein Problem für Hersteller und Käufer von Mobiltelefonen, denn, wie Josep Puig von Fractus erklärt: "DVB-H verändert das Design und den Bau von Mobiltelefonen, aber niemand möchte einen Aufpreis für einen neuen Service zahlen, wenn er mit einem großen, antik aussehenden Gerät herumhantieren muss". Denn wer sich ein TV-Handy kauft, gehört zu einer Käufergruppe, die auch Wert auf andere multimediale Features legt - elegant und kompakt sollte das Gerät natürlich auch sein. Dieser Spagat ist für Mobilfunkhersteller nur schwer zu lösen.
Ein wichtiger Schritt sind die neuen Antennen, die den Bau kleinerer TV-Handys ermöglichen und diese damit für den Käufer interessanter machen. Das ist auch dringend notwendig, denn wirklich durchgesetzt hat sich mobiles Fernsehen bisher noch nicht. In Deutschland tragen regional unterschiedliche Übertragungsstandards dazu bei. Die Situation ist so unübersichtlich, weil die Bundesländer sich nicht auf einen einheitlichen Standard für mobile TV-Inhalte einigen konnten. Momentan wird von debitel mobiles Fernsehen angeboten, das auf dem mit DVB-H konkurrierenden Netzstandard DMB-T basiert. Wir haben das Angebot auf Samsungs SGH-P900 bereits getestet.
Doch das künftige mobile TV-Angebot in Deutschland wird wohl auf DVB-H basieren. Vor zwei Monaten einigten sich die vier großen Netzbetreiber auf ein Pilotprojekt für mobiles Fernsehen, das genau diesen Standard nutzt. Aber nicht nur deshalb ist die Innovation von Fractus interessant: das spanische Unternehmen arbeitet eng mit Mobiltelefonherstellern wie Samsung oder Sagem zusammen, deren Geräte man auch hierzulande erwerben kann. Jetzt heißt es nur noch: abwarten!
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