Bereits im Mai hieß es, dass noch diesen Sommer die Terminierungsentgelte reguliert werden sollen. Jetzt wird der Druck durch die EU-Kommission zusätzlich verstärkt.
Im Mai wurde bereits davon berichtet, dass BNA-Chef Matthias Kurth eine Regelung der Terminierungsentgelte per Gesetz durchboxen will. Damals hieß es, dass es noch diesen Sommer dazu kommen solle. Geschehen ist bisher allerdings nichts. Jetzt greift zusätzlich die EU ins (Nicht-)Geschehen ein und fordert die Bundesnetzagentur erneut auf, die Preise für Telefonate in die Mobilfunknetze umgehend zu regulieren!
Die EU-Kommission in Brüssel hat Kurth ein Schreiben geschickt, in dem sie ihn auffordert, das Problem endlich in den Griff zu bekommen und nicht auf die lange Bank weiter zu schieben. Damit unterstützt sie den drittgrößten Mobilfunkanbieter Deutschlands, E-Plus, der bei den letzten Verhandlungen im Frühjahr eine Vereinbarung mit den beiden Großen ablehnte. E-Plus forderte drasitischere Preisstürze und fühlte sich technisch benachteiligt auf Grund der zugewiesenen Funkfrequenzen.
Im Brief des Generaldirektors Philip Lowe heißt es weiterhin, dass unverzüglich ein Kostenmodell zu entwickeln sei, um die Interessen der Verbraucher besser zu wahren. Laut Kurth würde es allerdings mindestens ein Jahr dauern, bis solch ein Kostenmodell erstellt ist. Er hält den Brief für widersprüchlich, da er somit nicht zu raschem, sondern eher zögerlicherem Handeln angetrieben würde.
Es wird also diesen Sommer höchstwahrscheinlich keine Entscheidung darüber getroffen, wie in Zukunft die Anrufe in fremde Mobilfunknetze zu Buche schlagen. Kurth hat aber jetzt zum Glück zusätzlich Brüssel als Aufpasser an seiner Seite. Es muss also was geschehen und E-Plus kann sich freuen, denn ihre Rechnung ist aufgegangen. Ob sie sich als Belohung etwa gleich eine neue Vorwahl geschenkt haben? Seit Montag steht mit 01577 neben der 0177, 0178 und der 0163 die erste fünfstellige Vorwahl zur Verfügung. Da scheint sich jemand auf viele Neukunden einzustellen!
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