Das neue Palm-System bekommt Farbe: Auf der Linux World in San Francisco stellten die Japaner weitere lauffähige Demos ihrer neuen Plattform ALP vor. Die soll Symbian und Windows Mobile keinen Vorteil schenken.
Nach der Ankündigung im Rahmen der vergangenen 3GSM-World soll die ACCESS Linux Platform bis Anfang 2007 auf ersten Geräten einiger Lizenznehmer Verwendung finden. Auf der in San Francisco stattfindenden Entwicklermesse LinuxWorld konnte man den Stand der Entwicklung begutachten und laut David Beers, einem Autor für die PDA-Community palminfocenter.com, ist die schon weit fortgeschritten. Wie in Barcelona zeigte PalmSource/ACCESS lauffähige Versionen ihres neuen Betriebssystem auf Prototypen des chinesischen Herstellers Haier, echte Screenshots ließen sich mit dem System jedoch nicht schießen; stattdessen fotografierte Beers einige Beispiele von den Entwickler-Notebooks ab.
Die ALP soll schon jetzt auf einem 400MHz schnellen Haier-Folder flüssig und schnell laufen und stellt als Mindestanforderung an die Hardware einen Screen von 240x320 Pixeln Größe. Auf der Messe konnte man die ALP aber auch auf Smartphones bewundern, deren Bildschirme VGA-Auflösung darstellen können. Die Oberfläche basiert - wie bei der aktuellen S60-Generation - auf skalierbaren Vektorgrafiken und passt sich der zur Verfügung stehenden Fläche an, sodass man bei hohen Auflösungen locker 20 Icons auf dem Desktop unterbekommt.
Das System ist dank seines Linux-Unterbaus multitaskingfähig, wird aber im Gegensatz zu Windows- oder Symbian-Smartphones Applikationen standardmäßig schließen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Die Entwickler-APIs ermöglichen darüber hinaus Anwendungen, die permanent aktiv sind und Nachrichten auf den Bildschirm schreiben können - ähnlich wie Windows Mobile. Die vorinstallierten PIM-Applikationen profitieren bereits von der Oberfläche und erscheinen in einem wählbaren UI-Theme vor dem Nutzer. Kern des sichtbaren Systems ist das MAX Framework (Mobile Application Experience), das seine Oberfläche mit Hilfe des Gnome Toolkits darstellt. MAX ermöglicht die nahtlose Vereinigung von Software beliebiger Plattformen, darunter Linux/GTK-, Java- oder native Palm-Software. Applikationen, die Entwickler für Garnet - die aktuelle Version des Palm-Systems - entwickelten, sollen in 90% aller Fälle auch ohne größere Probleme ihren Dienst auf MAX/ALP verrichten. Auf einem Demostand konnten sich das ungläubige Entwickler anhand ihrer eigenen mitgebrachten Anwendungen bestätigen lassen.
Wie angekündigt, wurde Palm's HotSync von Grund auf erneuert und unterstützt jetzt auch den OMA-Standard SyncML, mit dem sich Synchronisationen auch auf entfernten Servern vornehmen (z.B. ZYB) lassen. Als Browser kommt der bewährte hausinterne ACCESS NetFront zum Einsatz, der laut David Beer HTML-Inhalte recht eindrucksvoll auf den kleinen Bildschirmen darstellt. Der Browser kennt eine Thumbnail-Ansicht der Bookmarks sowie eine visuelle Historie und ist damit funktionell vergleichbar mit Nokias neuem S60-Browser.
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