Die Pilotphase ist vorüber. Jetzt hängt es nur noch vom weiteren Vorgehen der Betreiber und der Regulierer ab, ab wann Deutschland sein mobiles Fernsehen via DVB-H empfangen darf.
Wenn alle vier Netzbetreiber unseres Landes zusammen an einem Strang ziehen, weiß man, dass es um die Wurst geht. Die mobile TV-Technologie DVB-H starteten T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 gemeinsam im Vorfeld der Fußball-WM, jetzt ziehen die Betreiber ein erstes Resümee aus dem Pilotprojekt. Demnach waren tausende Besucher begeistert von Komfort und Qualität des Dienstes, der an vier prominenten Standortenin Deutschland zum Ausprobieren bereitstand.
DVB-H, eine für Handys und deren vergleichsweise schwachbrüstigen Akkus zugeschnittene Version des terrestrischen DVB-T-Standards, bietet künftig die Möglichkeit 40 Sender parallel auszustrahlen. Die Empfangsleistung des Datenträgers und die damit verbundene Bildqualität hängt im Gegensatz zum Digitalfunk UMTS nicht von der Menge der Teilnehmer ab. Über den via UMTS oder GPRS zur Verfügung stehenden Rückkanal lassen sich interaktive neuartige und für einen mobilen Lifestyle zugeschnittene Programmangebote realisieren.
Während Netzbetreiber und Hersteller jetzt endlich bereit für den flächendeckenden Launch des mobilen Fernsehprogramms sind, hängt die Einführung eines attraktiven Programmangebots nur noch von den Landesmedienanstalten und der Regulierungsbehörde für die Vergabe der notwendigen Frequenzen ab. Denn die Monopolstellung, die die konkurrenzlose Unternehmung der vier Betreiber hat, dürfte dem einen oder anderen Gesetzeshüter auf den Magen drücken. Andererseits ist so gesichert, dass der Erfolg des Handy-Fernsehens nicht von einer Vielzahl von Anbietern und Netzinfrastrukturen gebremst wird. Grund für den Zusammenschluss dürfte in erster Linie der Aufholbedarf gegenüber anderen Ländern und Technologien sein: während man in Japan und Korea schon seit fast zwei Jahren via S-DMB begeistert Fernsehen auf dem Handy schaut und hierzulande mit DMB ein anspruchsvolles Konkurrenzangebot zu DVB-H an die Hand bekommt, hinkt Deutschland hinterher. Selbst Nachbarn wie Italien und Finnland sind Deutschland beim Start des Dienstes - dessen Sinnhaftigkeit sich fraglos nicht jedermann erschließt - bereits deutlich voraus.
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