Die Telecom Italia befindet sich in einer Krise. Nachdem die Firmenleitung kürzlich eine Trennung von Mobilfunk und Festnetz in Aussicht stellte, läuft die italienische Regierung Sturm gegen dieses Vorhaben.
Der größte italienische Telekommunikationskonzern Telecom Italia sieht sich einem zunehmenden Druck der Regierung ausgesetzt. Nachdem der Anbieter kürzlich eine Reorganisation des Unternehmens angekündigt hatte, welche die Trennung von Festnetz- und Mobilfunk-Geschäft zur Folge hat, verdichten sich die Gerüchte um eine mögliche Übernahme der Handy-Sparte durch ausländische Unternehmen. Antonio Di Pietro, italienischer Minister für Infrastruktur, forderte daraufhin den Rücktritt von Unternehmenschef Marco Tronchetti Provera.
Tatsächlich befindet sich der Konzern in einer Krise. Zu Wochenbeginn präsentierte die Telecom Italia ihre akuellen Zahlen für das abgelaufene Halbjahr: Während der Gewinn zurückging, erhöhten sich jedoch die Verbindlichkeiten auf nunmehr 41 Milliarden Euro. "2005 haben sie uns erzählt, dass eine Fusion zwischen Telecom und TIM Geld eingebracht hätte, aber das einzige Ergebnis dieser Operation waren neue Schulden", so Di Pietro. Laut Ministerpräsident Romano Prodi, der sich in jüngster Vergangenheit zwei Mal mit Provera getroffen hatte, sei jedoch nicht geplant, Telecom Italia Mobile (TIM) in ausländische Hände zu geben. Erst 2005 kaufte der Mutterkonzern für knapp 20 Milliarden Euro die restlichen 44 Prozent an TIM, um das Unternehmen komplett an sich zu binden. Auch deshalb ist eine Trennung der Geschäftsbereiche stark umstritten.
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