Das Manager-Magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass BenQ Mobile den Verkauf seiner Handyproduktion plant. Erst im Oktober 2005 kaufte der Hersteller den angeschlagenen Mobilfunk-Sektor von Siemens.
Die Ex-Mobilfunksparte von Siemens hat turbulente Zeiten hinter sich. Nachdem der Unternehmensteil im Oktober 2005 vom taiwanischen Hersteller BenQ übernommen wurde und mit dessen Handygeschäft unter BenQ-Siemens zusammengeschlossen wurde, rechnete die Konzernspitze bereits für 2006 mit schwarzen Zahlen, dieses Ziel musste im August allerdings auf das kommende Jahr verschoben werden.
Foto: BenQ-Siemens S81
Doch nun sieht es ganz danach aus, als wenn die Geschäfts noch schlechter laufen würden, als bislang angenommen. Warum sonst sollte BenQ auf der Suche nach einem Käufer für seine Handy-Produktion sein? Dies berichtet zumindest das manager-magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Angeblich sei die Produktion nicht annähernd ausgelastet, daher wird über die Schließung eines mexikanischen Standortes spekuliert. In der Folge soll die gesamte Produktion an externe Unternehmen vergeben werden, bereits seit zwei Monaten befände man sich mit dem taiwanischen Hersteller Foxconn und dem US-Unternehmen Jabil in Gesprächen. Ob die Entwicklung Auswirkungen auf die deutschen Standorte haben wird, ist derzeit nicht bekannt.
Offizielle Angaben machte BenQ-Siemens bislang nicht, auf Anfrage in der Münchner Zentrale seien die Verkaufspläne "nicht bekannt". Dennoch scheint sich das Unternehmen in einer Krise zu befinden. Falsche Produkte und fehlende Innovationen zwangen den Hersteller in den vergangenen Jahren, Marktanteile an die Konkurrenz aus Finnland, Asien sowie den USA abzugeben. Auch mit der Entscheidung, im kommenden Jahr nicht auf der CeBIT vertreten zu sein, könnte sich BenQ Mobile unter Umständen selbst ein Bein stellen, da der Kontakt zu Privat- und Fachbesuchern außerordentlich wichtig ist. UPDATE: Entgegen des Berichts des manager-magazins weist BenQ Mobile die Vermutung, der taiwanische Konzern plane einen Verkauf der Handy-Produktion, als reine Spekulation zurück. Allerdings sei die Schließung eines mexikanischen Standortes zum Jahresende angedacht.
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.