Mit zwei neuen Telefonen und zwei Farbvarianten des Slider-Klassikers "Chocolate" startet LG ins Weihnachtsgeschäft. Der UMTS-Slider KU800 wird exklusiv bei Vodafone vermarktet, das scheckkartengroße KE820 überzeugt mit Zweimegapixelkamera und nur 9,9mm Tiefe.
Auf einem groß angelegten Presse-Event am Freitag präsentierte LG Electronics seine Erfolgsgaranten fürs Weihnachtsgeschäft. Zunächst gab der koreanische Hersteller Verkaufszahlen für seinen im April gelaunchten Slider "Chocolate" bekannt. Knapp eine Million Handys des Typs KG800 seien bislang über die europäischen Ladentische geschmolzen, davon 175.000 in Deutschland. Das Experiment einer europäischen Variante der "Black Label"-Series des LG-Ablegers CYON bildet mit diesen Zahlen die Grundlage für eine potenzielle Erfolgsstory. Unter den Nachfolgern, die LG nun vorstellte, finden sich zunächst zwei extravagante Farbvariationen des Chocolate-Themas. In weiß und rotviolett - pardon, "Wine" - wird das bislang schwarzgekleidete KG800 ab sofort unters Volk kommen, technisch freilich unverändert und bereits seit der IFA angekündigt.
Um auch technisch anspruchsvollere Kundschaft zu bedienen, hat sich LG aber einen Clou bis zum Schluss augehoben: Statt ein völlig neues Chocolate-Phone herauszubringen und mit fehlenden Features auszustatten, kopiert man einfach das alte Design und stopft es mit zeitgemäßer Ausstattung voll. Fertig ist das KU800, das außer einem U (für UMTS) seinem Vorläufer viel voraus hat. Bei einem minimal tieferen und auch schwereren (98g) Gehäuse passen neben dem 3G-Funkstandard UMTS und entsprechender Zweitkamera mit VGA-Auflösung auch eine Zweimegapixelkamera mit anständiger Qualität und ein Speicherkartenslot für MicroSDs in den Slider. Musik-Fans freuen sich über die Möglichkeit, A2DP-fähige Headsets mit dem Gerät koppeln zu können.
Das Hardware-Branding des zweitgrößten Netzbetreibers in Deutschland will ernst genommen werden: das KU800 UMTS-Chocolate wird exklusiv bei Vodafone gelauncht! Die Düsseldorfer haben sich offenabr von den Absatzzahlen im MediaMarkt-Saturn/Debitel-Vertrieb beeindrucken lassen und platzieren ihr Logo prominent aber unauffällig direkt unter dem Display. Anders als gewohnt muss man deswegen aber kaum Abstriche befürchten: das Menü gleicht dem des Vorgängers und anderer moderner LG-Handys und wurde um einige durchaus sinnvolle Punkte erweitert. So findet man spezielle Menüpunkte fürs Mobile TV-Angebot, für den direkten Online-Spaziergang in Vodafones Web-Angebot live! sowie für die Funktionen MusicFinder und MeinAdressbuch. Als Display kommt eine hochaufgelöste QVGA-Komponente mit 65.536 Farben zum Einsatz, der Speicher wurde wegen des microSD-Slots auf 60MB verschlankt. Mehr Komfort bekommt man auch bei den PIM-Funktionen geboten: das Adressbuch kann jetzt auch mit mehreren Postadressen umgehen und lässt sich mit beliebigen SyncML-Servern (z.B. zyb.com) abgleichen. 300 Kurzmitteilungen lassen sich direkt auf dem Handy speichern, das Adressbuch kann maximal 500 vollständige Kontakte aufnehmen. Das KU800 wird dem Fachhandel ab sofort zur Verfügung stehen und bei Vodafone mit Vertragsbindung für €99,95 erhältlich sein. Als Endgerätepreis nannte LG €379,-.
Noch etwas warten muss man auf den Nachfolger des LG KG320S. Das schicke Kreditkartentelefon KE820 (Vorschau von September) ist für November angekündigt und konkurriert offensichtlich mit Samsungs SGH-P300. Doch dem "Taschenrechner" hat es die schokoladige Handlichkeit voraus: alle Tasten und die Gehäusekanten sind sanft abgerundet und mit glattem schwarzen Lack überzogen (Samsung kontert bereits mit dem P310).
Auf 3G-Funk verzichtet LG, spendiert dem Flachmann aber 200kbps schnelle EDGE-Connectivity, die in erster Linie für T-Mobile-Kundschaft nutzbar sein wird. Ins scheckkartengroße 9,9mm dünne Gehäuse passen darüber hinaus eine 2-Megapixelkamera, ein Slot für MicroSD-Karten und ein USB-Port, mit dem man Daten abgleichen kann und der sich auch als Schnittstelle fürs Ladegerät versteht. Praktisch für den Alltag: im KE820 verbaut LG auch ein UKW-Radio, um sich abseits von seiner MP3-Sammlung die Zeit in der U-Bahn vertreiben zu können; ein Kabelheadset findet man im Lieferumfang.
Wer sich aufs Folder-Chocolate KG810 freute, wird von LG leider enttäuscht. Wie Björn Bourdin, Head of Marketing Germany, versicherte, habe man sich nach langer Diskussion dazu entschlossen, das Klapphandy nicht in Deutschland einzuführen. Schade, denn dieses Gerät hätte eine interessante Alternative zu Motorolas KRZR im Weihnachtsgeschäft dargestellt.
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