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Autor: Rene Melzer | 17.10.2006 - 14:38 | 0

Drillisch plant Mega-Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt zu formen

Der Einstieg des hessischen Service-Providers Drillisch beim Konkurrenten mobilkom ist nach Angaben des Vorstandsprechers Paschalis Choulidis nur der Anfang sehr ergeiziger Pläne. Drillisch möchte zusammen mit anderen Zwischenhändlern einen Mega-Anbieter auf dem deutschen Markt etablieren.

Seit dem Einstieg der Drillisch AG bei seinem größeren Konkurrenten mobilkom brodelt die Gerüchteküche. Die Vermutungen reichen von einer Partnerschaft beider Unternehmen bis zur Übernahme mobilkoms durch Drillisch und umgekehrt. Nun hat sich erstmals Vorstandssprecher Paschalis Choulidis zu den Plänen seines Unternehmens geäußert. In nächster Zukunft ist eine Übernahme von mobilkom kein vordringliches Ziel. Zunächst erstmal möchte das Mobilfunkunternehmen die Synergieeffekte nutzen, die sich aus den Gemeinsamkeiten von Drillisch und mobilkom ergeben. Ein Gespräch mit dem mobilkom-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Spoerr in Hamburg dazu ergab, dass eine Partnerschaft für beide Seiten sinnvoll sei.

Choulidis fügte allerdings hinzu, wenn sich die gewünschten Erfolge nicht schnell genug entwickeln, ist eine Übernahme nicht ausgeschlossen. Dass Drillisch die Übernahme stemmen kann, ist nach Analystenmeinung allerdings fraglich und würde auch wenig Sinn machen. Der viertgrößte unter den Service-Providern ist zwar hochprofitabel, würde einen solchen Aufkauf aber nur mit Hilfe eines Finanzinvestors schaffen. Auch stehen dem Unwägbarkeiten gegenüber, wie die Aktionäre, die schon die Fusion von Freenet und mobilkom torpediert haben.

Endziel sei jedoch ein Zusammenschluss der vier größten deutschen Mobilfunkbetreiber unter dem Dach von mobilkom. In etwa ein bis zwei Jahren strebt Choulidis an, Drillisch, debitel und Talkline zu einem "Mega-Anbieter" zu integieren. Woher jedoch dafür das Geld kommen soll, sagte Paschalis Choulidis nicht. Allerdings wächst der Druck auf die Service-Provider, die als Zwischenhändler die Produkte der Netzbetreiber vermarkten. Der Preisverfall und die neuen Billigmarken machen der Branche zu schaffen. Vor diesem Hintergrund steht nicht nur Drillisch einer Konsolidierung positiv gegenüber.

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