Sind russische Investoren an einem Einstieg bei der Deutschen Telekom interessiert? Laut FTD befindet sich der Mischkonzern Sistema bereits mit Ricke in Gesprächen; jedoch dürfte ein Entscheidung auf sich warten lassen.
Einem Zeitungsbericht der Financial Times zufolge, plant der russische Mischkonzern Sistema den Einstieg bei der Deutschen Telekom. Allerdings befinden sich die Gespräche noch in einer frühen Phase und genaue Informationen sind nicht bekannt, da sich beide Unternehmen zu dem Bericht in Schweigen hüllen. Dennoch wird in der Medienlandschaft bereits heiß spekuliert...
Sistema erwirtschaftete im vergangenen Jahr knapp 5,96 Milliarden Euro in den Bereichen Immobilien, Telekom und Finanzen. Mit Mobile TeleSystems (MTS) ist der Konzern Eigentümer am größten russischen Mobilfunkanbieter, der etwa 58,2 Millionen Kunden betreut. Es wird spekuliert, dass Sistema der Telekom für den Einstieg Anteile am Telekom-Sektor überträgt, so könnte der ehemalige deutsche Staatskonzern auch im russischen Markt Fuß fassen.
Doch wie wahrscheinlich ist dieser Schritt tatsächlich? Vor allem der osteuropäische Markt gehört zu den wichtigen Regionen im Telekom-Sektor, in Russland telefonieren mittlerweile mehr als 100 Millionen Teilnehmer mobil. Damit ist die Sättigungsrate im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ziemlich gering (Einwohner: 142 Millionen), in Zukunft ist hier also mit hohen Zuwächsen zu rechnen. Daher wäre es aus Sicht des russischen Konzerns wenig sinnvoll, Anteile an seinem Marktführer abzugeben. Auch aus deutscher Sicht stellen sich Fragen.
Sollte die Telekom es zulassen, dass sich russische Investoren am Unternehmen beteiligen, nachdem bereits der Bund sowie die Staatsbank KfW noch knapp ein Drittel der Anteile halten? Zudem hatte die Deutsche Telekom erst vor knapp einem Jahr ihre Beteiligung an MTS aufgelöst. Zur Zeit der Gründung des russischen Anbieters hielt der deutsche Konzern 40,1 Prozent der Aktien. Ohne Frage ist Russland einer der aufstrebenden Märkte in Osteuropa, allerdings wäre die Telekom schlecht beraten, eigene Anteile in dem genannten Umfang abzugeben und so eine deutliche Mitbestimmung durch externe Kräfte zuzulassen.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass die T-Com ihre Anteile nach Russland
verscherbelt