Japans Netzbetreiber KDDI scheint eine Designabteilung voller verrückter Künstler zu haben, was die vier neu vorgestellten Handys eindeutig beweisen. Aber: aus durchgeknallten Ideen kann auch Wirklichkeit werden!
Bescheidenheit und Zurückhaltung war offensichtlich nicht das Motto für das au-Designprojekt des japanischen Netzbetreibers KDDI. Denn was die verschiedenen Künstler sich in diesem Rahmen ausgedacht und entworfen haben ist weder langweilig noch altbacken: Vols, Cypres, Kaos und Infobar2 überzeugen durch klare Linien, innovative Materialgebung und Reduzierung auf das Wichtigste. So stellt man sich also in Japan die Zukunft vor - wenn diese doch nur morgen schon beginnen würde... Wozu man bei KDDI alles fähig ist, wurde bereits im September mit dem Penck und seiner einzigartigen Vakuumverdampfung unter Beweis gestellt. Dazu gesellen sich jetzt vier neue Geräte, die junge, frische und motivierte Designer für den Netzbetreiber entworfen haben.
Infobar2 ist dabei der Purist: extrem flach, leicht gewölbt, die Tasten im Schachbrettmuster verschiedenfarbig gestaltbar und technisch so weit ausgereift, dass es in nicht allzu weiter Ferne auf dem Markt erscheinen wird. Sein Vorgänger, Infobar, stieß beim Publikum in Fernost jedenfalls bereits auf großes Interesse und so wird es dem neuen Barren mit 4-fach Zoom-Megapixelkamera und einer Dicke von gerade mal 11 mm sicher auch ergehen.
Die anderen drei Neulinge sind da eher noch eine Spielerei, dabei jedoch keineswegs uninteressant oder besonders abgehoben. Vols scheint das am ehesten in Serie gehende Werk zu sein. Geschlossen sieht das Dosen-ähnliche Gehäuse bereits extrem schick aus: auf der nach innen geschwungenen Vorderseite befindet sich die Tastatur, der 5-Wege-Navkey und die Bedienelemente für den Mediaplayer. An der Seite schmiegen sich die runden Tasten an die Formgebung und scheinen aus dem Handy zu fließen. Auf Knopfdruck fährt das Display nach oben und gibt die Kameralinse auf der Rückseite frei. Farblich bleibt das Vols cool und zurückhaltend und erinnert mit seinem carbonartigen Look an klassische Rennwagen. Ein wirklich aufregendes und schickes Gerät, das vor allem Männer in seinen Bann ziehen wird.
Dass Cypres und Kaos, so wie sie sich die Designer ausgedacht haben, jemals auf den Markt kommen werden, ist eher unwahrscheinlich - aber im Land der aufgehenden Sonne ist durchaus alles möglich. Cypres ist bereits bei der Formgebung extrem unkonventionell ausgefallen. Es gibt keine harten Kanten, alles ist rund und das Gehäuse komplett aus Plexiglas. So hat man einen spannenden Blick darauf, wie die Technik in einem Handy aussieht und kann Platinen und Chips bei der Arbeit zusehen. Kaos hingegen sieht aus wie frisch aus einem Indiana Jones-Film: die Tasten haben eine ganz eigenwillige, asymmetrische Einteilung bekommen und insgesamt sieht das Gehäuse aus wie ein Werkzeug aus der Steinzeit. Auf der Rückseite fehlt eine Ecke, wobei konträr dazu das Display wiederum harmonisch gewölbt ist.
Und auch, wenn es diese Handys mit größter Wahrscheinlichkeit, mit Ausnahme des Infobars, nie so im Handel geben wird, so zeigen sie doch wenigstens, dass ein Gebrauchsgegenstand auch gerne mal aus der Reihe tanzen kann und trotzdem noch seinen Zweck erfüllt. Nicht alles muss immerzu praktisch und genormt aussehen. Wenn die Japaner es schon vormachen, dann darf man sich gut und gerne auch im Rest der Welt davon was abzwacken und in künftige Entwürfe übernehmen!
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