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Autor: Rene Melzer | 08.11.2006 - 14:20 | 0

Bundesnetzagentur senkt die Terminierungsentgelte

Die Bundesnetzagentur hat die Preise für die Durchleitung in andere Mobilfunknetze festgelegt. Ab 23. November sollen die neuen, niedrigeren Tarife für die Netzbetreiber in Kraft treten.

Bundesnetzagentur senkt die Terminierungsentgelte

Handytelefonate könnten billiger werden. Wie aus Branchenkreisen zu erfahren war, hat die Bundesnetzagentur den Netzbetreibern harte Preisvorgaben vorgelegt. So sollen die beiden Großen T-Mobile und Vodafone künftig nur noch 8,8 Cent pro Minute für die Durchleitung eines Gespräches verlangen dürfen. E-Plus und O2 können etwas mehr berechnen, die Bundesnetzagentur hat bei ihnen die Durchleitungspreise auf 9,9 Cent je Minute begrenzt.

Matthias Kurth Bundesnetzagentur

Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth

Damit sinken die Preise für die sogenannten Terminierungsentgelte um 2,2 Cent bei T-Mobile und Vodafone, beziehungsweise 2,5 Cent bei E-Plus und O2. Das wird ein herber Schlag für die Netzbetreiber, hatten sie doch erst kürzlich unisono eine Senkung der Durchleitungspreise abgelehnt. E-Plus und O2 haben im Gegenteil sogar eine Anhebung von 12,7 Cent auf 20 Cent pro Minute beantragt. Auch T-Mobile plante eine geringfügige Anhebung von derzeit 11 Cent auf 12,17 Cent. Die Betreiber begründeten die Anhebung mit erhöhten Kosten für den Aufbau der Mobilfunknetze. Nur Vodafone war mit den derzeitigen Preisen von 11 Cent zufrieden.

Die Bundesnetzagentur plant die neuen Terminierungsentgelte ab 23. November einzuführen. Eine offizielle Erklärung soll die Einführung begleiten. Mit der Preisvorgabe hat die Bundesnetzagentur endlich die schon im Mai angekündigte Regulierung umgesetzt. Die Netzbetreiber konnten im Vorfeld ihre Selbstverpflichtung, einen gemeinsamen Absenkungspfad zu finden, nicht einhalten, nachdem E-Plus überraschend eine größere Spreizung der Entgelte zwischen den Mobilfunkanbietern forderte.

Die neuen Preise der Bundesnetzagentur gelten jedoch nur für Gespräche innerhalb Deutschlands. Aber: auch für die Durchleitung von Gesprächen in die Netze anderer Länder, sogenanntes International Roaming, gibt es auf EU-Ebene Regulierungsbemühungen. Die Pläne werden jedoch frühestens Ende 2007 umgesetzt werden können. Der Europäischen Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Vivian Reding, ist es ein Dorn im Auge, dass die Mobilfunkunternehmen für die Nutzung eines fremden Funknetzes in einem anderen EU-Land das Vielfache von dem in Rechnung stellen, was sie für die gleiche Leistung im Inland verlangen.

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