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Autor: Rene Melzer | 13.07.2007 - 16:00 | 0

Teure Technik: Netzbetreiber verkaufen Sendeanlagen

In einem Interview mit dem Wall Street Journal hat ein Sprecher der Deutschen Telekom mitgeteilt, das Unternehmen denke über den Verkauf seiner Sendemasten und Türme nach. Damit folgt der Bonner Konzern einem Trend, der überall in Europa zu beobachten ist: dem Outsourcing der Infrastruktur.

Teure Technik: Netzbetreiber verkaufen Sendeanlagen

Die Netzbetreiber haben bei den klassischen Mobilfunk-Angeboten wie Telefonie und Kurznachrichten mit sinkenden Margen zu kämpfen. Um diese kundenfreundliche Preispolitik und eine gleichzeitige Verbesserung der Netzqualität voranzutreiben, sind neue Organisationsstrukuren notwendig. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die Auslagerung einzelner Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft eines Netzbetreibers gehören und von Drittanbietern übernommen werden können - vor allem der Unterhalt von Sendeanlagen ist nach Meinung vieler Experten durch externe Dienstleister preiswerter durchzuführen.

sendemast basisstation 350

Sendemast zur Miete, das ist die Vorstellung vieler Netzbetreiber

Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge, ist auch die Deutsche Telekom an der Auslagerung ihrer unter dem Dach der T-Systems angesiedelten Infrastruktur-Dienstleister interessiert. Zum Verkauf stehen der Serviceanbieter T-Systems Media & Broadcast, die nach Zeitungsinformationen etwa eine Milliarde Euro einbringen könnte, sowie die Gesellschaft "Deutsche Funkturm", welche die Sendemasten der Deutschen Telekom bundesweit betreibt. Auch über den Verkauf der entsprechenden Sparte in den USA wird nachgedacht, die Financial Times hatte unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, zwei Banken seien von T-Mobile USA mit dem Verkauf der Sendetürme beauftragt worden.

Auch in Italien ist der Markt gesättigt und der Kostendruck entsprechend hoch. Deshalb planen die Netzbetreiber "Wind" und "3" ihre Anlagen gemeinsam zu verkaufen, die Unternehmen schätzen den Wert auf zwei Milliarden Euro. Die Antennen selbst wollen die Anbieter jedoch weiterhin kontrollieren, nur die Infrastruktur soll Spezialisten überlassen werden, die sie effizienter unterhalten könnten. Ein Konsortium aus einer US-amerikanischen Investmentgruppe und einem italienischen Ausrüster zeigten bislang Interesse.

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