Nach 600, 700 und verschiedenen Ablegern steigert Palm den Nachnamen seines jüngsten Treos auf: 500. 500v um genau zu sein. Das Gerät 800 zu nennen, wäre auch schwer zu vermitteln gewesen, denn technisch rangiert Palm mit seinem neuen Smartphone, das exklusiv bei Vodafone erscheint, nur im Mittelfeld. Ob Name und Markenanspruch ausreichen, um den Treo 500v dennoch Palm-Fans schmackhaft zu machen?
Nicht umsonst titelten wir gestern "Das letzte Gerücht vor dem Launch", denn heute ist Palms neuer Treo 500v offiziell vorgestellt worden. Wenig überraschend: an den Spezifika, die wir in den letzten Wochen in epischer Breite aus der Speisekammer der Gerüchteküche des WWW extrahierten, hat sich seit gestern nichts mehr verändert. Das v im Treo 500v ist eindeutiges Indiz für eine interessante Palm-Perspektive: stand das w im Überraschungs-Handy Treo 700w noch für "Windows", steht das "v" jetzt für Vodafone. Der Netzbetreiber wird Palm's Hardware als erster an Mann und Frau bringen. Und zwar zunächst in vielen europäischen Ländern (Deutschland nennt der Hersteller bezeichnenderweise an erster Stelle, Großbritannien an letzter) und dem mobilfunksüchtigen Südafrika.
"v" wie Vendetta? Rache muss man in der friedlichen Eierkuchenwelt der Mobilfunkbauer eigentlich nicht nehmen - und die Klingenlänge des Treo 500v wäre auch etwas kurz, um es mit anderen aktuellen aufzunehmen. Denn echte Highlights sucht man vergeblich. Die Pressemitteilung des Herstellers betet bekannte Windows Mobile 6-Features wie Live-Integration und Internet Sharing herunter und hebt dabei die Push-ähnliche Echtzeit-Auslieferung von EMails via Hotmail, GMail und Yahoo Mail hervor. Im Gegensatz zu manch anderer Windows Mobile 6 Standard-Mailmaschine versteht sich der Treo 500v auch auf die Darstellung von Office-Dokumenten, kommt also mit .doc-,.xls-,.ppt- und auch PDF-Dateien klar. Windows Media ist für Unterhaltung zuständig, eine 2-Megapixelkamera schießt Fotos.
Größer aufgeblasen als bei den Vorgängern hat Palm den Festspeicher des Treo 500v: er beläuft sich (wie vermutet) auf 150 vom Nutzer belegbare Megabytes und kann mit Hilfe von microSD-Karten potenziell auf bis zu 4GB wachsen. UMTS (kein HSDPA) und der bewährte (aber nicht wegweisende) Internet Explorer erschließen das mobile Internet. Allem voran nennt Palm die Kompatibilität zum Wegweiser Google Maps, dem Auktionshaus eBay, dem musikverliebten Selbstdarstellungsportal MySpace und dem Mitmachfernsehen YouTube - die man allesamt aber auch mit anderen Handys unterwegs nutzen kann.
Fazit heute: Der Name Palm (bzw. Treo) klingt dank seiner Bekanntheit und der erfolgreichen Historie wie Elfenmusik in den Ohren manch eingefleischter Fans. Auch Vodafone freut sich über jedes Telefon, dass man mit Hype verbinden kann - vor allem nach dem augenscheinlich geplatzten Deal, das iPhone vermarkten zu dürfen.
Rechnet man die Daten der Featureliste herunter, ist der Treo 500v aber alles andere als ein großer Wurf, sondern allenfalls eine gelungene Annäherung an die bestehende Marktsituation. Andere Geräte, deren Ausstattung sich ähnlich liest wie die des neuen Palm-Modells, findet man mit Hilfe leicht. Bleibt für Palm und Vodafone zu hoffen, dass die Marke und das Versprechen des Herstellers, einmalig gute und für den Alltag taugliche Smartphones zu bauen, ausreicht, um das Treo 500v zum Kassenschlager zu machen - ansonsten muss man den Abverkauf über den Preis regeln und der steht heute genausowenig fest wie ein offizieller Erscheinungstermin.
Kaum wurde das Gerät vorgestellt, gibt es auch schon ein erstes Hands-On von Palm Addict
Ui :-( Das Ding ist echt hässlich.
Und Ausstattung ist nicht alles!
Was für eine Enttäuschung für einen Palmfan wie mich...
Wir vergleichen nicht Birnen mit Äpfeln, sondern Smartphones mit Smartphones.
Und wenn man sich die Smartphones anderer Hersteller anschaut, dann sind die
leistungsmäßig in aller Regel besser ausgestattet.
Die elementare Frage
lautet doch immer bei einer Geräteneuvorstellung: macht das neue Gerät Sinn,
ordnet es sich irgendwo ein, gibt es ein spezielles Argument, dieses Gerät zu
kaufen? Wenn man als Palm eine Marke wie Treo (vormals Handspring, wer sich
daran erinnern mag) pusht und damit revolutionäre Smartphones "erfindet" (wie
sie ein Treo 600 / 650 seinerzeit waren), dann darf man an einen solchen
Hersteller (alleine schon wegen des ehrwürdigen Namens) durchaus Ansprüche
stellen. Und denen wird dieses Handy im marktweiten Vergleich nicht gerecht (der
Preis kann ein Argument sein, aber der spielt bekanntermaßen im WM6-Umfeld und
dank Betreiber-Subvention nach wie vor ziemlich untergeordnete Rolle).
Zur
"Kompetenz": ich habe von Magazinen gehört, die die Leistungsfähigkeit eines
Handys darauf reduzieren, ob es HSDPA hat oder nicht. Mal abgesehen davon, dass
man diesen Punkt beim Treo 500v ebenfalls mit Nein anhaken muss, habe ich mir
mal erlaubt, nicht aufzuzählen, welche Vorteile ein WM6-Smartphone ohnehin ab
Werk mitbringt -> ein Hinweis darauf findet sich aber durchaus im Text.
Abermals ein nicht ganz kompetentes Bericht. Ziel des Treos ist nicht das
best-ausgestattete Smartphone auf dem markt zu sein (auch am Modellnamen "500"
abzulesen), sondern es muss sehr einfach und nachvollziehbar zu bedienen sein.
Und das macht Palm sehr gut. Schon das 750 war ein Meilenstein in Sachen
Bedienbarkeit von einem Windows-Mobile Geraet.
Wieso vergleicht man hier wieder
Birnen mit Aepfel?
Gut gesagt:
"Die elementare Frage
lautet doch immer bei einer
Geräteneuvorstellung: macht das neue Gerät Sinn,
ordnet es sich irgendwo ein,
gibt es ein spezielles Argument, dieses Gerät zu
kaufen?"
Und die Antwort
ist: ja. Das Smartphone soll WM6 noch einfacher zu bedienen machen. Nicht mehr
und nicht weniger. Damit wird der Anspruch von Palm revolutionaere Smartphones
zu bauen allemal gerecht - auch ohne Monster-Ausstattung. Und der Hersteller
sticht unter der WM6 Allerlei heraus.
Das war eben von diesem Bericht nicht
zu entnehmen - daher meine Kritik.