Die Landesmedienanstalten haben dem Medienunternehmen Mobile 3.0 die vorläufige Zusage erteilt, das zukünftig über DVB-H bundesweit aufs Handy ausgestrahlte Programm zu gestalten. Nach eingehender Begutachtung der eingereichten Vorschläge wird dann endgültig über die Vergabe entschieden.
Der HandyTV-Spezialist Mobile 3.0 hat den Zuschlag für die Gestaltung des neuen Handyfernsehens erhalten. Die Landesmedienanstalten haben am Dienstag ihren Entschluss veröffentlicht, den Betrieb von HandyTV via DVB-H an das Konsortium zu vergeben. Mobile 3.0 wurde jetzt aufgefordert, bis spätestens 9. November 2007 einen Vorschlag für die Belegung der nutzbaren Kapazitäten für Fernsehen und Hörfunk vorzulegen, "der auch die besondere Nutzungssituation des mobilen Fernsehens berücksichtigt". Eine abschließende Zusage der 14 Landesmedienanstalten erhält das Unternehmen bei Bereitstellung eines diskriminierungsfreien und vielfältigen Gesamtangebotes, das auch regionale Angebote berücksichtigt.
Im August hatten sich der HandyTV-Anbieter MFD und die Neva Media GmbH zum Unternehmen Mobile 3.0 zusammengeschlossen, um gemeinsam den mobilen Fernsehstandard DVB-H in Deutschland voranzubringen. Hinter den beiden Anbietern stehen drei große Medienkonzerne. Hauptaktionäre an Neva Media sind die deutschen Verlagshäuser Burda und Holtzbrinck, der südafrikanische Medienkonzern Naspers ist an MFD beteiligt. Über den Standard DVB-H können derzeit 16 Programme empfangen werden; der MobileTV-Dienst watcha sendet fünf Kanäle über den DMB-Standard.
Die drei großen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und o2, die sich für die Bewerbung um die DVB-H-Sendelizenzen zusammengeschlossen haben, bekamen eine Absage. Nur die Deutsche Telekom wird direkt am Aufbau des mobilen Fernsehens beteiligt sein: die zum Konzern gehörende Tochter T-Systems Media & Broadcast erhielt von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für den Aufbau des Sendenetzes. Leer werden die Mobilfunkanbieter allerdings nicht ausgehen. Das Konsortium ist auf die Unterstützung von Vodafone und Co. angewiesen, da die Netzbetreiber näher am Kunden sind und die Markteinführung von DVB-H-tauglichen Handys weitgehend kontrollieren. Nach Plänen von Mobile 3.0 soll der Kunde für die Nutzung zwischen 5 und 7,50 Euro monatlich zahlen. Spätestens zur Fußball-EM im Sommer 2008 geht das Angebot auf Sendung.
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