Nokia hat heute SEEK vorgestellt, eine neue Funktion für seine Filesharing-Plattform MOSH, mit der man dort noch einfacher nach Dateien suchen kann. MOSH befindet sich noch in der Beta-Phase, die offizielle Einführung soll am 14. Dezember 2007 erfolgen.
Nokia hat heute SEEK vorgestellt, eine neue Funktion für seine Filesharing-Plattform MOSH, mit der man dort noch einfacher nach Dateien suchen kann. MOSH ist eine neue Website von Nokia, die es seit August als Handy-Version und für den PC gibt. Jeder angemeldete Nutzer kann Inhalte hochladen, Downloads funktionieren sogar ohne Anmeldung. Obwohl man fürs Anmelden und Hochladen seine persönliche Handy-Nummer angeben muss, ist MOSH voll mit Raubkopien. Die Software VirtualRadio für Nokia S60 3rd Edition kostet beispielsweise auf der Website des Herstellers 20,50 US-Dollar. Bei MOSH sucht man nur ihren Namen und lässt sich dann per SMS einen Link für den direkten Download aufs Handy schicken. Nach der Installation funktioniert das Programm ohne Einschränkung, obwohl man nichts bezahlt hat.
Die Suche nach solchen Raubkopien, und natürlich auch nach legalen Inhalten, wird durch SEEK einfacher. SEEK ermöglicht Nutzern von MOSH, nach Inhalten zu suchen, die sie benötigen. Die Community kann diese Anfragen (SEEKs) mit Vorschlägen oder selbst erstellten Inhalten beantworten. "Über SEEK können die Mitglieder der weltweit schnell wachsenden MOSH Community so untereinander in Kontakt treten, um Inhalte auszutauschen, die kommerziell noch nicht verfügbar sind", heißt es in der Pressemitteilung. "Kommerziell nicht verfügbar" hätte auch heißen können "woanders nur gegen Bezahlung verfügbar", denn wie der Blog elhabib.at berichtet, sei MOSH voll mit kommerziellen Programmen, unter anderem mit aktuellen Games von Gameloft, EA, THQ oder Fishlabs. Nach Nokias Plänen kann es sich bei den gesuchten Inhalten auch um eine digitale Karte für einen Besuch in Amsterdam oder auch ein Video über einen Tauchurlaub auf den Malediven handeln.
"Das Hauptziel von MOSH ist die Erfüllung der Bedürfnisse seiner Mitglieder. Die Motivation für SEEK war daher das Feedback dieser Community", sagt Lee Epting, Vice President der Entwickler-Website Forum Nokia. "Wir haben immer Wert darauf gelegt, MOSH zu einem Dienst für Nutzer zu machen, der von den Nutzern selbst gestaltet wird. Da viele Nutzer Inhalte von anderen Nutzern anfragen und die Nachfrage nach Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Community stetig stieg, entstand die Idee zur Entwicklung von SEEK." Die offizielle Einführung von SEEK wird am 14. Dezember 2007 erfolgen, eine exklusive Demo ist bereits ab heute auf in San Fransisco stattfindenden Messe CTIA Wireless 2007 zu sehen. SEEK ist die dritte Stufe in der Entwicklung von MOSH. In der ersten Entwicklungsstufe beinhaltete MOSH die Möglichkeit zum weltweiten Hochladen und Bereitstellen von Inhalten, die zweite Stufe ermöglichte zusätzlich das Herunterladen sowie das Anpassen des mobilen Geräts. Jetzt bietet MOSH mit SEEK zusätzlich die Möglichkeit zum Suchen nach bestimmten Inhalten und zur Interaktion mit der Community. In den ersten beiden Monaten der Beta-Phase haben die Nutzer mehr als sechs Millionen Anwendungen oder andere Inhalte heruntergeladen.
UPDATE:
Areamobile bekam gerade einen Anruf aus Finnland. Am Telefon war
James Waterworth, Communications Manager Technology bei Nokia. Er sagte, dass
das Problem der Raubkopien bei MOSH bereits auf der Agenda steht und bald
komplett gelöst werden soll.
Für urheberrechtlich geschützte Musik und Filme
gibt es bereits eine automatisierte Lösung. MOSH prüft den digitalen
Fingerabdruck der Dateien und verbietet ihren Upload, wenn es sich um
geschütztes Material handelt. Dafür konnte Nokia auf bereits bestehende
Software-Lösungen zurück greifen, wie sie ähnlich auch bei Youtube oder Flickr
zum Einsatz kommen.
Schwieriger wird es bei der Software. Für Handy-Programme
gibt es bisher noch keine ähnliche Lösung, so dass Nokia jetzt einen eigenen
Filter dafür entwickeln muss. In einigen Wochen soll dann auch jede raubkopierte
Software automatisch bei MOSH erkannt werden. Nokia lässt sich von den
Software-Firmen Blacklists geben mit kommerzieller Software, die sie nicht zum
kostenlosen Download auf MOSH sehen wollen.
Bis dahin sind die Nutzer
aufgefordert, Copyright-Verletzungen oder gesetzwidrige Inhalte an die
Moderatoren zu melden, die MOSH Tag und Nacht überwachen. Sie werden dann von
Hand gelöscht. Der Verantwortliche für den Upload wird verwarnt und bei
Wiederholung wird sein Account gesperrt.
Markus Göbel
Redaktion AreaMobile