Das taiwanische Unternehmen FIC hat sein Open-Source-Projekt OpenMoko in eine eigenständige Tochterfirma ausgegliedert. Hintergrund ist unter anderem eine Kooperation mit einem US-amerikanischen Navigationsdienstleister. Zudem wurde das Neo 1973 technisch überarbeitet und soll als FreeRunner bereits im Frühling 2008 im Handel erscheinen.
Der taiwanische Elektronikproduzent First International Computer (FIC) hat das Linux-Smartphone-Projekt OpenMoko in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Die Tochterfirma wurde mit einer Kapitaldecke in ungenannter Höhe ausgestattet, um das Open-Source-Projekt Neo 1973 weiter voranzutreiben. Der Ideengeber des Open-Source-Smartphones wechselt in das Tochterunternehmen.
Sean Moss-Pultz, zuvor Produkt-Manager bei FIC, wird CEO von OpenMoko. Als Marketingleiter gesellt sich zu ihm Steven Mosher, der ehemalige Vizepräsident für globales Marketing von Creative Labs. Wolfgang Spraul, zuvor bei DataViz tätig, wird als Entwicklungsleiter angestellt. Zudem konnte Carsten Haitzler, führender Entwickler von Enlightenment und anderen Projekten, als leitender Grafikentwickler gewonnen werden. Die Ausgründung erfolgte unter anderem, weil sich neue Geschäftsbereiche eröffnen. Der US-amerikanische Navigationsdienstleister Dash ist mit dem OpenMoko-Projekt eine Partnerschaft eingegangen. Ab Februar möchte er ein internetbasiertes Navigationssystem mit dem Namen Dash Express anbieten. Die Hardware soll auf dem Neo1973 basieren, die Software kommt von OpenMoko. Der Dash Express wird von FIC hergestellt und soll 599 US-Dollar kosten. Der Internet-Dienst ist die ersten drei Monate kostenfrei, danach verlangt Dash 9,99 US-Dollar pro Monat.
Dagegen verzögert sich der Marktstart des Open-Source-Handys Neo 1973 voraussichtlich bis zum Frühling 2008. Auf der Verbrauchermesse CES in Las Vegas soll nächste Woche ein erster Prototyp vorgestellt werden. Er soll mit neuer Hardware ausgestattet sein, nachdem im August 2007 bereits die Oberfläche der Software komplett überarbeitet wurde. Das Gerät mit der internen Bezeichnung GTA02 soll als FreeRunner im Frühling in den Handel kommen. Für das Betriebssystem verwendet das Neo 1973 den Linux-Kernel 2.6.18 und die GTK+ 2.x-Bibliotheken. OpenMoko soll ab Werk nur mit den nötigsten Anwendungen auskommen: darunter findet man ein Wählprogramm, Telefonbuch, Mediaplayer und den Applikationsmanager (apt-get), vielleicht auch einen dem Firefox ähnlichen MiniMo-Browser. Alle anderen Anwendungen, wie etwa eine PIM-Software, lädt sich der Kunde selbst auf sein Telefon. Der Ansatz ist vergleichbar mit der Android-Plattform, die Google im November 2007 der Öffentlichkeit vorstellte.
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