Nur eine Woche nach dem offiziellen Start hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung seine Tauschbörse für anonyme SIM-Karten wieder geschlossen. Dennoch sieht der Verein die Aktion als vollen Erfolg. Mittlerweile bieten auch andere Gruppen einen anonymen Tausch von SIM-Karten über das Internet an.
Nur eine Woche nach Öffnung der Tauschbörse für anonyme SIM-Karten wurde sie vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung wieder geschlossen. Wie der Verein mitteilt, sei die Schließung nur vorübergehend, um "die Sicherheit der einzelnen Teilnehmer zu erhöhen und eine Überwachung noch wirkungsvoller zu verhindern". Nach zahlreichen Verbesserungsvorschlägen von "unabhängigen Experten, aufmerksamen Bürgern und Medien" hat sich der AK Vorrat nach Rücksprache mit IT- und Rechtsexperten entschlossen, die Börse vorerst vom Netz zu nehmen.
Trotz der kurzen Laufzeit von nur einer Woche sieht der AK Vorrat die Aktion als vollen Erfolg. Die Tauschbörse habe deutlich gemacht, wie leicht die Vorratsdatenspeicherung zu umgehen sei und dass sie deshalb keinen Schutz vor Terrorismus und Kriminalität biete. Dabei ist die Börse nur ein legaler Weg, die verdachtsunabhängige Überwachung zu umgehen. "Verbrecher hingegen verfügen über ein ganzes Arsenal von Umgehungsmöglichkeiten. Wer sich im illegalen Rechtsraum bewegt, dem sind Verbote egal".
Nach Meinung des Arbeitskreises trifft die Vorratsdatenspeicherung in erster Linie den unschuldigen Bürger. Sie verletzt die Unschuldsvermutung und das Recht auf informelle Selbstbestimmung. Zudem gefährdet sie die Meinungsfreiheit: Wer weiß, dass sein Kommunikationsverhalten ausgezeichnet wird und die Protokolle später gegen ihn verwendet werden könnten, wird darauf achten, nicht unangenehm aufzufallen. Mittlerweile bieten auch andere Gruppen den anonymen Tausch von SIM-Karten über das Internet an.
Vorratsdatenspeicherung, so ein *****, das sind meiner Meinung nach nur wieder
verletzungen der Grundrechte. Die versuchen doch heutzutage alles irgendwie zu
umgehen!