In einer Großdemonstation haben in Bochum rund 20.000 Menschen gegen die Werksschließung des Nokia-Standortes protestiert. Gewerkschaften kündigten an, alle Möglichkeiten nutzen zu wollen, um die Verlagerung nach Osteuropa zu verhindern. Die Führungsspitze des finnischen Herstellers zeigte sich davon wenig beeindruckt - sie bekräftigte ihre Schließungspläne.
Die Schließung des Bochumer Nokia-Werks zieht weite Kreise. In einer Großdemonstration versammelten sich Tausende Menschen, um gegen die Entscheidung des finnischen Herstellers zu protestieren, im Sommer 2008 die Handy-Produktion in Bochum einzustellen und nach Osteuropa zu verlagern. Den betroffenen Mitarbeitern des Nokia-Werks haben sich aus Solidarität zahlreiche Angestellte weiterer Betriebe angeschlossen, die Organisatoren hatten im Vorfeld mit 20.000 Teilnehmern gerechnet. Von der Schließung sind neben den 2.300 Angestellten von Nokia weitere 1.700 Leiharbeiter im Werk und eine unbekannte Zahl von Beschäftigten bei Zulieferern betroffen.
Die Gewerkschaften geben den Kampf um die Schließung des Bochumer Werks nicht verloren. "Das gibt eine knüppelharte Auseinandersetzung", erklärte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem Bayrischen Rundfunk. Der Nokia-Führung in Finnland habe man klar gemacht, "alle Möglichkeiten für den Erhalt des Standortes [...] ausschöpfen zu wollen", heißt es. In einem Gespräch zwischen Nokia und dem Betriebsrat des Bochumer Werks gab es gestern keine Einigung. Das Unternehmen habe die Schließungspläne bekräftigt, teilte die IG Metall mit. "Wir sehen das Gespräch als Auftakt zu einer Reihe weiterer Gespräche", sagte IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm. Auch von der Politik erwarte sie jetzt Einflussnahme.
In der vergangenen Woche wurde bekannt (mehr lesen), dass Nokia in den 90er Jahren vom Bund und Nordrhein-Westfalen 88 Millionen Euro an Fördergeldern erhielt, die für den Umbau einer Fernseherfabrik in ein modernes Handy-Werk investiert werden mussten. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, die Finanzmittel auch für andere Projekte, wie etwa die Verlegung der Produktionsstätte nach Rumänien, verwendet zu haben und fordern einen generellen Abbau der Subventionen.
@Neoland:
Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, weißt wohl nur du.
Ein
Produkt nicht mehr zu kaufen, ist die einzige Möglichkeit dem Hersteller die
Meinung zu sagen, welche Nokia schmerzt.
@Anonymous
Rumgezicke von
Gewerkschaften?
Was für Investoren schreckt man ab? Welche die sich
subventionieren lassen und dann wieder abziehen und tausende Menschen
unglücklich machen?
Klar man kann natürlich immer nur brav auch die andere
Backe hinhalten, wo man dann aber landet, solltest du dir mal
überlegen.
Warum diese Abzocke am Bürger von Politikerseite aus immer
wieder nicht unterbunden wird, sollte uns doch alle zu denken geben, mit was für
Politikern wirs hier zu tun haben.
Juchu, lasst uns den Wirtschaftsstandort Deutschland zerstören.
Durch dieses
rumgezicke von Gewerkschaften und Politikern, schreckt man interessierte
Investoren ab, die dann gleich in günstigere Ausland ziehen, bevor man so
behandelt wird wenn man diesen Standort dann mal doch verlegen oder schließen
muss.
ach es aendert sich nix ausser dass arbeitsplätze verloren gehen! welcher nokia
user wechselt denn bitte wegen sowas die marke?
Wenn keiner mehr (oder deutlich weniger) hier in Deutschland mehr Nokia handys
kaufen werden die Anderen hersteller wie SE oder Samsung auch deutlich
nachlassen....weil sie wiessen das der größter konkurent weg ist....da kannst du
gute qualität vergessen.....
Marktwirtschaft hin oder her, dass ist schon n Ding was die Finnen sich da
leisten. Noch ein Grund mehr (neben der lausigen Verarbeitung der Geräte) keine
Handys mehr zu kaufen.
was mich an der Sache stutzig macht, ist dass ich mich selbst nicht anders
verhalte als Nokia.
Wenn ich z.B. einen neuen Fernseher brauche, schaue ich mir
in örtlichen Elektromärkten ein paar Gerätean, vergleiche dann Preise. Oft genug
fällt dann die Entscheidung auf einen Internet-Versandhändler, weil der doch oft
deutlich billiger ist, und Service vor Ort selten nötig ist, respektive mein
Händler auch nichts anderes machen kann, als das Gerät einzuschicken.
Oder auch
tanken gehen in grenznähe.
Im Prinzip verhalte ich mich genau so wie Nokia,
und was der Händler vor Ort von mir denkt, ist mir Schnurzpiep-egal.
Ich
stelle mir langsam die Frage, ob nicht ein generelles gesellschaftliches
Umdenken nötig ist, wenn wir Deutschland als Produktionsstandort erhalten
wollen.